16.11.8240

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UA: "Nicobobinus oder Die verwegene Reise ins ferne Land der Drachen" am Theater der Jungen Welt, Leipzig
Am 17.11.2018 kommt Katrin Langes Stück Nicobobinus nach dem Roman von Terry...

Neu bei DESCH: "Zwei Lügen, eine Wahrheit" von Sébastien Blanc und Nicolas Poiret
Am Abend des 27. Hochzeitstages macht Philippe den großen Fehler, seiner Frau...

Rückblick: "Hunger. Peer Gynt" am Deutschen Theater
Am 19. Oktober war die Premiere von Sebastian Hartmanns Inszenierung "Hunger....

Neu bei FBE: "Siri und die Eismeerpriaten" von Frida Nilsson
"Weißhaupt hat meine Schwester geraubt! Wir müssen sie zurückholen!" Aber...

Deutscher Kindertheaterpreis 2018 für Fabrice Melquiot und "Die Zertrennlichen"
Fabrice Melquiot wurde für sein Stück Die Zertrennlichen mit dem Deutschen...

Premiere: "Die Jüdin von Toledo" am Schauspielhaus Bochum
Mit der Premiere von Die Jüdin von Toledo in der Bühnenfassung von Koen...

Neu bei FBE: "Du springst, ich falle" von Maryam Madjidi
In ihrem viel diskutierten, autobiografischen Debüt erzählt Maryam Madjidi...

Neu bei FBE: "Kopfkino" von Thomas Zaufke und Peter Lund
Lennard kann sich nie entscheiden. Aber zumindest eine Sache hat er...

Premiere: "Little Voice" am Theater Paderborn
Am Theater Paderborn inszeniert Katharina Kreuzhage Little Voice von Jim...

UA: "Scham" am Theater Oberhausen
Am 30.11. wird Scham von Claudia Tondl am Theater Oberhausen uraufgeführt....

UA: "Adel verpflichtet" am Ernst Deutsch Theater in Hamburg
Am 29. November ist Uraufführung von Dogberry&Probsteins mörderisch schwarzer...

DSE: "Ein Amerikaner in Paris" am Landestheater Linz
Am 25. November findet am Landestheater Linz die Deutschsprachige...

"Mamma Macchiato" von Tom van Hasselt am Kammertheater Karlsruhe
Ein bisschen Prenzlauer Berg ist überall – so auch in Karlsruhe, wo am 23....

Premiere: "Rheinische Rebellen" am Schauspiel Köln
Am 23. November feiert das Schauspiel Köln die Premiere von Rheinische...

"Lazarus" von David Bowie und Enda Walsh am Deutschen Schauspielhaus Hamburg
Falk Richter inszeniert David Bowies und Enda Walshs Musical Lazarus am...

UA: "Die Verschwörerin" am Theater Basel
Joël Lászlós neues Stück Die Verschwörerin kommt am 2. November am Theater...

Einladungen: Franziska Henschel und "Mädchen wie die" beim Augenblick Mal! 2019
Franziska Henschel ist mit ihrer Stückentwicklung "Nachts" zum Augenblick...


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Bild von Sara  StridsbergStridsberg, Sara
Foto: Robert Blombäck 

Die 1972 bei Stockholm geborene Autorin schreibt über Frauen, die sich Grenzsituationen stellen. So wie Sally Bauer, die Protagonistin ihres 2004 erschienenen Romandebüts „Happy Sally“, die als erste Skandinavierin den Ärmelkanal durchschwamm. Nachdem Stridsberg das feministische S.C.U.M.-Manifest von Valerie Solanas aus dem Jahr 1968 ins Schwedische übersetzt hatte, entstand der Roman „Traumfabrik“ als fiktionale Erzählung über die Schriftstellerin Valerie Solanas, die Frau, die auf Andy Warhol schoss. Das Buch ist im Herbst 2010 in deutscher Sprache erschienen. In ihrem Stück Valerie Solanas, Präsidentin von Amerika! hat sie den Stoff für die Bühne bearbeitet. Dieses Werk und Medealand, Stridsbergs aktualisierte Version des Medeamythos, wurden am Königlichen Dramatischen Theater in Stockholm mit prominenter Besetzung gezeigt. Für ihren Roman "Darling River" erhielt Stridsberg den Tidningen VI:s Literaturpreis 2010.

 

Medealand

Deutsch von Jana Hallberg
5D, 2H, 2 Kinder
UA: 21.02.2009, Dramaten Stockholm
frei zur DSE

Medea ist eine leidenschaftliche, ungestüme Frau, deren Scheitern vorprogrammiert ist. Bei Sara Stridsberg steht sie zwischen allen Liebespolen: der Mutter, die ihre stolze Tochter von Anfang an mit Liebe verwöhnt hat, ihrem Mann Jason und den beiden Söhnen, die der Verbindung mit Jason entstammen. Stridsberg führt die Figur der Göttin ein, sie ist Psychiaterin und Medeas innere Stimme zugleich. Medeas fiebriger krankhafter Zustand wird von dieser Instanz medizinisch nüchtern protokolliert. Die Kränkung des Verlassenseins zerfrisst Medeas Seele und treibt sie an den Abgrund.
Jason ist frisch verliebt, er hat die Barbarin gegen eine moderatere Frau aus gutem Haus getauscht und will nun die Altlast loswerden. Wenn nötig mit Unterstützung von Polizei und Zwangsjacke. Hilfe ist weder von der Göttin zu erwarten, noch von König Kreon, der die fremde Schöne begehrt, aber noch mehr fürchtet. Medea ist allein mit ihrem "zerbrochenem Herzen", das als Krankheit nicht anerkannt wird und bleibt ökonomisch von Jasons abhängig, denn alle Verbindungen zu ihrer Heimat sind gekappt. Die Kinder sind in dieser Lage alles, was ihr geblieben ist. Und sie sind das letzte Band, das sie mit Jason verbindet. Medea spürt ihre Rachegelüste anschwellen und fürchtet schon das eigene Tun, bevor die Pläne klar vor ihren Augen stehen. Sie plant, Jasons neue Frau zu töten, doch in ihrer bodenlosen Kränkung reift ein unerhörter Plan für den letzten, schrecklichen und endgültigen Befreiungsschlag.

Sara Stridsbergs Medealand stützt sich auf Euripides, rückt aber die tragische Figur in ein neues Licht, indem sie sich auf den psychischen Ausnahmezustand dieser Figur konzentriert. Aus dem klinischen Blick auf die ursprünglich unpsychologisch angelegte Figur, ergibt sich eine radikale Aktualität und verblüffende Nähe des antiken Stoffs. Aus der schillernden Zauberin ist im 21. Jahrhundert eine rechtlose, pathologisierte Asylantin geworden. Stridsberg lässt Medeas Tat nicht allein stehen. Sie reiht sie ein in die Verzweiflungstaten anderer Mütter.

Hinweis:
Für dieses Stück können Aufführungsrechte
an Amateurtheater erst nach der deutschsprachigen Erstaufführung vergeben werden.

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