20.11.2017

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Bild von Hans FalladaFallada, Hans

Hans Fallada wurde am 21. Juli 1893 in Greifswald geboren. Bevor er als freier Schriftsteller leben konnte, war er als Journalist und Angestellter eines Verlages tätig. Bereits in jungen Jahren wurde Fallada alkohol- und morphiumabhängig und kam wegen Unterschlagungsdelikten zweimal vor Gericht. Aus dem Gefängnis entlassen, arbeitete er mehrere Jahre beim Neumünsterer Generalanzeiger. Bereits mit Bauern, Bonzen und Bomben (1931) hatte der Autor großen Erfolg. Der 1932 veröffentlichte Roman Kleiner Mann - was nun? brachte ihm internationale Berühmtheit. Nach der Machtübernahme Adolf Hitlers zog sich Fallada weitgehend aus dem öffentlichen Leben auf sein Landgut in Carwitz (Mecklenburg) zurück. 1944 wurde er wegen eines mutmaßlichen Mordversuchs an seiner Frau Anna in die Landesanstalt Strelitz eingeliefert, später aber wieder freigelassen. Im selben Jahr entstand der Roman Der Trinker (Veröffentlichung posthum 1950), der autobiographische Züge trägt.

Hans Fallada starb am 5. Februar 1947 an den Folgen eines Rückfalls in die Drogensucht.

Auf der Bühne erlangten Falladas Werke als Dramatisierungen nach seinem Tode zunehmend Popularität. So kam 1972 Kleiner Mann - was nun? als Revue von Peter Zadek und Tankred Dorts auf die Bühne des Bochumer Schauspielhauses, es folgten zahlreiche Inszenierungen, u.a. von Gil Mehmert und Volker Bürger am Münchner Volkstheater, Luk Perceval an den Münchner Kammerspielen und Michael Thalheimer am Schauspiel Frankfurt. Zu den bekanntesten Verfilmungen seiner Werke zählen u.a. "Wolf unter Wölfen" (1964; mit Armin Mueller-Stahl), "Jeder stirbt für sich allein" (1975; mit Hildegard Knef), "Der eiserne Gustav" (1979; Regie Wolfgang Staudte), "Der Trinker" (1995; Regie Tom Toelle) mit Harald Juhnke in der Hauptrolle., "Jeder stirbt für sich allein" (2016; mit Emma Thompson, Brendan Gleeson, Daniel Brühl, Regie: Vincent Perez).

Bitte beachten Sie auch unser Hans Fallada-Spezial:
Hans Fallada - eine Wiederentdeckung

Hans Falladas Werk wird im Aufbau Verlag verlegt.


Weitere Informationen zu Hans Fallada

vergrösserte Ansicht zur Broschüre zu Fallada, Hans

Fallada, Hans
Autorenbroschüre
Leben und Werk

 

Der eiserne Gustav

Roman von Hans Fallada


Gustav Hackendahl, Herr über dreißig Pferde, eine Frau und fünf Kinder, muss den bitteren Niedergang seines Fuhrgeschäftes und den Zerfall seiner Familie während des 1. Weltkrieges erleben. Doch er wäre nicht der „eiserne Gustav“, wenn er nicht hartnäckig versuchen würde, sich in der Nachkriegszeit wieder aufzurappeln. Vergeblich. Otto, sein ältester Sohn, wird wegen einer heimlichen Heirat vom Vater verflucht und fällt an der Front. Erich, das Lieblingskind, der als Schwarzhändler arbeitet und sich seines Vaters schämt, meidet seine Familie jahrelang, bis er nach einer missglückten Spekulation seinen Vater um Geld bitten muss. Dieser, selbst durch die Inflation dabei, alles zu verlieren, jagt ihn aus dem Haus. Die älteste Tochter wird eine vornehme Dame und bricht ebenfalls mit der Familie, während die jüngere in die kunstseidene „Halbwelt“ abgleitet. Nur der jüngste Sohn scheint seinem Vater ähnlich zu sein. Auch beruflich kann Hackendahl – gegen die übermächtigen Benzin-Droschken anfahrend – eigentlich kaum bestehen. Eigentlich. Denn er hat eine glänzende Idee: An seinem Lebensabend angelangt, macht er sich zu einer viel beachteten Droschkenfahrt nach Paris auf und hilft so, die Gräben zwischen den verfeindeten Nationen ein wenig zuzuschütten und auf symbolischer Ebene Menschlichkeit in Wirtschaftlichkeit und Nationenkampf zu bringen.

Der Episodenroman umfasst den Zeitraum vom 29. Juni 1914 bis zum Herbst 1928 und schildert die  Generationskonflikte der Nachkriegsgesellschaft. Ein Konflikt zwischen alt und neu, jung und alt, Fortschritt und Bewährtem, bei dem es zum Schluss bei Fallada aber doch zu einem Kompromiss kommt. Der Roman entstand auf Anregung Emil Jannings zu einem Drehbuch und basiert auf der wahren Geschichte von Gustav Hartmann. Das geplante Filmprojekt scheiterte, da sich Hans Fallada gegen die Vorgabe des NS-Regimes, Hackendahls Schicksal über das Jahr 1928 hinaus zu schildern, sperrte. Die originale Geschichte Hartmanns wurde 1958 mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle verfilmt.

Hinweis:
Es ist jeder Bühne möglich, in Rücksprache mit dem Verlag eine eigene Adaption von den Werken Hans Falladas zu erstellen.


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Dieser Stoff liegt auch in folgenden Fassungen vor:

Der eiserne Gustav