18.01.2018

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In Damaskus lebt der kleine Nunu. Sein bester Freund ist ein kleiner Vogel....

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Kuno ist ein Draufgänger, ein Energiebündel und Alleskönner: hundert Kugeln...

Premiere: "Hier kommt keiner durch!" an den Wuppertaler Bühnen
In der Regie von Markus Höller zeigen die Wuppertaler Bühnen ab dem 27....

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Aktuelles: "Alles Schwindel" von Mischa Spoliansky und Marcellus Schiffer am Maxim Gorki Theater, Berlin
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Bild von Paul ClaudelClaudel, Paul

Charles-Louis Philippe stellt ihn an dichterischer Größe neben Dante, Stefan Zweig sieht in seinen Dramen Seelenzustände von so brennender Glut, dass alles Irdische, Kostüm und Zeit, in ihnen verflackert, und Eugène Ionesco verehrt ihn als den größten Dichter des 20. Jahrhunderts: Paul Claudel (1868 - 1955).

Claudel entstammt dem Bürgertum der Champagne. Nach seiner Schulausbildung in Paris studiert er Jura und Politik. Seine frühen dramatischen Anfänge sind beeinflusst von den Werken Arthur Rimbauds, seine späteren Werke geprägt durch seinen katholischen Glauben – einen sehr weit gefassten Glauben: "Katholisch heißt universal" (Claudel, 1953).

1893 erhält er seinen ersten diplomatischen Posten in New York. Eine Karriere als Botschafter und Konsul u.a. im Fernen Osten, den USA, Lateinamerika und Deutschland schließt sich an.

Seinen ersten Dramenerfolg hat Claudel mit dem Stück Mariä Verkündigung (UA 1912). Mittagswende (1905) zeigt erstmals seine zentrale Thematik, den Konflikt zwischen irdischer Liebe und göttlicher Berufung. Höhepunkt seines Schaffens ist das monumentale Werk Der seidene Schuh oder Das Schlimmste trifft nicht immer zu (UA 1943), ein Gesamtkunstwerk, das die Grenzen des Dramas sprengt.

Die letzten Jahre seines Lebens verbringt Claudel auf dem Schloss Brangues. Dort überarbeitet er frühere Werke und schreibt seine großen Bibelkommentare. 1955 stirbt Claudel im Alter von 86 Jahren in Paris.

Wie aktuell Paul Claudels Werk auf den Theaterbühnen noch immer ist, zeigte sich insbesondere in den letzten Jahren, in denen zahlreiche seiner Theaterstücke wieder aufgeführt wurden: So erhielt Der seidene Schuh am Theater Basel in einer Inszenierung von Stefan Bachmann von Publikum wie Kritik gleichsam positive Resonanz; erstmals war hier das Werk auch in der Neuübersetzung durch den Schweizer Autor Herbert Meier zu sehen. 2004 wurde Claudels Mittagswende an den Münchner Kammerspielen inszeniert; die Produktion wurde zum Berliner Theatertreffen 2005 als eine von zehn herausragenden Inszenierungen eingeladen.

Im Frühjahr 2007 inszeniert Stefan Bachmann am Maxim Gorki Theater Berlin die Claudel Trilogie, erstmals in der Neu-Übersetzung von Herbert Meier.

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Paul Claudel
Autorenbroschüre
Leben und Werk

 

Die Geisel

(L´otage)
Drama in drei Akten
Neu-Übersetzung 2004
(ehemals "Der Bürge")
Deutsch von Herbert Meier
Mitarbeit: Yvonne Meier Haas
1D, 4H
DSE: 17.06.1927, Nationaltheater Mannheim

Im Jahre 1812 flieht Georges de Coûfontaine, neben seiner Cousine Sygne der letzte Überlebende eines französischen Adelsgeschlechts, mit Papst Pius VII, den er aus Napoleons Gefangenschaft befreit hat, nach Lothringen auf den Familienbesitz, eine alte Zisterzienser-Abtei, die Sygne über viele Jahre mühsam wiederaufgebaut hat. Georges erhofft sich politische Konsequenzen, Sygne geht es allein aus religiösen Beweggründen um die Rettung des Papstes. Turelure, der unter Napoleon hochgekommene Sohn von Sygnes Magd, erfährt von der Sache und schlägt Sygne einen Handel vor: Heiratet sie ihn, verrät er weder den Papst noch Georges an die Armee. Sygne bricht den Liebesschwur mit ihrem Cousin und opfert ihr Leben. Der Papst wird zwar freigelassen, aber die Feudalwelt ist dem Untergang geweiht. Der Emporkömmling Turelure eignet sich Titel und Besitz der Coûfontaines an.

Sygnes Tod bleibt rätselhaft. Sie wirft sich bei einem Schusswechsel zwischen Turelure und Coûfontaine und stirbt in der Folge. Bedeutet ihr Tod ein weiteres Selbstopfer, einen Selbstmord, einen Liebestod? Sie liebt Coûfontaine und hofft auf eine Hochzeit im Jenseits, da sich ihre Liebe hier nicht erfüllen kann. Das Kind, das sie Turelure geboren hat, will sie nicht mehr sehen; auch die Frage nach einem Priester beantwortet sie mit Schweigen. Ihr Schweigen ist ein Nein zu den Mächten dieser Welt und zugleich ein Sieg über sie.

Die Geisel zeigt eine von Männern bezielte Selbstvernichtung einer Frau. Sygne wird zum skandalösen Zeichen. Ihr "Opfer" bleibt, wie Claudel sagt, "in der Schwebe".


Dieses Stück ist Teil von:

Claudel Trilogie
Neu-Übersetzungen 2004
Deutsch von Herbert Meier
Mitarbeit: Yvonne Meier-Haas
3D, 6H


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Weitere Stücke der Claudel-Trilogie:

Der Erniedrigte
Deutsch von Herbert Meier
Mitarbeit: Yvonne Meier-Haas

Das harte Brot
Deutsch von Herbert Meier
Mitarbeit: Yvonne Meier-Haas