30.07.2010

Anmeldung
Bestellung

Sie können bei uns komfortabel online Ansichtsmaterialien zu Sprech- und Musiktheaterstücken (Textbücher, Klavierauszüge) bestellen. Klicken Sie hierzu beim ausgewählten Stück auf Bestellen. Anschließend können Sie weitere Werke bestellen oder Ihre Bestellung abschließen.

Weitere Hinweise zu Bestellbeschränkungen und Kosten.

Kataloge
Amateurtheater
Datenschutz
Bild von Christian LollikeLollike, Christian
Foto: Jan Jul 

Christian Lollike, Jahrgang 1973, arbeitete als Regieassistent von Miguel Rubio am Yayachakani Theater in Lima, Peru, und ist Gründungsmitglied von "The Sheriff", einer Gruppe, die dem vorhersehbaren Theater den Kampf angesagt hat. Im Jahre 2001 schloss er sein Studium des Szenischen Schreibens am Theater Aarhus ab. Zu seinen Werken zählen Hörspiele, Drehbücher und mehrere Theaterstücke, von denen der Einakter "Reunion in Brunau" im Jahre 2000 am Theater Aarhus uraufgeführt wurde.

Sein erstes abendfüllendes Theaterstück Verzeihung, ihr Alten, wo finde ich Zeit, Liebe und ansteckenden Irrsinn? wurde am 20. September 2003 am Stadttheater Boras, Schweden, uraufgeführt. 2004 folgte die Uraufführung seines Stückes Sexy Sally (Dom over skrig) am Katapult-Theater in Aarhus (Dänemark).

In Deutschland kam im Herbst 2005 die von ihm erstellte Theaterfassung nach Lars von Triers Film "Dogville" am Staatstheater Stuttgart zur Uraufführung. Ebenfalls 2005 wurde er in seinem Heimatland Dänemark mit dem Theaterpreis der Theaterzeitschrift Teater1 ausgezeichnet.

Die dänische Hörspielproduktion von Christian Lollikes Stück Das Wunderwerk - The RE-Mohammed-TY Show wurde im Herbst 2006 in Berlin mit dem Prix Europa in der Kategorie "Bestes europäisches Hörspiel des Jahres 2006" ausgezeichnet (Denmarks Radio; Regie: Daniel Wedel).

2008 schrieb er Cosmic Fear oder Der Tag, an dem Brad Pitt Paranoia bekam als Auftragswerk für das Maxim Gorki Theater Berlin, wo es in der Spielzeit 2008/09 Premiere hatte.

2009 entstand im im Rahmen des Projekts "After the Fall. Europa nach 1989" im Auftrag des Goethe-Instituts das Stück Die Geschichte der Zukunft.

Auszeichnungen:

2005: Preis der dänischen Theaterzeitschrift "theater1"

 

Die Geschichte der Zukunft

(Fremtidens Historie)
Idee und Dramaturgie von Christian Lollike und Solveig Gade
Deutsch von Gabriele Haefs
5 Darsteller
UA: 11.09.2009, Det Kongelige Teater Kopenhagen
DSE: September 2010, Theater der Landeshauptstadt Magdeburg

Geschichte, nicht als Vergangenheitsbeschreibung, sondern als Zustandsbeschreibung einer Zukunft, die in der Gegenwart wurzelt, so nähert sich Christian Lollike in seinem Stück Die Geschichte der Zukunft den weitreichenden gesellschaftlichen und politischen Umbrüchen nach dem Mauerfall, die keine Grenzen kannten.

Doch jede Grenzüberschreitung erschafft neue Grenzen, dringt in Befindlichkeiten, Alltagssituationen, Ideologien; trennt auf neue Weise die, die zählen, von denen, die nichts zu sagen haben und unsichtbar werden. Lollike hinterfragt die Globalisierung des demokratischen Gedankens, changiert dabei zwischen karikierend, zynisch und grotesk-offensiv. Die fünf Darsteller sind herausgefordert, auf seine dichte Collage aus Zitaten, philosophischen Diskursen, Reportagen und Werbeslogans einzugehen, rasant in diverse Rollen und Haltungen zu schlüpfen. Sie reden sich um Kopf und Kragen, Ost und West, Absenz und Präsenz, Kunst und das Hier und Jetzt.

Im Prolog lässt Lollike ein satirisches Spiel entstehen: Die Schauspieler sind mit der Aufgabe konfrontiert, den gegenwärtigen Demokratiebegriff zu verorten. Sie erfinden eine Figur, eine Taxifahrerin, die ihnen die Geschichte der Zukunft erzählen und damit das Problem klären soll. Der erste Teil ist ihrer Existenz gewidmet. Irgendwo in Europa fährt sie Tag für Tag durch die Stadt, versucht sie sich mit ihrem Job über Wasser zu halten, teilt Wegstrecken mit allen guten und schlechten Seelen, die eine Stadt zu bieten hat. Bis zu dem Tag, an dem unsichtbare Passagiere zusteigen, ein Kunsthändler in ihrem „echten“ Leben ein wahrhaftes Kunstwerk sieht und sie mit der feiernden High Society am Rande der Stadt in einem Flüchtlingslager landet, das wie ein Vergnügungspark anmutet. Im zweiten Teil bekommen Flüchtlinge eine Stimme. Ihre Schicksale werfen Schlaglichter auf die Krisengebiete der Welt. Eine Welt, die im dritten Teil wieder aus der Sicht der Taxifahrerin geschildert wird, zerrissen zwischen dem, was sie ist und was sie gesehen/nicht gesehen hat, ermutigt und entmutigt zum Agieren, auf welche Art und Weise auch immer. Irgendetwas wird passieren.

Die Geschichte der Zukunft entstand als Auftragswerk des Goethe-Instituts im Rahmen des Projekts "After the Fall. Europa nach 1989".


Nachrichten zu diesem Stück anzeigen

Premieren zu diesem Stück
September 2010, Magdeburg, Theater der Landeshauptstadt