18.12.6919

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Penelope möchte uralt werden. Wie Oma. Die sagte mal, jedes Ticken der Uhr,...

"Alles Schwindel" von Mischa Spoliansky am Maxim Gorki Theater in Berlin
Das Publikum des Berliner Maxim Gorki Theaters wird am 17. Dezember sowohl in...

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"Die lustigen Nibelungen" von Oscar Straus am Badischen Staatstheater Karlsruhe
"Er sieht so miesepetrig aus, und nicht wie sonst so munter – was hat er...

Neu bei FBE: "General Wunde" von Joël László
Die Hautkrankheit des Neugeborenen verändert das Leben von Anja und Samuel....

"Die Regeln des Sommers" in der Regie von Hannah Biedermann am Jungen Nationaltheater Mannheim
Hannah Biedermann, frisch mit dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST für die...

"Venedig im Schnee" am Theater an der Effingerstraße Bern, den Bühnen der Stadt Gera, dem Theater Schloss Maßbach
Gleich drei Premieren von Venedig im Schnee von Gilles Dyrek gibt es im...

Berlin-Premiere: "Weihnachten auf dem Balkon" an der Komödie am Kurfürstendamm
Am 3. Dezember war die Premiere von Weihnachten auf dem Balkon von Gilles...

UA "Broken German" von Tomer Gardi am Schauspiel Graz
Mitte November wurde Noam Brusilovskys Hörspielbearbeitung von Tomer Gardis...

"Nachts" von Franziska Henschel am Theater Oberhausen
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DSE: "Die Zertrennlichen" von Fabrice Melquiot am Schauspiel Frankfurt
Am Schauspiel Frankfurt ist am 26.11. Fabrice Melquiots neues Stück Die...


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Bild von Joël LászlóLászló, Joël

Joël László, 1982 in Zürich geboren, schreibt Theaterstücke und Prosa und arbeitet als Übersetzer. Er studierte Islamwissenschaft und Geschichte und lebte längere Zeit in Kairo. Nach dem Studium nahm er in der Spielzeit 2013/14 am Förderprogramm "Dramenprozessor" am Theater Winkelwiese in Zürich teil, in dessen Rahmen das Stück Wiegenlied für Baran entstanden ist. Das Stück wurde 2016 für den Münchner Förderpreis für deutschsprachige Dramatik nominiert und erhielt den Publikumspreis bei der Langen Nacht der neuen Dramatik an den Kammerspielen. 2016/17 erarbeitete er für das Theater Marie eine Neuübersetzung und Neufassung des ungarischen Theaterklassikers "Liliom". Für Textwerkstätten mit syrischen Flüchtlingen am Theater Graz (Our Stories) und am Schauspielhaus Zürich (Our Voice / Our Hope) verfasste er die Arabisch-Übersetzungen. 2016 war er für den Wartholz-Literaturpreis nominiert. 2017 ist er Teilnehmer am Retzhofer Dramapreis und schreibt einen Text für die Reihe "Paradise Lost" am Theater Basel. Joël László ist Hausautor am Theater Basel.

 

Wiegenlied für Baran

1D, 2H
frei zur UA

"Die Realität ist was übrig bleibt
wenn wir zugeben
dass wir von den meisten Dingen
keine Ahnung haben."

Sibylle, Pierre und Robert kennen sich seit Ewigkeiten. Als Studenten haben die drei sich geschworen, immer politisch aktiv zu bleiben, sich einzusetzen, die Welt mit zu verändern. Mittlerweile sind einige Jahre vergangen, Pierre und Sibylle sind ein Paar, der stürmische Elan der Studentenzeit ist abgeflaut. Alltagssorgen und Beziehungskrisen nagen an den großen politischen Idealen. Außerdem muss sich Robert um seine eigene Psyche kümmern und sein Befinden pflegen, am besten in Indien, mit ayurvedischer Medizin, mit gewürztem Öl und einem spirituellen neuen Namen. Um Sibylle zu beweisen, dass Pierre noch immer politische Visionen hat, quartiert dieser einen kurdischen Flüchtling in der gemeinsamen Wohnung ein. Der Schuss geht nach hinten los: Der Kurde namens Baran hat im Wohnzimmer auf dem Sofa lautstarke Albträume und bringt Sibylle und Pierre Nacht für Nacht um den Schlaf. Als dann der frisch erleuchtete Samadhi, ehemals Robert, zwischen den Dreien zu vermitteln versucht, spitzt sich die Lage endgültig zu. War es eine gute Idee, Baran im eigenen Wohnzimmer unterzubringen? Und während sie über Politik reden, erzählen uns Pierres Tiermetaphern etwas über die große Sehnsucht nach Verständigung.

Joël László stellt sich in seinem Stück "Wiegenlied für Baran" die Frage, was es bedeutet, konsequent die eigene Haltung und politische Vision zu vertreten und danach zu leben. Mit viel Witz und Sarkasmus und einigen unterwarteten Tiermetaphern legt er den Finger in die Wunde und schaut hinter die Fassade: Wie uneigennützig ist unsere Hilfe? Welche Gründe stecken dahinter? Und wie gelingt die reale Umsetzung der schönen Ideen? Ist es am Ende nicht nur "irgendwas zwischen Feigheit und Völkerschau"?
Joël László erhielt für das Stück den Publikumspreis des Münchner Förderpreises für deutschsprachige Dramatik. In der Jurybegründung zur Nominierung heißt es: "Große Themen – die Verflechtung von Politik und Privatem, das Austarieren von Handlungs- und Sprachspielräumen, Zuschreibungen von Identität – werden hier souverän, fast beiläufig und mit (Sprach-)Witz verhandelt. Die Dialoge sind gut geschrieben, die Figuren präzise charakterisiert, das Stück sprachlich überzeugend gestaltet."

Hinweis:
Für dieses Stück können Aufführungsrechte
an Amateurtheater erst nach der Uraufführung vergeben werden.

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