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Der Dreh

(Le manege)
von Florian Zeller

Deutsch von Annette und Paul Bäcker
2D, 2H

frei zur DSE

Wie in seinem Bühnenerstling "Der Andere" erzählt Zeller auch in seinem zweiten Stück "Der Dreh" eine auf den ersten Blick ganz einfache und unspektakuläre Geschichte: Marie hat für die Dauer einer Reise ihrem zur Zeit wohnungslosen Ex-Freund Nicolas für einige Tage ihre Wohnung überlassen. Zu ihrer Verwunderung muß sie bei ihrer Rückkehr feststellen, daß er noch immer da ist und - was noch schwerer wiegt - sich standhaft weigert, die Wohnung zu verlassen. Seine Begründung: er hat sich unsterblich in die junge Adeline verliebt und ihr, um Eindruck zu schinden, vorgelogen, dies sei seine eigene Wohnung. Da er ihren Besuch erwarte, könne er also folglich nicht gehen. Marie ist außer sich, denn auch sie erwartet den Besuch ihres neuen Freundes Stéphane und möchte unter keinen Umständen, daß er Nicolas in ihrer Wohnung vorfindet.
Mit dem Erscheinen Stéphanes und später Adelines "dreht" sich die bisher logisch erzählte Situation. Denn nach und nach wechseln die Personen ihre Identität und plötzlich weiß man nicht mehr so recht, ob Stéphane Nicolas, oder Nicolas Stéphane ist, dasselbe passiert mit Marie und Adeline. Man weiß nicht mehr, wer bei wem ist, wer wen liebt, wer wen betrügt. Plötzlich gibt es nebeneinander mehrere Versionen der selben Geschichte. "Der Dreh" wird zu einem Spiel der Lüge und der Manipulation, in dem sich die Paare heillos verwirren.