22.05.2017

Aktuelle Nachrichten

Premiere: "Auerhaus" von Bov Bjerg am Deutschen Theater Berlin
Nach Düsseldorf, Wiesbaden, Augsburg, Hannover, Dresden und Darmstadt kommt...

UA: "Das neue Jerusalem" von Arna Aley am Wolfgang Borchert Theater Münster
1534 predigt in Münster der weitgereiste Schneider, Kaufmann, Gastwirt,...

"Ich lebe in einem wilden Wirbel!" - Zum 35. Todestag von Irmgard Keun
"Sie haben Humor wie ein dicker Mann, Grazie wie eine Frau, Herz, Verstand...

UA: "Metapolis" von Hannah Biedermann und dem Ensemble des Jungen Staatstheaters Braunschweig
In der Regie von Hannah Biedermann gelangt am 13. Mai die theatrale...

Preise für Hannah Biedermann und Joël László beim Heidelberger Stückemarkt
Am Sonntagabend ist der 34. Heidelberger Stückemarkt zu Ende gegangen. Unter...

Neu bei FBE: "Préludes" von Dave Malloy
Nachdem Sergej Rachmaninow mit seinem Prélude cis-Moll bereits als...

Neu bei FBE: "Lazarus" von David Bowie und Enda Walsh
Thomas Newton, der Außerirdische, kam auf die Erde, um Wasser für seinen...

Neu bei FBE: "Zwischen Himmel und Erde" und "Die Brüllbande" von Jörg Isermeyer
Rico ist ein Superheld, einer wie Spiderman: Keine Mauer ist ihm zu hoch,...

Neu bei FBE: "Schimmerndes Wasser" von Johanna Emanuelsson
Es ist ziemlich düster im Leben der beiden elfjährigen Mädchen Manisha und...

"Hedwig and the Angry Inch" in Kassel
Hedwig ist wieder da! John Cameron Mitchells und Stephen Trasks Kult-Musical...

stoffrechte.de geht mit der Leipziger Buchmesse 2017 online!
FBE Stoffrechte gehört zum Verlag Felix Bloch Erben mit Sitz in Berlin...


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Bild von Nico DostalDostal, Nico

Der 1895 im niederösterreichischen Korneuburg in der Nähe Wiens geborene Nico Dostal musste auf Wunsch seines Elternhauses Jura studieren, wandte sich indessen heimlich der Musik zu und studierte Kirchenmusik in Wien. Nach seinem Militärdienstes im 1. Weltkrieg entschied er sich allerdings für die Theaterlaufbahn und begann als Kapellmeister in Innsbruck. Nach mehr oder weniger enttäuschenden Stationen in St. Pölten und in Salzburg entschloss er sich 1924, in Berlin als Arrangeur und Kopist bei einem Musikverlag zu arbeiten.

Es folgen mit Gelegenheitsarbeiten verbrachte Jahre, nach erstem Scheitern in Berlin eine Kapellmeistertätigkeit bei einer Revue-Tournee mit Anita Berber, die vorübergehende Rückkehr in die Heimat und ein Neubeginn in Berlin. Nach Erfolgen mit Schlagern komponiert er seine erste Operette, die ihm zum großen Durchbruch verhilft: Clivia, mit Lillie Claus, Dostals späterer Frau, in der Titelpartie und dem jungen Erik Ode. Für die Inszenierung ist der junge Ballettmeister Heinz Lingen verantwortlich.

Von nun an reiht sich Erfolg an Erfolg, "Clivia" wird an über 90 Bühnen in Deutschland nachgespielt, 1934 folgt, ebenfalls mit Lilli Claus in der Hauptrolle, Die Vielgeliebte, 1935 Prinzessin Nofretete, 1937 "Monika" und 1938 "Die ungarische Hochzeit". Auch als Filmkomponist ist Dostal begehrt. Er schrieb die Musik für "Kaiserwalzer" mit Marta Eggert, "13 Stühle" mit Heinz Rühmann, "Fiakerlied" mit Paul Hörbiger, "Die Geierwally" mit Heidemarie Hatheyer und "Glück bei Frauen" mit Johannes Heesters. 1943 kehrt er nach Österreich zurück.

Nach dem 2. Weltkrieg kann Dostal mit "Doktor Eisenbart", dem "Versuch eines Volks-Spectaculums für Schauspieler mit Bänkelsängern und Chansons" (UA 1952 in Nürnberg), und mit dem Zauberstück Der dritte Wunsch (UA 1954 in Nürnberg) kaum an seine alten Erfolge anknüpfen. Die große Zeit der Operette ist für ihn vorbei. Er stirbt 1981 im Alter von 85 Jahren in Salzburg.

 

Prinzessin Nofretete

Operette in zwei Akten und einem romantischen Zwischenspiel
Libretto von Rudolf Köller, Musik von Nico Dostal
2D, 5H, Chor, Ballett
Orchesterbesetzung: Fl I, II (mit Pic), Ob, Klar I, II, Fg, Hr I, II, III, Trp I, II, Pos I, II, III, Hrf, Kl (auch Cel), Vl I,II, Va, Vc, Kb, Schl / Bühnenmusik: A.Sax, T.Sax, Trp, Pos, Kl, Schl
UA: 12.09.1936, Oper Köln

Es ist heiß in Ägypten und die Sonne scheint den Leuten ordentlich auf den Kopf. Trotzdem kommt das Team um den großen Archäologen Lord Callagan nicht umhin, sich über den neuesten Sensationsfund zu freuen: Die Grabkammer der Prinzessin Nofretete, Tochter des großen Pharao Rampsinit. In die allgemeine Freude stolpert mit großem Hallo die aufgedrehte Fremdenführerin Polli. Wie es der Zufall so will, erkennt sie in Callagans Assistent Totty ihren Verflossenen und ihr Herz fängt sofort wieder Feuer. Der gut betuchte Totty soll nun allerdings die Tochter des Chefs, die steinreiche Claudia heiraten – so will es Lord Callagans Businessplan. Claudia aber hat sich schon ganz und gar auf den unbetuchten, aber schlauen Hjalmar eingeschossen.

Also läuft ein jeder erstmal verzweifelt verliebt und sinnlos die Stacheln einer Stachelgurke zupfend (Gänseblümchen gibt es nicht in Ägypten) durch die Wüste – bis Claudias äußerst kratzbürstiges Gebaren bei der unfreiwilligen Verkündung ihrer Verlobung den Wahrsager Abu auf den Plan ruft. Dieser orakelt, dass Claudia egal, was Callagan auch anstellt, auf jeden Fall das Schicksal der Prinzessin Nofretete ereilen wird. Wie dieses Schicksal aussieht, kann er allerdings nicht sagen, da müsste schon selbst jemand in die Grabkammer klettern und nachgucken. Callagan, der schon seine schönen Pläne platzen sieht, geht freiwillig und bekommt furchtbare Gewissheit. Dem Grab entstiegen und in die Londoner Heimat zurückgekehrt, veranstaltet er einen lustigen Theaterabend, um die Weissagung als Bühnenspektakel zu präsentieren. Natürlich schummelt er dabei und schreibt die Geschichte etwas um. Dummerweise nimmt die Wahrheit das Hintertürchen …

Ein turbulentes Liebeschaos von Nico Dostal mit augenzwinkernden Dialogen, schmissigen Liedtexten und ausgesprochen ägyptischen Tanzeinlagen.

Felix Bloch Erben vertritt das Werk in Kooperation mit dem Thalia Verlag (Richard Birnbach).

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