18.07.2018

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Sommertheater: Unsere Premieren im Juli und August
Wie schon im Juni freuen wir uns über viele Sommertheater-Premieren im Juli...

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Neu bei FBE: "Little Me" von Cy Coleman
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Zum Wiederentdecken: "33 Variationen" von Moisés Kaufman
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Else-Lasker-Schüler-Stückepreis 2018 für Nele Stuhler
Nele Stuhler gewinnt mit Fische den ersten Else-Lasker-Schüler-Stückepreis...

Sommertheater: Unsere Premieren im Juni
Es ist wieder Sommertheater-Zeit! Unsere Freilicht-Premieren im Juni:...

Deutscher Kindertheaterpreis und Deutscher Jugendtheaterpreis: Fünf Stücke auf der Auswahlliste
Wir freuen uns über fünf Stücke aus unserem Programm auf den diesjährigen...

Ingeborg-Bachmann-Preis 2018: Martina Clavadetscher und Bov Bjerg
Martina Clavadetscher und Bov Bjerg wurden zu den 42. Tagen der...

Österreichischer Musiktheaterpreis für "In 80 Tagen um die Welt" von Gisle Kverndokk und Øystein Wiik
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Bild von Martin BellemareBellemare, Martin
© Francis-William Rhéaume 

Martin Bellemare, aufgewachsen in Québec, lent in Montréal. 2008 schloss sein Studium "Szenisches Schreiben" an der École nationale de Théâtre du Canada ab. Für sein Werk "Le Chant de Georges Boivin" erhielt er 2009 den Québecer Nachwuchs-Preis "Gratien-Gélinas" der CEAD. Mit seinem Jugendtheaterstück "Ein Schloß auf dem Rücken", ein modernes Königsdrama, wurde er im November 2012 zum Festival "Primeurs" in Saarbrücken eingeladen.

Die Entstehung von Die einzige wahre Freiheit wurde vom Centre National de Théâtre in Frankreich gefördert und von einer Kommission von Lektoren der Comédie-Française ausgewählt. Das Werk kam im Januar 2013 im "Théâtre de La Rubrique" in Saguenay, Québec, in der Regie von Christian Fortin zur Uraufführung.
Neben seiner Theaterarbeit leitet Martin Bellemare Schreibwerkstätten und unterrichtet Kulturvermittlung im Raum Montréal.

 

Die einzige wahre Freiheit

(La liberté)
Frank Heibert
2D, 4H
UA: 30.01.2013, Théâtre La Rubrique Saguenay, Québec
frei zur DSE

Ein sicherer Arbeitsplatz, gutes Gehalt und die Rente besiegelt, für Paul maßgebliche Faktoren für ein angenehmes Leben: Das Beamtendasein ist in seinen Augen schlichtweg wundervoll. Dass es in seiner Behörde um Leben und Tod geht und manch einer das Gebäude nicht mehr auf eigenen Füßen verlässt, stellt für Paul keinen Gewissenskonflikt dar. Jeder mündige Bürger ist schließlich frei in seiner Entscheidung, den staatlichen "Service" in Anspruch zu nehmen. Anderer Meinung ist Ehefrau Mary. Gegen ihre latent moralinsauren Zweifel ist Paul resistent. Mary derweil trifft Pauls Freund und Kollegen Peter auch privat. Das Ehe-Aus zu verkünden, wie Peter fordert, schiebt sie lethargisch vor sich her. Paul, im trügerischen Sicherheitsgefühl der guten Gehaltszahlungen, scheint jegliches Feingefühl für den Ernst der Lage abhanden gekommen zu sein.
Auch Sohn Max, gerade mal volljährig, reizt das Geld. Da der Arbeitsmarkt wenig Alternativen bietet, sprich der Sohn nicht unterzubringen war, hat Paul ihm einen Job in seiner Behörde nahegelegt.

In Papas Behörde verwechselt Max bei der Datenaufnahme der Kandidaten schon mal Berufliches mit Privatem, bleibender Eindruck vom ersten Arbeitstag ist die Telefonnummer einer jungen Frau. Mary ist in Sorge, sie fürchtet die Arbeit könnte sich nachteilig auf Maxens Charakter und sogar auf seinen Gesundheitszustand auswirken. Paul beschwichtigt: nicht Max, sondern seine Kunden werden daran zu Grunde gehen. Der Sohn erledigt seine Arbeit bedenkenlos, bis Mary auftaucht und den "innovativen" Service der Behörde selbst in Anspruch nehmen will.

Martin Bellemare legt mit Die einzige wahre Freiheit ein vielschichtiges und prägnantes Werk vor, das klug mit überraschenden Wendepunkten spielt. Das innerfamiliäre Drama verknüpft er elegant und raffiniert mit profunder Gesellschaftskritik. Die Maxime des eigenen Wohlstands, die für Paul, diesem treuen Hüter seines Systems, einer moralisch-gesellschaftlichen Verantwortung stets übergeordnet war, wird ihm zum grausigen Verhängnis.

Hinweis:
Für dieses Stück können Aufführungsrechte
an Amateurtheater erst nach der deutschsprachigen Erstaufführung vergeben werden.

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