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Der eiserne Gustav

von Hans Fallada
Roman von Hans Fallada



Gustav Hackendahl, Herr über dreißig Pferde, eine Frau und fünf Kinder, muss den bitteren Niedergang seines Fuhrgeschäftes und den Zerfall seiner Familie während des 1. Weltkrieges erleben. Doch er wäre nicht der „eiserne Gustav“, wenn er nicht hartnäckig versuchen würde, sich in der Nachkriegszeit wieder aufzurappeln. Vergeblich. Otto, sein ältester Sohn, wird wegen einer heimlichen Heirat vom Vater verflucht und fällt an der Front. Erich, das Lieblingskind, der als Schwarzhändler arbeitet und sich seines Vaters schämt, meidet seine Familie jahrelang, bis er nach einer missglückten Spekulation seinen Vater um Geld bitten muss. Dieser, selbst durch die Inflation dabei, alles zu verlieren, jagt ihn aus dem Haus. Die älteste Tochter wird eine vornehme Dame und bricht ebenfalls mit der Familie, während die jüngere in die kunstseidene „Halbwelt“ abgleitet. Nur der jüngste Sohn scheint seinem Vater ähnlich zu sein. Auch beruflich kann Hackendahl – gegen die übermächtigen Benzin-Droschken anfahrend – eigentlich kaum bestehen. Eigentlich. Denn er hat eine glänzende Idee: An seinem Lebensabend angelangt, macht er sich zu einer viel beachteten Droschkenfahrt nach Paris auf und hilft so, die Gräben zwischen den verfeindeten Nationen ein wenig zuzuschütten und auf symbolischer Ebene Menschlichkeit in Wirtschaftlichkeit und Nationenkampf zu bringen.

Der Episodenroman umfasst den Zeitraum vom 29. Juni 1914 bis zum Herbst 1928 und schildert die  Generationskonflikte der Nachkriegsgesellschaft. Ein Konflikt zwischen alt und neu, jung und alt, Fortschritt und Bewährtem, bei dem es zum Schluss bei Fallada aber doch zu einem Kompromiss kommt. Der Roman entstand auf Anregung Emil Jannings zu einem Drehbuch und basiert auf der wahren Geschichte von Gustav Hartmann. Das geplante Filmprojekt scheiterte, da sich Hans Fallada gegen die Vorgabe des NS-Regimes, Hackendahls Schicksal über das Jahr 1928 hinaus zu schildern, sperrte. Die originale Geschichte Hartmanns wurde 1958 mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle verfilmt.

Hinweis:
Es ist jeder Bühne möglich, in Rücksprache mit dem Verlag eine eigene Adaption von den Werken Hans Falladas zu erstellen.