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Ein Geschenk der Götter

von Oliver Haffner
Komödie in 34 Szenen
nach dem gleichnamigen Kinofilm von Oliver Haffner

6D, 6H

frei zur UA

Plötzlich und unerwartet verliert Anna ihre Anstellung als Schauspielerin an einem kleinen Stadttheater. Eben noch auf der Bühne findet sie sich nun in der Tristesse des örtlichen Jobcenters wieder. Ihre Sachbearbeiterin, eine begeisterte Theaterbesucherin, bittet sie, die Leitung eines Schauspielkurses zu übernehmen, als Fortbildungsmaßnahme für acht Langzeitarbeitslose. Eigentlich war etwas anderes geplant, aber Hauptsache, die Arbeitslosenstatistik stimmt. Anna ist wenig begeistert von der Idee, als Profi jetzt einen Haufen unmotivierter Amateure auszubilden, lässt sich aber am Ende auf die Herausforderung ein. Theater statt Computerschulung? Auch auf Seiten der Kursteilnehmer gibt es Skepsis und großen Widerstand gegen die verpflichtende Maßnahme, doch nach und nach formt sich aus den frustrierten Einzelkämpfern zunehmend eine eingeschworene Gruppe, mit der Anna "Antigone" von Sophokles einstudiert. Überraschend kommt in die privaten Dramen der Teilnehmer immer mehr Bewegung und auch für Anna entwickeln sich die Dinge anders als erwartet. Vielleicht war am Ende die Kündigung doch ein Geschenk oder zumindest eine Chance für einen Neuanfang.

Grundsympathisch, klug und leicht erzählt Oliver Haffner die Geschichte derjenigen, die nicht im Rampenlicht der Leistungsgesellschaft stehen. Mit feinem Gespür für die richtigen und durchaus witzigen Zwischentöne gibt er den Verlierern unseres Optimierungs- und Rationalisierungssystems eine Stimme. Nicht umsonst hat der Film bei seiner Premiere zum Filmfest München 2014 u. a. den Publikumspreis gewonnen. Oliver Haffner hat jetzt sein eigenes Drehbuch für die Bühne adaptiert.