21.11.2017

Aktuelle Nachrichten

"Die Orestie" am Thalia Theater in Hamburg
Am 21. Oktober feierte Aischylos' Werk Die Orestie in der Bearbeitung von...

UA: "Eine Weihnachtsgeschichte" von Philipp Löhle nach Charles Dickens
Die Geschichte ist bekannt: Der hartherzige Geldverleiher Ebenezer Scrooge...

Neu bei FBE: "Blütenzeit (Blossom Time)" von Dorothy Donnelly und Sigmund Romberg
Blütenzeit ist die amerikanische Version des Wiener Singspiels "Das...

"Alice" am Metrolpoltheater München
Herzlichen Glückwunsch zum Nichtgeburtstag und toi, toi, toi dem Münchener...

UA: "Nachts" von Franziska Henschel am Theater Oberhausen
Was passiert eigentlich mit der Welt, wenn ich die Augen zumache? Wie kommen...

"Wartesaal" von Lion Feuchtwanger an den Münchner Kammerspielen
In Lion Feuchtwangers berühmter Wartesaal-Trilogie bestehend aus den Romanen...

DER FAUST für Hannah Biedermann
Am Freitag ist Hannah Biedermann der Deutsche Theaterpreis DER FAUST...

Brüder-Grimm-Preis 2017 für "NASSER #7Leben"
Der mit 10.000 Euro dotierte Brüder-Grimm-Preis des Landes Berlin geht in...

Neu bei FBE: "Mit deinem Bein im Mund lässt es sich viel leichter ich liebe dich Luka sagen" von Marcus Peter Tesch
Körper hängen wie geschlachtete Tiere von der Bühnendecke. Es sind die...

NEU bei Desch: "Jugendliebe" von Ivan Calbérac
Antoine Chopin hat alles – eine wunderschöne Freundin, beruflichen Erfolg und...


Archiv

Aktuelle Stücke
Aktuelle Premieren
Aktuelle Premierenberichte
Meisel, Will

Will Meisel, eigentlich August Wilhelm Meisel, wurde am 17. September 1897 als Sohn des Ballettmeisters Emil Meisel und seiner Frau Olga Meisel geboren.
Bereits ab dem fünften Lebensjahr bekam er Musik- und Ballettunterricht und war so schon im Alter von neun Jahren Mitglied im Ballett der damaligen "Königlichen Hofoper" Unter den Linden. Nach dem Ersten Weltkrieg hatte er 1918 bis 1923 eine Anstellung als Tänzer an der "Staatsoper Berlin".
Drei Jahre später entschied er sich, seine Tänzerkarriere zu beenden und stattdessen Verleger zu werden. So gründete er am 15. Mai 1926 die "Edition Meisel & Co. GmbH". Sein erster Verlagstitel war "Ilona", zu dem seine erste Frau den Text verfasst hatte. Als diese Ehe zerbrach, heiratete er die Kammersängerin Eliza Illiard. Aus dieser Ehe gingen die Söhne Peter und Thomas hervor.
Ab 1933 sympathisierte er mit den Nationalsozialisten und komponierte Filmmusik, Operetten aber auch NS-Propagandastücke. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb er in Berlin, eröffnete seine eigene Tanzschule und betätigte sich außerdem als Filmproduzent.

Will Meisel schrieb die Musik zu 44 Tonfilmen, 8 Operetten sowie zu bis heute bekannten Evergreens und Liedern wie "Berlin bleibt doch Berlin" und "Wir wollen Freunde sein fürs ganze Leben". Für sein Schaffen wurde er mit dem "Paul-Lincke-Ring" und dem "Bundesverdienstkreuz" ausgezeichnet.

Meisel starb am 29. April 1967 in Müllheim, Baden-Württemberg.

 

Die Frau im Spiegel

(Ein Walzer für dich)
Musikalisches Lustspiel in 3 Akten
von Theo Halton und Günther Schwenn
nach der Komödie "Meine Frau, die Hofschauspielerin" von Möller und Sachs
Liedertexte von Günther Schwenn, Hans Hannes, Bruno Balz, Kurt Schwabach, Karl Jakob
Musik von Will Meisel
2D, 9H, Statisten, Chor und Ballett
Orchesterbesetzung: Fl I, II, Ob I, II, Klar I, II, Fg I, II, Hr I, II, III, IV, Trp I, II, Pos I, II, III, Schl I, II, III, Hrf, Vl I, II, Va, Vc, Kb
Fassung von 1967 als Musikalisches Lustspiel (ohne Chor und Ballett)
UA: 22.03.1935, Komische Oper Berlin Berlin

Die gefeierte Sängerin Karla hat den erfolglosen Operettenkomponisten Hans Hellmer geheiratet. Ihre Ehe kriselt: Im Schatten seiner erfolgreichen Frau verlangt Hans ihren Rückzug von der Bühne; sie hat das probeweise Dasein als Hausfrau satt. Hans jüngstes Werk, "Die Frau im Spiegel", zu der er auch das Libretto geschrieben hat, thematisiert die Ehekrise. Selbstverständlich zeigt sich die Frau hier am Ende einsichtig. Das Werk wird unter dem Pseudonym Willi Wolters eingereicht. Bisher haben alle Bühnen das Stück abgelehnt. Überraschend hat sich der Regisseur des Neuen Operettentheaters, an dem Karla bis zur Heirat als erste Sängerin engagiert war, zu einer Uraufführung entschlossen, will Karla als Sängerin engagieren. Als Hans den Namen des Verfassers, Willi Wolters, hört, willigt er "großzügig" ein.

Nach Karlas Meinung muss das Finale des 2. Aktes unbedingt geändert werden. An dieser Stelle gesteht die Protagonistin des Stückes demütig ihre alleinige Schuld an den Eheproblemen. Natürlich braucht man für die Änderung den Autor. Als dieser in der Figur von Willi Wolters, ein Maler und Studienfreund von Hans, anreist, gerät Hans gehörig ins Schwitzen. Doch Willi meistert die Situation clever und geschickt. Selbstverständlich möchte der "Autor" des Stückes keine Änderungen vornehmen und wird dabei wortkräftig von Hans unterstützt. Karla wirft Hans vor, dass er ihr einen Misserfolg wünsche. Dennoch werde sie im Sinne des Autors alles für eine gelungene Aufführung tun.

Die Premiere ist ein voller Erfolg und Hans muss sich als Autor der Operette vorstellen. Doch Karla ist das schon kein Geheimnis mehr. Beide lassen sich glücklich feiern und erkennen, dass sie beruflich und privat ein erfolgreiches Team sind.

Die Aufführungsrechte für dieses Werk vertritt Felix Bloch Erben im Auftrag der Edition Meisel GmbH, Berlin.