18.10.2017

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Bild von Klaus ChattenChatten, Klaus

Klaus Chatten wurde 1963 in Lennestadt/Nordrhein-Westfalen geboren. Nach seinem Studium der Romanistik, Germanistik und Sportwissenschaften an der Freien Universität Berlin besuchte er ab dem Jahr 1983 das Max-Reinhardt-Seminar in Wien.

Daraufhin folgte ein Ruf an das Actors und HB Studio in New York, wo er bei den Oscar- und Tony-Award-Gewinnern Mike Nichols, Sandy Dennis und Uta Hagen studierte.

Chatten ging an führende deutsche Schauspielhäuser (Schiller Theater, Maxim Gorki Theater, Deutsches Theater Berlin). Er arbeitete mit dem russischen Regisseur Anatolij Wassiljew und in mehreren Produktionen mit Alexander Lang zusammen. Zwischen 2004 und 2006 war er Ensemblemitglied am Gorki Theater. 2009 wurde er für seine Darstellung der Titelrolle in „Der Menschenfeind“ für den Inthega-Preis nominiert.

Gleichfalls ist Chatten Theaterregisseur, der im Jahr 1991 sein Debüt an der Freien Volksbühne Berlin mit der Produktion „Träume“ gab.

1993 begann er die Arbeit an eigenen dramatischen Texten. Seine zumeist tragikomischen Arbeiten kamen am Deutschen Theater Berlin und am Maxim Gorki Theater heraus und hatten an die sechzig Nachspielungen. Seine bisher bekanntesten Werke sind Unser Dorf soll schöner werden (Englische EA am Royal Exchange Theatre Manchester) und Sugar Dollies (UA am Gate Theatre London).

Er ist Preisträger des Alfred-Döblin-Preises, des Literarischen Colloquiums, des Literaturpreises des Berliner Senats und der Villa Aurora in Los Angeles.

Chatten verfasst Drehbücher für die Kinoleinwand und fürs Fernsehen. Mit seinem Film „Stille Nacht“, der mit den Darstellern Jürgen Vogel, Maria Schrader und Ingrid Caven mit großem Erfolg im Wettbewerb der Berlinale lief, gewann er den Alfred-Bauer-Preis. Am vermutlich bekanntesten ist er für seine Zusammenarbeit mit den Regisseuren Dani Levy und Wolfgang Becker („Good-bye, Lenin“).

Seit 2006 arbeitet Chatten als Schauspiellehrer und ist professioneller Trainer für Kino und Fernsehen. 2014 wurde einer seiner Studentinnen an der American Academy of Dramatic Arts in New York als Studentin für das Fach Schauspiel aufgenommen.

Ab 2008 hat er bis dato fünfzig Theaterstücke aus dem Englischen übertragen. Er ist der deutsche Übersetzer von Noel Coward.

Klaus Chatten wurde sowohl als Schauspieler als auch als Dramatiker mehrfach im Jahrbuch „Theater heute“ ausgezeichnet.

 

Premierenfeier

Eine Komödie
8D, 5H, 1 Kind
frei zur UA

„Wer sich in diesem Land lange genug aufs Furzkissen setzt und dabei mausgraues Konfetti ausscheißt, wird schon irgendwann mit Preisen überschüttet“, findet der Dramatiker Philip im rhetorischen Duell mit seinem Erzfeind, dem wichtigsten Kritiker der Stadt, der wiederum Philip nach der heutigen Uraufführung „viele Jahre im Rampenlicht der Anonymität“ verspricht.

Während nebenan im Partyraum ein arabischer DJ Popmusik spielt, findet sich nach einer zwiespältig aufgenommenen Premiere in der Wohnküche der Fabriketage des Autors ein wahres Bestiarium ein: die junge Hauptdarstellerin Lara, die einer berechnenden Wachspuppe gleicht und in die der Dramatiker verliebt ist, Philips bodenständige Schwester Barbara und deren schwangere Lebensgefährtin Rafa, die sich an diesem Abend in Philips besten Freund Marc verliebt, eine raffinierte Reporterin, die mit der Österreicherin Lucy Freundschaft schließt und keine Schauspieler mag, der eiskalte Star-Regisseur, Philips Homööpathin, die an Philips Tante im Schnellverfahren eine spirituelle Rosskur vornimmt und schließlich Jim, Philips neunjähriger Sohn, der sich von dem Kritiker dessen Lieblingsmärchen erzählen lässt.

Klaus Chatten stellt in Premierenfeier nicht nur die Frage, wie man im Mikrokosmos Theater überlebt, sondern in jeder denkbaren Gesellschaft.
Als Folie und ironische Zitate dienen dem Autor dabei thematisch Molières „Menschenfeind“ und immer wieder William Shakespeares „Hamlet“. Der Dramatiker beschreibt im Tanz auf dem Vulkan eine Endzeitgesellschaft, die, weil sie zu lange zögert, untergeht.
Ein komödiantischer, nicht nur theaterpolitisch spannender und poetischer Text für ein großes Ensemble, der unterhält, berührt und den Nerv der Zeit trifft.

Hinweis:
Für dieses Stück können Aufführungsrechte
an Amateurtheater erst nach der Uraufführung vergeben werden.

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