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Effie Briest

von Theodor Fontane, Reinhard Göber
Theaterfassung nach dem gleichnamigen Roman von Reinhard Göber

5D, 4H

Göber reduziert den fein gesponnenen Gesellschaftroman Fontanes auf ein Familien- und Ehedrama. Die Gesellschaft im pommerschen Kessin bleibt ebenso ausgeklammert wie Effis Jugendfreundinnen in Hohen-Cremmen. Dafür wird Effis Vertraute, Dienerin Roswitha, zu einer fast stummen Musikerin, die ihre Herrin mit ihren wehmütigen, zuweilen auch wütenden Akkordeonklängen wie ein ohnmächtiger Schutzengel auf Schritt und Tritt begleitet. Umstellungen, Kürzungen und Streichungen ergeben ein höchst tragfähiges Konzentrat, in dem Göber die Original-Dialoge sprechen läßt. Er eröffnet seine Sicht auf die Hauptfigur Effi, deren Handeln, deren Sich-Treiben-Lassen auch für unsere Zeit plausibler erscheinen als in der Romanvorlage. Erschreckend aktuell erscheinen auch Figuren wie der gnadenlose Karrieremacher von Instetten oder die dem Diktat der Gesellschaft hörige Mutter, die ihre Sehnsüchte auf die Tochter projiziert.