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"Ein Stück, bei dem man sich fragt, wo es vorher war. Ein Stück, das es schon...

DE: "Der Besuch der alten Dame - Das Musical" bei den Freilichtspielen Tecklenburg
Am 24. Juli 2020 feiern die Freilichtspiele Tecklenburg die deutsche...

Hörspiel des Monats: "GEH DICHT DICHTIG!" von Ruth Johanna Benrath
Die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste hat GEH DICHT DICHTIG! von...

Premiere: "Geliebter Jacques ... (Offenbachiade)" am Fritz Rémond Theater
Pünktlich zum 200. Geburtstag des Komponisten Jacques Offenbach ist am 9. Mai...

Neu: "Drachenläufer" von Matthew Spangler nach Khaled Hosseini
Kabul Mitte der 70er Jahre. Amir und Hassan wachsen auf wie Brüder. Bis zu...

DSE: "Ich verschwinde" von Arne Lygre am Theater Konstanz
Am 4. Mai ist die deutschsprachige Erstaufführung von Arne Lygres Stück Ich...

Neu: "Adieu Monsieur Haffmann" von Jean-Philippe Daguerre
Ein dichtes Kammerspiel um Anstand, Vertrauen und Verrat im Paris des Jahres...

"Hedwig and the Angry Inch" von Stephen Trask und John Cameron Mitchell am Badischen Staatstheater
Am 12. Mai findet die Premiere von Stephen Trasks und John Cameron Mitchells...

Rückblick: "Die Verlobung in St. Domingo - Ein Widerspruch" von Necati Öziri am Schauspielhaus Zürich
Am 4. April war die Uraufführung von Necati Öziris Kleist-Überschreibung Die...

Neu bei Desch: "Das Bärtchen" von Sacha Judaszko und Fabrice Donnio
Dem schüchternen und unauffälligen Sylvain passiert ein unglaubliches...

"Der Flüchtling" von Fritz Hochwälder am Vorarlberger Landestheater
Am 24. Mai hat Der Flüchtling von Fritz Hochwälder am Vorarlberger...

Rückblick: "Der Hase mit den Bernsteinaugen" (Zaufke / Mason / de Waal) am Landestheater Linz
Am 6. April wurde das Musical Der Hase mit den Bernsteinaugen nach dem Roman...


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Bild von Anja HillingHilling, Anja
Doris S.-Klaas (Tagesspiegel) 

Anja Hilling absolvierte das Studium der Germanistik und Theaterwissenschaft an der FU Berlin sowie "Szenisches Schreiben" an der UdK Berlin. Parallel dazu kellnerte sie in einer Bar in Berlin Kreuzberg.

Ihr erstes Theaterstück Sterne wird 2003 zum Stückemarkt des Berliner Theatertreffens eingeladen und dort mit dem Preis der Dresdner Bank für neue Dramatik ausgezeichnet. Ihr folgendes Stück, die Tragikomödie Mein junges idiotisches Herz wird 2005 in einer Inszenierung der Münchner Kammerspiele zu den Mühlheimer Theatertagen eingeladen. Im selben Jahr wird Anja Hilling in der Kritikerumfrage von Theater heute zur Nachwuchsautorin der Saison gewählt.

Mit dem Zivilisationsdrama Schwarzes Tier Traurigkeit (2007) gelingt Anja Hilling der Durchbruch im Ausland. Das Stück wird auf großen Bühnen in Europa, u.a. dem La Colline in Paris und dem Königlich dramatischen Theater Stockholm (dramaten) gezeigt. Das Jugenddrama Sinn (2007) entsteht in Kooperation des Thalia Theaters Hamburg und der Comédie de Saint-Étienne.

2011 schreibt sie der Garten, ein Fünfakter über das Spannungsfeld von Kunst und Kritik. Das Stück wurde am Schauspielhaus Wien uraufgeführt, wo auch ihr Werk Sinfonie des sonnigen Tages 2014 zur Uraufführung kommt.

