22.09.2992

Aktuelle Nachrichten

Neu bei FBE: "Die ganze Welt in meinem Zimmer" von Sergej Gößner und Klaus Schumacher
Eine Tür steht im Zentrum des Stückes - oder eher davor? Man könnte sie...

UA: "Effi" von Oliver Schmaering und Kay Wuschek am Theater an der Parkaue
Oliver Schmaerings und Kay Wuscheks Bearbeitung des Fontane-Romans "Effi...

UA: "Die Eisbärin" von Eva Rottmann am Theater Kanton Zürich
Eva Rottmanns Auftragswerk für das Theater Kanton Zürich, das...

"Lazarus" von David Bowie am Landestheater Linz
Die nächste Premiere von David Bowies und Enda Walshs Musical Lazarus findet...

Neu bei FBE: Mariana Leky "Was man von hier aus sehen kann"
Selma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer, wenn ihr im...

Premiere: "Ein Stein fing Feuer" nach Eugène Ionesco am Staatstheater Nürnberg
Am Staatstheater Nürnberg eröffnet die neue Intendanz um Jens-Daniel Herzog...

DSE: "Rotterdam" von Jon Brittain am Rabenhof Theater, Wien
Am 25.09. ist die deutschsprachige Erstaufführung von Jon Brittains Stück...

UA: "Nackt über Berlin" von Axel Ranisch am Neuen Theater Halle
Mit der Uraufführung von Axel Ranischs Roman Nackt über Berlin eröffnet das...

UA: "Heiß auf 2. Liga" von Jörg Menke-Peitzmeyer an den Hamburger Kammerspielen
Das Unfassbare ist geschehen: Bange Minuten bis zum Ende des letzten Spiels....

Wiederentdeckt: "Waisen" von Lyle Kessler
Zwei Brüder hausen in einem heruntergekommenen Gebäude in Philadelphia. Seit...

Deutscher Kindertheaterpreis 2018: Nominierung für Fabrice Melquiot
Fabrice Melquiot ist mit seinem Stück Die Zertrennlichen (übersetzt von...


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Guilbault, Jean-François
Nach Abschluss des Schauspielstudiums 2008, studierte Jean-François Guilbault szenisches Schreiben an der Uni Montréal. Er gehört zu den Mitbegründern der...


Joubert, Andréanne
Die Schauspielerin Andréanne Joubert studierte am Conservatoire Lassalle und ist ein Allround-Talent. Nach ihrem Abschluss vertiefte sie ihre Erfahrungen in...


 

Unter W@sser

(Noyades)
Übersetzt von Frank Weigand im Auftrag des Saarländischen Rundfunks
1D, 2H
UA: 16.04.2014, RTA festival (théâtre pour ado) Laval
DSE: 26.04.2017, Teamtheater Tankstelle München

"Narzissus ist wie ein USB-Schlüssel, den ich ihnen ins Ohr schieben könnte. Eine direkte Verbindung zu ihren Gehirnen. Den Gehirnen der ganzen Schule."

Louis, 16, wird morgens durch die Superman-Titelmelodie geweckt, hat eine Schwester namens Eko und Mutter und Vater, die mit Fettucine Carbonara zum Mittagessen auf ihn warten. Alles ganz normal, zu normal. An dem Tag, an dem Louis’ Lehrerin im Computerraum vergisst, sich aus dem schulinternen Intranet auszuloggen, ist Schluss mit der Normalität. Er hat Einblick in Notenlisten, kann andere Nachsitzen lassen und das Beste ist: er hat alle Klausurvorbereitungen. Unter dem Pseudonym Narzissus bastelt Louis sich ein anonymes Profil im Internet mit einem Foto, auf dem statt seines Gesichtes ein Wolfskopf abgebildet ist und fordert seine Mitschüler auf, ihm ihre Wünsche zu schicken – Erfüllung garantiert. Skeptisch schicken sie ihm kleine Tests, wollen prüfen, wie viel Wahrheit hinter seinen Worten steckt. Als er die Schule ausfallen lässt, Lösungen für die Prüfungen verteilt und Noten verbessert, beginnt ein regelrechter Hype um Narzissus. Louis genießt die Berühmtheit und die Macht, die er über die anderen hat. Was lässig beginnt und für mehr Kick in seinem Leben sorgt, gerät langsam aber sicher außer Kontrolle. Seine eigene Schwester verliebt sich in ihn, genauso wie eine Unbekannte namens Sedna, die im Schwimmbad solange die Luft anhält bis sie ihrer Mutter näher zu kommen scheint. Sie kämpfen bis zur Selbstaufgabe um seine Aufmerksamkeit und Liebe und für alle drei wird aus einem Spiel plötzlich Ernst.

Andréanne Joubert und Jean-François Guilbault gelingt mit Unter Wasser ein aufwühlendes Stück über eine Generation, die nicht still steht, die bis in die letzten Winkel ihres Lebens Kameras mitnimmt, im Internet vermeintliche Nähe schafft, um die real existierende Einsamkeit auszugleichen. Das Stück erzählt, was passiert, wenn man ein virtuelles Heer um sich schart, das dann real zuschlägt. Die beiden kanadischen Autoren schaffen es, eine einzigartige Sprache zu erschaffen, die sich aus ernüchternder Direktheit und Metaphern aus der Mythologie zusammensetzt, Raum zum phantasieren lässt und knallhart auf den Boden der Tatsachen zurückholt. Ein faszinierendes und zugleich schockierendes Stück. 2014 wurde Unter Wasser mit dem Prix Louise Lahaye für das beste Jugendstück aus Québec ausgezeichnet.

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