18.09.2018

Aktuelle Nachrichten
Aktuelle Stücke

Kommissar Gordon - Der erste Fall
von Ulf Nilsson

Bestimmt wird alles gut
von Kirsten Boie und Konstanze Kappenstein

Einsam und Esmeralda
von Martina Montelius

Gebückt und windschief auf Sturmesfittichen (Juller)
von Jörg Menke-Peitzmeyer

Strafraumszenen
von Jörg Menke-Peitzmeyer

Die 9 Fridas
von Kaite O'Reilly

Heimat ist kein Ort
von Olivier Garofalo

Das neue Jerusalem
von Arna Aley

Der letzte Europäer
von Martina Clavadetscher

Mittagswende. Die Stunde der Spurlosen
von Anja Hilling

American Hotel
von Sara Stridsberg

Lass dich sein
von Arne Lygre

Dienstags bei Kaufland
von Emmanuel Darley

Begleiterscheinungen
von Peter Buchholz

Alles was Sie wollen
von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière

Vor dem Entschwinden
von Florian Zeller

Rasputin
von Paul Graham Brown

Peter Pan oder Das Märchen vom Jungen, der nicht groß werden wollte
von James Matthew Barrie , Leonard Bernstein und Erich Kästner

Ein Mann geht durch die Wand
von Didier van Cauwelaert , Michel Legrand und Marcel Aymé

