18.11.6034

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Falk Richter inszeniert David Bowies und Enda Walshs Musical Lazarus am...

UA: "Nicobobinus oder Die verwegene Reise ins ferne Land der Drachen" am Theater der Jungen Welt, Leipzig
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Rückblick: "Hunger. Peer Gynt" am Deutschen Theater
Am 19. Oktober war die Premiere von Sebastian Hartmanns Inszenierung "Hunger....

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"Weißhaupt hat meine Schwester geraubt! Wir müssen sie zurückholen!" Aber...

Deutscher Kindertheaterpreis 2018 für Fabrice Melquiot und "Die Zertrennlichen"
Fabrice Melquiot wurde für sein Stück Die Zertrennlichen mit dem Deutschen...

Premiere: "Die Jüdin von Toledo" am Schauspielhaus Bochum
Mit der Premiere von Die Jüdin von Toledo in der Bühnenfassung von Koen...

Neu bei FBE: "Du springst, ich falle" von Maryam Madjidi
In ihrem viel diskutierten, autobiografischen Debüt erzählt Maryam Madjidi...

Neu bei FBE: "Kopfkino" von Thomas Zaufke und Peter Lund
Lennard kann sich nie entscheiden. Aber zumindest eine Sache hat er...

Premiere: "Little Voice" am Theater Paderborn
Am Theater Paderborn inszeniert Katharina Kreuzhage Little Voice von Jim...

UA: "Scham" am Theater Oberhausen
Am 30.11. wird Scham von Claudia Tondl am Theater Oberhausen uraufgeführt....

UA: "Adel verpflichtet" am Ernst Deutsch Theater in Hamburg
Am 29. November ist Uraufführung von Dogberry&Probsteins mörderisch schwarzer...

DSE: "Ein Amerikaner in Paris" am Landestheater Linz
Am 25. November findet am Landestheater Linz die Deutschsprachige...

"Mamma Macchiato" von Tom van Hasselt am Kammertheater Karlsruhe
Ein bisschen Prenzlauer Berg ist überall – so auch in Karlsruhe, wo am 23....

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Einladungen: Franziska Henschel und "Mädchen wie die" beim Augenblick Mal! 2019
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Hauptmann, Gerhart
1862 in Schlesien geboren zählt Gerhart Hauptmann zu den bedeutendsten Vertretern des Naturalismus. Sein umfangreiches Schaffen ausschließlich darauf zu...


Thalheimer, Michael
Geboren 1965 bei Frankfurt am Main. Er begann als Schauspieler am Theater Chemnitz, wo er 1997 auch seine erste Inszenierung herausbrachte. Es folgten...


 

Die Ratten (Fassung Thalheimer)

Berliner Tragikomödie
Fassung von Michael Thalheimer
unter Mitarbeit von Oliver Reese
7D, 5H
Erstaufführung der Fassung: 6.10.2007, Deutsches Theater Berlin

In einem baufälligen Mietshaus wohnen Frau John und ihr Mann, ein Maurerpolier, der meistens auf Arbeit in Hamburg ist. Im Dachgeschoss hat der ehemalige Theaterdirektor Harro Hassenreuter seinen Kostümfundus untergebracht und gibt privaten Schauspielunterricht. Dort putzt Frau John und dort findet ein fataler Handel statt: Frau John überredet das schwangere Dienstmädchen Pauline Piperkarcka, sitzen gelassen und verzweifelt, ihr das Kind zu geben; sie will es als ihr eigenes aufziehen. Als ihr Mann von dem Kind erfährt, freut er sich wahnsinnig und kommt nach Berlin zurück.

Aber das Glück währt nicht lange: Pauline Piperkarcka, von schlechtem Gewissen geplagt, will ihr Kind zurückhaben. Während sich unten im Haus eine Tragödie um das Kind der Piperkarcka anbahnt, erhält im Dachgeschoss Erich Spitta Schauspielunterricht. Frau John unternimmt inzwischen verzweifelte Anstrengungen, ihr erschwindeltes Glück zu retten, indem sie der Piperkarcka das Kind der Nachbarin unterzuschieben versucht. Als das misslingt, beauftragt sie ihren Bruder Bruno, die Piperkarcka einzuschüchtern. Aber Bruno tötet Pauline, und Frau Johns Lügengebäude stürzt ein. Bevor sie festgenommen werden kann, läuft sie auf die Straße und wirft sich in den rollenden Verkehr.

Gerhart Hauptmann hat Die Ratten eine "Berliner Tragikomödie" genannt und die Geschichte der Frau John mit burlesken Szenen um Familie Hassenreuter verwoben. In Michael Thalheimers Stückfassung lassen die komischen Szenen im Dachgeschoss das soziale Drama im Erdgeschoss noch deutlicher werden. Verdichtet zeigt die Handlung auf das Allgemeine: das menschliche Drama.

Im Zentrum stehen hier Frau John und Pauline Piperkarcka – zwei Mütter, die sich bekämpfen. Beide können wegen der Männer, der Sitten, der Zustände, keine Mütter sein. Beide sind durch ihre Ohnmacht unterschwellig miteinander verbunden. Aus dieser Achse hat Thalheimer ein Dreieck gemacht. "Thalheimer rückt den Mann der John, den Maurer aus Altona, zur dritten Hauptfigur nach vorn und gibt neben der Verzweiflung der Frauen und dem larmoyanten Witz Hassenreuters noch der Trauer Raum – und dem Abend eine schmerzhafte Tiefe." (Tagesspiegel, 8.10.2007)

Am Deutschen Theater Berlin spielten unter der Regie von Michael Thalheimer Constanze Becker, Henrike Johanna Jörissen, Katrin Klein, Lotte Ohm, Barbara Schnitzler, Isabel Schosnig, Regine Zimmermann, Michael Benthin, Niklas Kohrt, Horst Lebinsky, Sven Lehmann und Mathis Reinhardt.

Die Produktion wurde als eine der zehn bemerkenswertesten deutschsprachigen Inszenierungen zum Berliner Theatertreffen 2008 eingeladen.

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Weitere Fassungen:

Einsame Menschen (Fassung Thalheimer)

Rose Bernd (Fassung Thalheimer)