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Robert Koalls Bühnenfassung von Schöne neue Welt nach dem Roman von Aldous...

DSE: "Das Mädchen von weither" von Emma Broström an der Neuen Bühne Senftenberg
Am 19. Januar bringt die Neue Bühne Senftenberg Emma Broströms Stück Das...

Zum Wiederentdecken: "Bach. Das Leben eines Musikers." von Thomas Sutter
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Premiere: "Mädchen wie die" am Jungen Schauspiel Hannover
Evan Placeys vielfach ausgezeichnetes Coming-of-Age-Stück Mädchen wie die...

Neu bei FBE: "Frau Luna" von Paul Lincke in der Fassung der Bar jeder Vernunft, Berlin
Einmal Mond und zurück, bitte! Nach Im weißen Rössl präsentiert die "Bar...

Neu bei FBE: "Der Vogel Anderswo" von Stephan Wolf-Schönburg
In Damaskus lebt der kleine Nunu. Sein bester Freund ist ein kleiner Vogel....

Neu bei FBE: "Kuno kann alles" von Henry Mason
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Premiere: "Hier kommt keiner durch!" an den Wuppertaler Bühnen
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Aktuelles: "Alles Schwindel" von Mischa Spoliansky und Marcellus Schiffer am Maxim Gorki Theater, Berlin
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Aktuelles: "Die Regeln des Sommers" in der Regie von Hannah Biedermann am Jungen Nationaltheater Mannheim
Am 10. Dezember brachte die FAUST-Preisträgerin Hannah Biedermann ihre...

Aktuelles: "Alice" von Tom Waits und Robert Wilson am Metropoltheater München
Am 23.11.2017 hatte Alice von Tom Waits und Robert Wilson am Metropoltheater...


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Bild von Anja HillingHilling, Anja
Doris S.-Klaas (Tagesspiegel) 

Anja Hilling absolvierte das Studium der Germanistik und Theaterwissenschaft an der FU Berlin sowie "Szenisches Schreiben" an der UdK Berlin. Parallel dazu kellnerte sie in einer Bar in Berlin Kreuzberg.

Ihr erstes Theaterstück Sterne wird 2003 zum Stückemarkt des Berliner Theatertreffens eingeladen und dort mit dem Preis der Dresdner Bank für neue Dramatik ausgezeichnet. Ihr folgendes Stück, die Tragikomödie Mein junges idiotisches Herz wird 2005 in einer Inszenierung der Münchner Kammerspiele zu den Mühlheimer Theatertagen eingeladen. Im selben Jahr wird Anja Hilling in der Kritikerumfrage von Theater heute zur Nachwuchsautorin der Saison gewählt.

Mit dem Zivilisationsdrama Schwarzes Tier Traurigkeit (2007) gelingt Anja Hilling der Durchbruch im Ausland. Das Stück wird auf großen Bühnen in Europa, u.a. dem La Colline in Paris und dem Königlich dramatischen Theater Stockholm (dramaten) gezeigt. Das Jugenddrama Sinn (2007) entsteht in Kooperation des Thalia Theaters Hamburg und der Comédie de Saint-Étienne.

2011 schreibt sie der Garten, ein Fünfakter über das Spannungsfeld von Kunst und Kritik. Das Stück wurde am Schauspielhaus Wien uraufgeführt, wo auch ihr Werk Sinfonie des sonnigen Tages 2014 zur Uraufführung kommt.

Seitdem sind u.a. Massiver Kuss (Auftrag für das Theater Bonn), Mittagswende. Die Stunde der Spurlosen (Auftrag für das Theater Basel) und Lenz Ewiger Durst (Auftrag für Dramaten, Stockholm) entstanden.


Auszeichnungen / Einladungen - Übersicht:

2014: Nominierung "Deutscher Jugendtheaterpreis 2014" für was innen geht

2009: Einladung zu den Autorentheatertagen, Thalia Theater Hamburg, mit dem Auftragswerk Radio Rhapsodie

2005: "Nachwuchsautorin der Saison" (Kritikerumfrage von "theater heute"); Einladung zu den Werkstatttagen an der Burg 2005, Burgtheater Wien; Einladung zu den Autorentheatertagen, Thalia Theater Hamburg, mit Protection; Einladung von Mein junges idiotisches Herz zu den Mülheimer Theatertagen (Werkstattinszenierung der Münchner Kammerspiele)

2003: Einladung zum Stückemarkt des Berliner Theatertreffens mit Sterne und Auszeichnung mit dem Preis der Dresdner Bank für junge Dramatik; "International Residency" am Royal Court Theatre, London

 

der Garten

3D, 4H
UA: 10.12.2011, Schauspielhaus Wien

"Aber dann hat sie ihn vergessen.
Den wesentlichen Schritt. Ins Studio der Gedanken
Und ist hängengeblieben. Im Garten der Euphorie."

Der legendäre Rockstar Sam Embers feiert in der Berliner Wuhlheide sein Comeback. Antonia, allzu routinierte Musikredakteurin und Sprachkünstlerin, mit Ach und Krach noch als jung zu bezeichnen, ist zugegen. Im Konzert reißt es Antonia aus ihrer distanzierten Sicht auf die Dinge. Wie vom Blitz getroffen, vergisst sie das Analysieren und gibt sich der Begeisterung, dem Augenblick hin. Magnetisch angezogen von dem Star der Artrockszene, der anders ist und etwas zu verstehen scheint vom Dialog mit dem Universum.
Embers sucht eine Gärtnerin, Antonia heuert an, bricht mit ihrem schicken, langweiligen, ironieverseuchten Leben und lässt Freund und Dachgeschoss hinter sich.
Wolfgang und Georg, die Polizeibeamten, die Antonia später im Garten finden, bewältigen melancholisch den Spagat zwischen Philosophie und Spurensicherung. Und dazwischen lässt Anja Hilling Blumen sprechen. Sie heißen Darjeeling Red, Beauty of Livermere und New Dawn und pflegen eine elegante Gelassenheit. Das Leiden der Großstädter an sich selbst und am körperlichen Verfall kommentieren sie klug und ein bisschen maliziös. Ihnen liegt das Wachsen und Vergehen schließlich im Blut. Keine Angst vor einem hässlichen Ende. Sie sind der Chor, die Zuschauer, die Interpreten und werden noch da sein, wenn die Natur Oberhand gewinnt und alles auf Anfang geht. Vielleicht.

Anja Hilling schreibt ein komplexes Stück über Großstädter, die „zum Glück zu klug“ sind, über ihre Denkbewegungen und die Suche nach Auswegen aus ihrer stillgelegten Existenz. Mit feinem schwarzem Humor, messerscharfen Bildern und einem reichen, sprachlichen Register erfasst Hilling den Gedankenapparat der Figuren. Und stellt dagegen das wilde Sprießen und die pralle Selbstgewissheit der Pflanzen, die auf der Seite der Ewigkeit stehen. der Garten folgt dabei dem klassischen Aufbau der Tragödie.

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