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Premiere: "Alles was Sie wollen" an der Komödie am Kurfürstendamm
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Sommertheater: Unsere Premieren von Juni bis August
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Ausgezeichnet: Berliner Kindertheaterpreis 2019 für Esther Becker
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DE: "Der Besuch der alten Dame - Das Musical" bei den Freilichtspielen Tecklenburg
Am 24. Juli 2020 feiern die Freilichtspiele Tecklenburg die deutsche...


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Christie, Agatha

Agatha Christie ist weltweit als die Queen of Crime bekannt. Auf Englisch wurden von ihren Büchern über eine Milliarde Exemplare verkauft, eine weitere Milliarde in Form von Übersetzungen. Sie ist die populärste Autorin aller Zeiten und lief in zahlreichen Sprachen sogar der Bibel und Shakespeare den Rang ab. Sie schrieb 80 Kriminalromane und Sammlungen von Kurzgeschichten, 19 Stücke sowie sechs Romane unter dem Pseudonym Mary Westmacott.

Agatha Christies erster Roman "Das fehlende Glied in der Kette" entstand gegen Ende des Ersten Weltkriegs, in dessen Verlauf sie als Krankenschwester und Apothekerin arbeitete. In diesem Werk erfand sie Hercule Poirot, den kleinen belgischen Detektiv, der zum bekanntesten fiktiven Ermittler seit Sherlock Holmes werden sollte. Der Band erschien 1920 im Verlag The Bodley Head. Sie schrieb ein Buch pro Jahr und 1926 ihr erstes Meisterwerk Alibi. Es war ihre erste bei Collins erschienene Veröffentlichung und stand am Beginn einer Beziehung zwischen Autorin und Verlag, die 50 Jahre lang und für über 70 Bücher anhielt. Alibi war auch der erste dramatisierte Christie-Roman und lief mit Erfolg im Londoner West End.

Agatha Christie wurde 1971 der Adelstitel Dame verliehen. Sie starb 1976.



The Agatha Christie Collection
Die Theaterstücke Agatha Christies sind in einer neuen Edition erschienen, der "Agatha Christie Collection".
Der Enkel Agatha Christies über die Collection:
"Die erste Premiere eines Stückes meiner Großmutter fand 1930 statt und die letzte, bei der sie selbst mitgearbeitet hatte, 1972. Dies bedeutet eine 42jährige Karriere als erfolgreiche Theaterautorin. Wie die zahlreichen Adaptionen für Fernsehen, Film und Radio zeigen, begeistern die Geschichten und Theaterstücke immer wieder aufs Neue bekannte Regisseure und Schauspieler. Die Theaterwelt hat sich seit dieser ersten Premiere wesentlich verändert und mit ihr die Art und Weise, wie wir Stücke herausgeben und inszenieren. Nach weiteren 42 Jahren habe ich daher beschlossen, ihre Theaterstücke neu aufzulegen, die Originaltexte zu sichten und sie so zu präsentieren, dass sie Schauspieler und Regisseure des 21. Jahrhunderts ansprechen. Dieses Vorhaben wurde zu einem zweijährigen Projekt, bei dem sowohl die Originalmanuskripte als auch die verschiedenen veröffentlichten Adaptionen neu betrachtet wurden, um von jedem Stück eine überarbeitete Version anzufertigen, die ausschließlich die Worte Agatha Christies beinhalten oder die der Bearbeiter, mit denen sie im direkten Austausch war und deren Arbeiten sie zugestimmt hatte.

Das Ergebnis ist: The Collection – eine einzigartige Zusammenstellung der Originalstücke Agatha Christies und der Stücke, die in enger Zusammenarbeit mit ihr entstanden sind. Die Auswahl und Kombination der Stücke in der neuen Sammlung bieten Möglichkeiten für verschiedenste Formen der Inszenierung. Regieanweisungen und sonstige Vorgaben wurden in den Texten auf ein Mindestmaß reduziert, um Regie und Schauspielern größtmögliche interpretatorische Freiheit zu gewähren. Ob auf klassische Weise oder in einer modernen Umsetzung – wie auch immer die besonderen Qualitäten der Stücke meiner Großmutter umgesetzt werden: sie können wieder neu im Theater erlebt werden." (Mathew Prichard London, September 2016)

Alle Theaterstücke der "Agatha Christie Collection" werden sukzessive vom renommierten Übersetzer Michael Raab neu ins Deutsche übertragen. Darunter finden sich Klassiker wie Und dann gab's keines mehr und Zeugin der Anklage aber auch bisher noch nie auf Deutsch verfügbare Werke wie Tochter bleibt Tochter. Die ersten neu übersetzen Werke werden ab Mitte September 2016 verfügbar, die gesamte Arbeit wird voraussichtlich bis Ende 2017 abgeschlossen sein.

Weitere Informationen zu Agatha Christie auf der offiziellen Webseite:
www.agathachristie.com

 

Und dann gab's keines mehr

(And Then There Were None)
Ein düsterer Thriller in drei Akten
Deutsch von Michael Raab
3D, 7H

"Keiner von uns wird diese Insel wieder verlassen."

Zehn Unbekannte werden auf eine abgelegene Insel eingeladen. Alles, was die Gäste gemeinsam haben, ist eine verruchte Vergangenheit, die niemand preisgeben will, und ein Geheimnis, das ihr Schicksal besiegeln wird. Sowie das Wetter umschlägt und die Gruppe vom Festland abgeschnitten ist, wird einer nach dem anderen entsprechend der Zeilen eines unheilvollen Kinderverses brutal ermordet. Nach dem ersten Todesfall am Abend glaubt noch keiner daran, dass weitere Opfer folgen werden. Als aber die zweite Person stirbt, kommen Zweifel auf, ob es sich hier um einen Zufall handelt. Nachdem alle gemeinsam die Insel durchkämmt haben, stellen sie fest: Außer ihnen befindet sich keine weitere Person auf der Insel. Der Mörder muss also unter den noch verbliebenen acht Personen sein.

Und dann gab's keines mehr ist einer der blutrünstigsten Thriller, die Agatha Christie je geschrieben hat. Die albtraumhafte Geschichte über die zehn Gäste, die langsam einer nach dem anderen getötet werden, versetzt den Zuschauer bzw. Leser bis zum Ende in Schrecken. Die grandiose Idee diente einigen Filmen und Serien als Grundlage, erst 2015 wieder in einer neuen Serie der BBC. Die Theaterbearbeitung wurde im West End und am Broadway ein Riesenerfolg. "Das konzeptuelle Niveau ist hoch, die Ausgangssituation fesselt sofort und gleichzeitig verbreitet es eine zutiefst archetypische Stimmung. Ich hatte das starke Gefühl, in einen unheimlichen Traum hineingezogen zu werden – und, wie für die Charaktere auf der Insel, gab es für mich kein Entrinnen." (Sophie Hannah, The Guardian)

Als Agatha Christie den Roman während des Zweiten Weltkriegs für die Bühne umschrieb, reagierte sie auf die Stimmung jener Zeit, indem sie ein positiveres Ende wählte. Für viele Regisseure war dieses jedoch zu versöhnlich. Daher kursieren mittlerweile einige Versionen des Theaterstückes, die mit dem Ende des Romans experimentieren. Welcher Schluss ist also der „echte“? Das Stück ist nun mit beiden Schlussvarianten verfügbar: So gilt es, sich zu entscheiden zwischen dem Ende des Theaterstücks von 1943 und dem Ende des Romans von 1939.