30.07.2010

Aktuelle Nachrichten

Warum heiraten? - "Meine tolle Scheidung" in Dortmund
Am 29. Juli öffnet sich der Vorhang für Meine tolle Scheidung von Geraldine...

Berauschend: "Dracula" bei den Ettlinger Schlossfestspielen
Seit dem 24. Juni verbreitet Dracula von Karel Svoboda bei den...

Open Air am Ort des Geschehens: "Schwarzwaldmädel" im Hochschwarzwald
In der außergewöhnlichen Kulisse der Hochfirstschanze Titisee-Neustadt tanzt...

Aufgesattelt: "Im Weißen Rössl" als gewitztes Sommerspektakel
Fast 80 Jahre ist sie alt, Ralph Benatzkys Revueoperette Im Weißen Rössl. Von...

Verzaubert und verhext: "Zauberer von Oss" auf dem Hexentanzplatz
Von Zauberern und bösen Hexen, mutigen Mädchen und kleinen Hunden erzählt uns...

Eingestiegen: Auf zur Schweizer Erstaufführung von "Wochenend und Sonnenschein" in Meggen!
Im Mai 2009 feierte das Musical Wochenend und Sonnenschein seine Uraufführung...

Willkommen, Bienvenue, Welcome: "Cabaret" im Berliner Tipi und unterm Sternenzelt
Willkommen zum Cabaret! Gleich zwei Mal öffnet sich der Vorhang des berühmten...

Wal ahoi: "Moby Dick" in Kiel gesichtet!
Noch bis zum 18. Juli 2010 können Sie Moby Dick im Rahmen des Sommertheaters...

Amüsement auf dem Prüfstein: "La Périchole" an der Komischen Oper Berlin
Am 6. Juni feierte La Périchole von Jacques Offenbach unter der Regie von...

Zum Äußersten gedrängt: "Rose Bernd" im Residenztheater München
Im Residenztheater des Bayerischen Staatsschauspiels feiert am 9. Juli...


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Bild von Georg KaiserKaiser, Georg

Der 1878 in Magdeburg geborene Dichter zählte zwischen 1917 (UA Die Bürger von Calais) und 1933 zu den meistgespielten expressionistischen Dramatikern Deutschlands. Sendungsbewusst verkünden seine mathematisch durchkonstruierten Stücke eine Botschaft. Seine von Station zu Station gehetzten Figuren verkörpern Ideen, wirken ruhelos wie seine Sprache. Nach seinem lange erwarteten Durchbruch 1917 schrieb er Stück auf Stück, insgesamt mehr als 70 Dramen, drei Romane, Erzählungen und über 170 Gedichte.

Obwohl Kaiser 1908 eine reiche Kaufmannstochter geheiratet hatte und seit 1918 erhebliche Tantiemen erhielt, reichten die finanziellen Mittel kaum zum Unterhalt seines aufwändigen Lebensstils, der ihm als Dichter seiner Meinung nach zustand. Infolge einer Unterschlagung wurde er 1921 zu einem Jahr Haft verurteilt.

1933 belegten ihn die Nationalsozialisten mit Schreib- und Aufführungsverbot. 1938 entzog sich Kaiser einer drohenden Verhaftung durch Flucht in die Schweiz. Unter ärmlichen Verhältnissen leidend reflektierte er mit Hilfe biblischer und historischer Stoffe die Problematik der Zeit und seines immer noch übersteigerten Ichs. Am 4. Juni 1945 starb er in Ascona (Tessin).

 

Der gerettete Alkibiades

Stück in drei Teilen
20D, 21H, Nebendarsteller

Griechische Antike. Sokrates tritt sich als Soldat während eines Rückzuges der Griechen in einem Kakteenfeld einen Dorn in den Fuß und muss liegen bleiben. Alkibiades, der Feldherr und Letzte des Griechenheeres, hat die Fliehenden aus dem Auge verloren und will den Anschluss wiedergewinnen, erhält aber von Sokrates weder das Geleit noch eine Auskunft. Der Feind greift an, Sokrates wehrt sich, rettet Alkibiades, und beide werden durch neue Griecheneinheiten ersetzt. Sokrates kann nur mühsam laufen und muss alle Ehren ablehnen, als er heimgekehrt ist, da der herausgezogene Kakteenstachel - erworben in der Wüste fern der Heimat und der eigentliche Anlass für die Rettung des Alkibiades - diesen lächerlich machen und entehren würde.

Alkibiades, der ebenso wie alle übrigen von dem Stachel nichts weiß, beginnt die scheinbare Gleichgültigkeit und Anmaßung des Sokrates zu hassen, der sich nur in sehr dringenden Fällen von dem Platz fortbewegt, an dem er sich gerade befindet, er stürzt aus Wut und gekränktem Stolz alle Hermenfiguren in der Stadt um und flieht, woraufhin Sokrates, der Hermenmacher, festgenommen und zum Tode verurteilt wird. Als Grund für die Anklage wird unter anderem angegeben, dass er den Hermenschänder Alkibiades rettete.