Seitdem sind u.a. Massiver Kuss (Auftrag für das Theater Bonn), Mittagswende. Die Stunde der Spurlosen (Auftrag für das Theater Basel) und Lenz Ewiger Durst (Auftrag für Dramaten, Stockholm) entstanden.


Auszeichnungen / Einladungen - Übersicht:

2014: Nominierung "Deutscher Jugendtheaterpreis 2014" für was innen geht

2009: Einladung zu den Autorentheatertagen, Thalia Theater Hamburg, mit dem Auftragswerk Radio Rhapsodie

2005: "Nachwuchsautorin der Saison" (Kritikerumfrage von "theater heute"); Einladung zu den Werkstatttagen an der Burg 2005, Burgtheater Wien; Einladung zu den Autorentheatertagen, Thalia Theater Hamburg, mit Protection; Einladung von Mein junges idiotisches Herz zu den Mülheimer Theatertagen (Werkstattinszenierung der Münchner Kammerspiele)

2003: Einladung zum Stückemarkt des Berliner Theatertreffens mit Sterne und Auszeichnung mit dem Preis der Dresdner Bank für junge Dramatik; "International Residency" am Royal Court Theatre, London

 

Sinfonie des sonnigen Tages

mind. 2D, 1H
UA: 02.10.2014, Schauspielhaus Wien

Ricarda und Ralf, ein Paar wie viele andere. Mitten im Urlaub vor der paradiesischen Kulisse eines türkisblauen Meeres und am Ende ihrer Liebe. Ihre Ehe hat sich im Gewöhnlichen eingerichtet und geht genau daran zugrunde.
Lou, eine Frau aus einem fremden Land, deren Schicksal durch die politische Entwicklung in ihrer Heimat anders verläuft als geplant, entscheidet sich gegen die Liebe für einen Traum. Der, der in der Hölle der Realität zurückbleibt, sucht den Kampf, Lou nach einer neuen Heimat. Die Flucht auf der überfüllten Fähre endet mitten im Meer.
Während am Strand eine Frau und ein Mann mit jedem Wort vernichten, was sie einmal verbunden hat, versucht eine Frau im Meer sie zu erreichen, durch das Tosen der Elemente und Erinnerungen anzukommen in dieser scheinbar hellen Fremde, die nicht unbedingt auf sie wartet.
Die Banalität des Badetages wird durchbrochen vom Tod, der von der anderen Seite kommt. Der Urlaub wird anders enden als gedacht. Die Erholung, auf die sie hoffen, tritt nicht ein, und für den Aufruhr, der in ihnen wütet, haben sie nicht bezahlt. Ohne zu wissen, was geschieht, im Meer vor ihren Augen, ergreift es sie: irgendetwas, das größer ist als sie selbst, weiter geht, tiefer fällt, ein Verständnis, das höhere Wellen schlägt als die seichte Fläche ihres sonnenverbrannten Tages.

Für die Dauer eines einzigen Tages lässt Anja Hilling zwei Welten in den vier Sätzen einer klassischen Sinfonie aufeinanderprallen. Zwei gegenläufige Themen bestimmen den Rhythmus: die Flucht und der Stillstand. Die Sätze haben das sich selbst überschwemmende Tempo des Lebens, das aus dem Nichts entsteht, sich aufschwingt im ersten Satz, schneller entgleitet im zweiten, fast zur Ruhe kommt unter den Mächten der Natur im dritten, und dann, im vierten, in die Auflösung rast. Eine nicht unerhebliche Rolle spielen dabei 2 Fagotte, 1 Kontrafagott, 1 Piccoloflöte, 2 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 4 Hörner, 2 Trompeten, 3 Posaunen, Pauken, Trommeln, Becken, Triangeln, Streicher, Computer und Chor.

Sinfonie des sonnigen Tages ist als Auftragswerk für das Schauspielhaus, Wien entstanden und wird dort zur Eröffnung der Spielzeit 2014/15 in der Regie von Felicitas Brucker uraufgeführt.

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