18.09.2018

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Kommissar Gordon - Der erste Fall
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So bin ich nicht (Gretas Storys)
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All you can eat - Variationen des Verschlingens
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Wiegenlied für Baran
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Jeunesse dorée
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Umständliche Rettung
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Massiver Kuss
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Gesunde Beziehungen
von Evan Placey

Flug BU21
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Ein Geschenk der Götter
von Oliver Haffner

Der letzte schöne Herbsttag
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Die gefälschte Wahrheit
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Der Familienrat oder Mama muss weg
von Morgan Spillemaecker und Amanda Sthers

Das Gewissen vergisst nie
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Besser schlichten als richten
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Tochter bleibt Tochter
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Monsieur Poirot und der schwarze Kaffee
von Agatha Christie

Das Urteil
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Und dann gab's keines mehr
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Bach. Das Leben eines Musikers
von Thomas Sutter

Spaghettihochzeit
von Thomas Sutter

Mädchen extraschön
von Gisle Kverndokk und Øystein Wiik

Eingefädelt – Das Musical
von Paul Graham Brown und Birgit Simmler

Der Postraub
von Paul Graham Brown und Birgit Simmler

Haben Sie schon mal im Dunkeln geküsst?
von James Edward Lyons und Michael Jary

In 80 Tagen um die Welt
von Gisle Kverndokk und Øystein Wiik


Aktuelle Premieren
Aktuelle Premierenberichte
Bild von Gary OwenOwen, Gary

Gary Owen wurde 1972 in Narbeth, West Wales, geboren. Er studierte Philosophie und Film am Sydney Sussex College in Cambridge und am European Film College in Dänemark und arbeitete als Lektor.
Crazy Gary’s Mobile Disco, Owens erstes Bühnenstück, wurde im Februar 2001 vom renommierten britischen Tourneetheater Paines Plough zusammen mit der walisischen Gruppe Sgript Cymru in der Regie von Vicky Featherstone uraufgeführt und erlebte seine deutschsprachige Erstaufführung Anfang Februar 2003 am Staatsschauspiel Dresden (TiF). Sein zweites Werk "Shadow of a Boy" wurde im Frühjahr 2002 am Royal National Theatre im Lyttleton Loft erstmals gespielt.
Die versunkene Welt wurde beim Edinburgh Festival 2002 erneut unter der Regie von Vicky Featherstone durch Graeae, Großbritanniens führende Theatergruppe, uraufgeführt und von Kritik und Publikum begeistert aufgenommen.

 

Crazy Gary's Mobile Disco

Deutsch von Peter Torberg
3H
UA: Februar 2001, Chapter Arts Centre Cardiff
DSE: 06.02.2003, Staatsschauspiel Dresden

Donnerstag Nacht, eine Kleinstadt in Wales, ein Pub, eine Party und drei Typen, die von ihrer Vergangenheit eingeholt werden – der Schläger, der Idiot und der Freak. Ihr Traum – nichts wie raus.

Gary ist ein Schläger, brutal, erbarmungslos, ohne Hemmungen. Er hasst die Welt und die Welt hasst ihn. Als seine Donnerstagabend-Disco in der Stammkneipe gegen eine Karaoke-Show ausgetauscht wird, nutzt Gary die Gelegenheit, um seinen Frust mal wieder so richtig an jemandem auszulassen, und diesmal erwischt es den Karaoke-Typen. Doch dann wird er selbst kalt erwischt: von der Liebe. Gary, der sich mit der Sinnlosigkeit der eigenen Existenz fast abgefunden hat und sie nur um der Sache willen fortführt, begegnet auf einer Party Mary, der perfekten Frau – und gibt seinem Dasein wieder einen Sinn.

Mathew D. Melody wohnt unter Aufsicht und stolpert durchs Leben. Er hält sich für einen begnadeten Sänger, tritt aber nur in mittelmäßigen Karaoke-Shows auf. Beglückende Höhepunkte seiner öffentlichen Auftritte erlebt er, wenn er es schafft, kaputte Ehen und zerbrochene Beziehungen mit seiner Stimme wiederzubeleben, wenn auch nur für fünf Minuten. Das erzählt er auch der Dame von der Arbeitsvermittlung, die aber kein Verständnis für seine Künstlerseele hat und ihn schließlich rausschmeißt. Mathew gelingt so manches im Leben nicht so, wie er es sich vorgenommen hat. Da ist zum Beispiel die Geschichte mit der Katze seiner Nachbarin, die er doch eigentlich nur überzeugen wollte, nicht mehr nachts an seiner Wohnungstür zu kratzen. Und jetzt liegt sie tot im Briefkasten. In Augenblicken wie diesen ist Mathew resigniert und wütend zugleich. Alles will er richtig machen, und alles läuft schief. Dann können nur noch die kleinen Gebete zu Gott an der Straßenecke helfen und seine große Liebe Candy.

Russell ist verheiratet und versucht seit Jahren schon vergeblich, der Ehe- und Kleinstadthölle zu entfliehen. Seine Frau reagiert kaum noch auf seine Ankündigungen, und Russell schafft es auch nie über die theoretischen Überlegungen hinaus. Und so rettet er sich in eine Wahrscheinlichkeitsschleife des eigenen Lebens. Was wäre passiert, wenn. Was tatsächlich passiert ist, damals in der Schulzeit, erfährt man in einer kleinen Geschichte am Rande. Zwei Jungs wurden von einem anderen, größeren Jungen sexuell genötigt und nach vollbrachter Tat öffentlich gedemütigt. Keiner der beiden hat es damals geschafft, sich zu wehren oder wenigstens wegzugehen. Die Stadt kam über die Geschichte sehr bald hinweg, die Beteiligten nicht. Für den einen blieb das Leben stehen, der andere existiert nur noch als chemisch kaltgestelltes Wrack. Aber was wäre, wenn Russell all die Jahre nur gewartet hätte auf diesen einen Donnerstag Abend, um endlich die Rechnung zu begleichen?

In einer tragikomischen Serie von Monologen wird man durch die Augen dieser drei funktionsgestörten Typen mit der Frustration des Lebens in einer walisischen Kleinstadt konfrontiert. In einer Mischung aus Bericht, Vorspielen, Andeuten, Kommentieren und Erklären werden nacheinander die Geschichten dreier Männer erzählt. Dabei stehen die erste und zweite zunächst ziemlich unverbunden nebeneinander. Erst in der dritten stellt sich heraus, dass und schließlich auch wie die drei Lebensläufe zusammenhängen.
Der Text, durchsetzt mit düsterem Humor und emotionaler Wahrheit, subtil und zweideutig, strotzt von verzweifelt Gewöhnlichem, dem wahrhaft Außergewöhnlichen und dem einfach Verrückten. Gary Owens großes Talent für das Geschichtenerzählen macht diesen Text zu einer Entdeckung.