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Neu bei FBE: "Tewje" ein Ballett von Richard Wherlock und Olivier Truan
Beginnendes 20. Jahrhundert. Tewje, der Milchmann, lebt in dem kleinen...

UA & SE: "Begleiterscheinungen" am Theater an der Kö und "Unter falschen Brüdern" am Theater Matte
Begleiterscheinungen von Peter Buchholz wird am 5. April am Theater an der Kö...

Neu: "Grete Minde" von Kay Wuschek nach Theodor Fontane
"Ein unbillig Recht, ein totes Recht" widerfährt Grete, Tochter einer...

GEH DICHT DICHTIG! Ein lautpoetischer Dialog
In GEH DICHT DICHTIG! tritt die Autorin Ruth Johanna Benrath in einen...

UA: "lauwarm" von Sergej Gößner am Jungen Schauspielhaus Hamburg
Am Jungen Schauspielhaus Hamburg ist am 7. April die Uraufführung von Sergej...

UA: "Die Verlobung in St. Domingo" von Necati Öziri am Schauspielhaus Zürich
Am 4. April ist die Uraufführung von Die Verlobung in St. Domingo - Ein...

Neu: "Karl und Rosa. Für Geister Eintritt frei" von Felicia Zeller
Deutschland im Taumel der Novemberrevolution 1918. Döblin entwirft das...

Rückblick: "Am Rand (Ein Protokoll)" von Philipp Löhle am Staatstheater Nürnberg
Am 9. März war die Uraufführung von Philipp Löhles neuem Stück Am Rand (Ein...

UA: "Der Hase mit den Bernsteinaugen" am Landestheater Linz
Edmund de Waal rollt in seinem Bestseller Der Hase mit den Bernsteinaugen die...

KinderStückePreis 2019: Nominierungen für "Die Eisbärin" und "Ich, Ikarus"
Zwei Kinderstücke aus unserem Programm wurden zu den diesjährigen Mülheimer...


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Bild von Georg LichteneggerLichtenegger, Georg

Georg Lichtenegger, geboren 1983, ist bei Regensburg auf einem Bauernhof aufgewachsen und betreibt diesen auch weiterhin mit seinem Vater Georg sen. Nach einer Ausbildung zum Steuerfachangestellten absolvierte er einen Bachelor of Recording Arts in München und einen Master in Medienkunst an der Bauhaus Universität in Weimar. Als freier Regisseur und Autor realisierte er 2009 "Zwei Schwestern" in München, 2012 Bella in Berlin und Das Gummiboot in Weimar.

Georg Lichtenegger über Georg Lichtenegger:
"Ich bin aus Bayern. Man merkt es beim ersten Wort. Ich bin vom Land. Bayern hat mich fertig gemacht und ich bin nicht geblieben bis man es ihm anmerkt. Ich bin gerade in Weimar. Hier macht man mich noch fertiger. Ich möchte Kunst zusammenbauen. Kinder zeugen, die von alleine laufen. Ich möchte, dass die Welt zerbricht so wie ich zerbreche an der Welt. "Ein bisschen wahnsinnig bist du schon" gefällt mir. Ich möchte einmal eine Straße in einer Innenstadt mit einem Öl/Wassergemisch tränken. Da rutschen dann die Autos lustig umher. Manche haben da Angst, manche Freude. Ich möchte nicht, dass die Welt auf meiner Bühne zerbricht, sondern hinterher. Ich verbinde Land mit Stadt und daran zerbrechen viele. Also jetzt mal im Ernst: Richtig eingesetzt können Witz und Humor Dramatik verstärken. Und Digital ist besser. Aber das wissen Sie schon längst. Was Sie nicht wissen ist, wie ich inszeniere. Außer Sie kommen."


Weitere Informationen zu Georg Lichtenegger

 

Bella

1D, 1H
frei zur UA

"Früher haben sich die Mädchen im Alter zwischen zehn und zwölf vor allem dafür interessiert, wie man richtig küsst. Heute, nur knappe 20 Jahre später, lautet die meist gestellte Frage in dieser Altersgruppe: Wie kriege ich den perfekten Blow-Job hin?" (Jocelyne Robert, französische Sexologin)

Georg Lichtenegger beginnt sein Stück mit einer Aneinanderreihung von Zitaten, die er unbearbeitet realen Internetforen zum Thema "Beziehung, Liebe und Sex" entnimmt. Junge User berichten von ihren Erfahrungen. Einer von ihnen sucht nach einer Frau, die in der Öffentlichkeit geohrfeigt, erniedrigt und bespuckt werden will. Ein anderer würde gerne sein benutztes Kondom verschicken. Man spricht über Rollenspiele und Vorlieben beim Dreier. Eine Userin namens Bella berichtet im Forum davon, wie ihr Vater sie im Alter von fünf Jahren immer wieder sexuell missbraucht hat. Nun fühlt sie sich, obwohl sie einen festen Freund hat, der sie liebt, zu einem gewalttätigen Jungen hingezogen, der früher seine eigene Schwester sexuell nötigte. Jetzt vergreift er sich an Bella. Georg Lichtenegger führt Bellas grausame Geschichte fiktiv weiter und stellt ihr einen Psychiater an die Seite, der sich der seelischen Verkrüppelung des Mädchens annehmen soll. Bella wird zum Spielball zwischen den drei Männern, in deren Abhängigkeit sie sich begibt. Der Mann, der sie liebt, aber nur hilflos zusieht, der Mann, der sie schlägt und sexuell erniedrigt und der Therapeut, der Bella auch unter seine Gewalt zu bringen versucht. Sie schafft es nicht, auszubrechen – lässt sich unterdrücken und spielt die jeweilige Rolle, die von ihr erwartet wird. Dabei versucht der Therapeut an Bella das Experiment, sie nicht stark gegen ihren Vergewaltiger zu machen, sondern ihr den Widerstand zu nehmen, bis Bella irgendwann glaubt, was man ihr sagt: "Selbstbestimmung ist der Schlüssel zum Erfolg, ich will Sex wie er ihn ereignet und ich finde Gefallen an der Qual."

In Sachen sexueller Aufklärung sind schon lange nicht mehr die Eltern gefragt. Immer mehr Jugendliche versuchen über das Internet alles Wichtige herauszufinden, mit der "schönsten Nebensache der Welt" hat das allerdings oft wenig zu tun. Georg Lichtenegger wirft mit seinem dokumentar-fiktionalen Stück Bella einen Blick auf die Entwicklung des Internets als sexuelles Aufklärungsmedium, durch das Sex nicht mehr langsam entdeckt, sondern durch Pornofilme im Internet geradezu erlernt wird. Lichtenegger geht das Thema schonungslos an und wagt einen Blick in die Zukunft: Wohin führt uns diese Entwicklung? Was passiert, wenn die Grenzen zwischen Lust an devoten Spielen, gesellschaftlichem Drang dazu und tatsächlichen Vergewaltigungen allmählich verschwimmen?

Hinweis:
Für dieses Stück können Aufführungsrechte
an Amateurtheater erst nach der Uraufführung vergeben werden.