Lazarus
von David Bowie und Enda Walsh

Die Familie, die über alles reden konnte
von Christian Lollike

Jenseits der blauen Grenze
von Dorit Linke

Mein Freund Salim
von Uticha Marmon

Inside IS
von Yüksel Yolcu

WiLd!
von Evan Placey

Widerfahrnis
von Bodo Kirchhoff

djihad
von Volker Schmidt

Silberflügel
von Anja Tuckermann , Frank Becker und Kenneth Oppel

So bin ich nicht (Gretas Storys)
von Anneliese Mackintosh

Broken German
von Tomer Gardi

Feuer fangen
von Luc Tartar

All you can eat - Variationen des Verschlingens
von Ariane Koch

Wiegenlied für Baran
von Joël László

Jeunesse dorée
von Johannes Hoffmann

Umständliche Rettung
von Martina Clavadetscher

Massiver Kuss
von Anja Hilling

Gesunde Beziehungen
von Evan Placey

Flug BU21
von Stuart Slade

Straight
von Scott Elmegreen und Drew Fornarola

Ein Geschenk der Götter
von Oliver Haffner

Der letzte schöne Herbsttag
von Ralf Westhoff

Die gefälschte Wahrheit
von Peter Buchholz

Der Familienrat oder Mama muss weg
von Morgan Spillemaecker und Amanda Sthers

Das Gewissen vergisst nie
von Sébastien Azzopardi und Sacha Danino

platz.an.der.sonne.com
von Agnès Besse und Daniel Besse

Die Rechnung
von Clément Michel

Besser schlichten als richten
von Chloé Lambert

Tochter bleibt Tochter
von Agatha Christie

Monsieur Poirot und der schwarze Kaffee
von Agatha Christie

Das Urteil
von Agatha Christie

Und dann gab's keines mehr
von Agatha Christie

Bach. Das Leben eines Musikers
von Thomas Sutter

Spaghettihochzeit
von Thomas Sutter

Mädchen extraschön
von Gisle Kverndokk und Øystein Wiik

Eingefädelt – Das Musical
von Paul Graham Brown und Birgit Simmler

Der Postraub
von Paul Graham Brown und Birgit Simmler

Haben Sie schon mal im Dunkeln geküsst?
von James Edward Lyons und Michael Jary

In 80 Tagen um die Welt
von Gisle Kverndokk und Øystein Wiik


Aktuelle Premieren
Aktuelle Premierenberichte
Bild von Gary OwenOwen, Gary

Gary Owen wurde 1972 in Narbeth, West Wales, geboren. Er studierte Philosophie und Film am Sydney Sussex College in Cambridge und am European Film College in Dänemark und arbeitete als Lektor.
Crazy Gary’s Mobile Disco, Owens erstes Bühnenstück, wurde im Februar 2001 vom renommierten britischen Tourneetheater Paines Plough zusammen mit der walisischen Gruppe Sgript Cymru in der Regie von Vicky Featherstone uraufgeführt und erlebte seine deutschsprachige Erstaufführung Anfang Februar 2003 am Staatsschauspiel Dresden (TiF). Sein zweites Werk "Shadow of a Boy" wurde im Frühjahr 2002 am Royal National Theatre im Lyttleton Loft erstmals gespielt.
Die versunkene Welt wurde beim Edinburgh Festival 2002 erneut unter der Regie von Vicky Featherstone durch Graeae, Großbritanniens führende Theatergruppe, uraufgeführt und von Kritik und Publikum begeistert aufgenommen.

 

Die versunkene Welt

(The Drowned World)
Deutsch von Peter Torberg
2D, 2H
UA: 08.08.2002, Traverse Theatre Edinburgh
DSE: 14.02.2003, Staatstheater Nürnberg

Wir befinden uns in einer anderen Welt zu einer anderen Zeit. Es gibt zwei "Klassen" von Bewohnern: die Bürger, die die Macht haben, und Nichtbürger, die von den Machthabern ausgerottet werden. Dabei sind die Bürger deutlich unterlegen, was Aussehen, Verhalten und Kultur angeht. Sich ihrer Unterlegenheit bewusst, belegen sie sich selbst mit Worten wie unförmig, schmutzig, minderbemittelt und feige und verfolgen die Nichtbürger gerade auch wegen des Strahlens, das von ihnen ausgeht.

Julian und Tara gehören zu diesen verfolgten Nichtbürgern und sind ein Paar. Ihnen gegenüber stehen zwei Bürger: Darren, der seit einiger Zeit das Haus nicht mehr verlässt und auf eine erlösende Erscheinung wartet, und Kelly, die im Auftrag eines Inquisitors Nichtbürger aufspürt und arretiert.

Tara und Julian erwarten ihre Arretierung. Vor ihrem Haus erscheint Kelly mit ihren Schergen. Doch sie zögert, Tara und Julian festzunehmen, so dass beide entkommen. Sie halten ihre Situation jedoch für aussichtslos und haben solche Angst vor Folter und Demütigungen, dass sie sich umbringen wollen. Tara sticht Julian ein Messer bis zum Heft in die Brust, aber Julian überlebt. Er schleppt sich bis zur Treppe vor Darrens Haus und bricht dort zusammen. Darren öffnet, weil er Tara für die erlösende Erscheinung hält, und versteckt beide bei sich im Keller.

Weil Lebensmittel und Wasser rationiert sind, muss Darren auf den Schwarzmarkt gehen. Dort verkauft er die Haare von Tara, später bietet er ihren goldgefüllten Zahn an. Die vermeintliche Kundin, mit der er verhandelt, ist Kelly, die ihrem geheimen Auftrag nachgeht, verborgene Nichtbürger aufzuspüren. Als sie ihm auf die Schliche kommt, bringt er sie brutal um und stößt sie ins Hafenbecken. Darren weigert sich nun, sein Leben für die beiden Flüchtlinge weiter aufs Spiel zu setzen. Tara schläft mit ihm, um ihn umzustimmen. Unterdessen erwacht Julian und geht selbst los. Er wird von einem Mob gelyncht und wechselt in die Welt, in der Kelly gerade auf den Grund des Hafenbeckens sinkt. Darren wähnt sich am Ziel seiner Träume: Er hat eine von "denen" für sich. Aber Tara verlässt ihn. Auf der Straße erwartet sie ihre Verhaftung oder Hinrichtung. Sie hat sich aber inzwischen äußerlich so verändert, dass sie für einen Bürger gehalten wird und unbehelligt bleibt.

Die versunkene Welt ist eine parabelartige Warnutopie, die an vier Figuren aus drei Perspektiven die Folgen ideologischer Verblendung schildert. Die Protagonisten schweben dabei stets zwischen Hoffnung und Verzweiflung in einem Stück, das auf unkonventionelle Weise in teils referierten, teils gespielten Abschnitten Stationen wie Bedrohung, Verfolgung, Flucht, Kollaboration oder Solidarisierung, Erpressung und Tod aufgreift und mit eindrucksvollen Bildern zu belegen vermag.