25.04.2018

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Neu bei FBE: "Die Mitwisser" von Philipp Löhle
Am 28. April ist die Uraufführung von Philipp Löhles neuem Stück Die...

Esther Becker mit "Wildbestand" zum Heidelberger Stückemarkt 2018 eingeladen
Im Februar wurde Wildbestand oder Von einer, die auszog, eine Zukunft zu...

DE: "Extremophil" von Alexandra Badea am Prinz Regent Theater Bochum
Am Prinz Regent Theater Bochum findet in der Regie von Frank Weiß die...

Wieder bei FBE: "Hair", "La Cage aux folles" u. a.
Mit La Cage Aux Folles, Hair, Hello, Dolly! und Der kleine Horrorladen sind...

UA: "Jenseits der blauen Grenze" von Dorit Linke am Volkstheater Rostock
Das Volkstheater Rostock bringt Dorit Linkes Roman Jenseits der blauen Grenze...

DSE: "Runnin' Blue" von Anouk Saleming am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken
Am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken inszeniert Luca Pauer Runnin'...

DSE: "Dreizehn Leben" von Fin Kennedy am Theater Lübeck
Am 5. April feiert das Theater Lübeck die Deutschsprachige Erstaufführung von...

DSE: "Schatten eines Jungen" von Arne Lygre am Deutschen Theater Göttingen
Am 6. April inszeniert Ingo Berk die deutschsprachige Erstaufführung von Arne...

UA: "Schirokko" von Renate Ahrens am Theater Schloss Maßbach
Die Uraufführung von Renate Ahrens' Stück Schirokko inszeniert Daniela...


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Boyd, William

William Boyd, 1952 in Ghana geboren, gehört zu den überragenden europäischen Erzählern unserer Zeit. Er schreibt Romane, Kurzgeschichten und Drehbücher und wurde vielfach ausgezeichnet. Im Berlin Verlag erschienen zuletzt "Ruhelos" (2007), "Einfache Gewitter" (2009), "Nat Tate" (2010), "Eine große Zeit" (2012) und der James-Bond-Roman "Solo". William Boyd lebt mit seiner Frau in London und Südfrankreich.


Weitere Informationen zu William Boyd

 

Ein neuer Sommer

(Longing)
basierend auf den Erzählungen "Bei Bekannten" und "Mein Leben" von Anton Tschechow
Deutsch von Patricia Klobusiczky
5D, 5H
UA: 28.02.2013, Hampstead Theatre London
frei zur DSE

Ein Sommerhaus in der russischen Provinz. Tanja lebt mit ihrem Mann Sergej, einem notorischen Alkoholiker und Lebemann, ihren Kindern und ihrer jüngeren Schwester Natasha auf dem Landsitz, aber durch die verschwenderische Lebensweise Sergejs ist das einstige Vermögen aufgebraucht und das Gut von Schulden und Hypotheken belastet. Warja, eine engagierte Ärztin und regelmäßige Besucherin des Landguts, schlägt Tanja vor, den alten Jugendfreund Kolja, inzwischen erfolgreicher Anwalt in Moskau, unter einem Vorwand einzuladen. Vielleicht kann er die Gläubiger beschwichtigen, vielleicht kann er sogar Natasha heiraten, die eleganteste Lösung für alle Geldsorgen. Kolja nimmt die Einladung an und freut sich auf eine angenehme Ablenkung von seinem Moskauer Alltag. Die Fassade des vermeintlich pittoresken Landlebens bröckelt aber schnell nach seiner Ankunft und offenbart das finanzielle und familiäre Dilemma der alten Freunde.

Parallel dazu finden im Sommerhaus Vorbereitungen für die Verlobung des reichsten Mädchens des Städtchens, Kleopatra, mit dem Sohn des Architekten, Missail, statt. Kleopatras Vater, der neureiche Eisenbahningenieur Dolshikow, ist in Geschäfte mit Sergej verwickelt und hofft, ihm alsbald das Gut für einen Spottpreis abkaufen zu können. Missail steht dieser Verbindung skeptisch gegenüber: Sein Temperament ist dem Kleopatras nicht gewachsen und viel lieber würde er ein einfacher Arbeiter sein, der niemandem zur Last fällt. Sein Glück wird aber von Herkunft und Schwiegervater in spe bestimmt, im Übrigen taugt sein Wunsch nach ehrlicher Arbeit eher zur allgemeinen Belustigung.

"Alles ist vergänglich.", so Koljas Leitspruch – und so ist jede dieser typisch Tschechowschen Figuren mit ihren eigenen Sehnsüchten und Lebensentwürfen, Erwartungen und Enttäuschungen, nicht ausgesprochenen Wünschen und nicht gelebten Möglichkeiten konfrontiert.

William Boyd hat die beiden Erzählungen "Mein Leben" und "Bei Bekannten" auf höchst gekonnte und unterhaltsame Weise miteinander verbunden. Der Versuch, der Atmosphäre Tschechowscher Dramen so nah wie möglich zu kommen und dennoch einen eigenen Ton zu finden, ist William Boyd souverän gelungen.

Hinweis:
Für dieses Stück können Aufführungsrechte
an Amateurtheater erst nach der deutschsprachigen Erstaufführung vergeben werden.

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