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UA: "Karl und Rosa. Für Geister Eintritt frei" von Felicia Zeller (nach Alfred Döblin) am Theater Magdeburg
Wir freuen uns, mitteilen zu können, dass Felicia Zeller seit dem 1. Januar...

KinderStückePreis 2019: Nominierungen für "Die Eisbärin" und "Ich, Ikarus"
Zwei Kinderstücke aus unserem Programm wurden zu den diesjährigen Mülheimer...

ÖEA: "Die Mitwisser" von Philipp Löhle am Schauspielhaus Graz
Am Schauspielhaus Graz inszeniert Felicitas Braun Die Mitwisser von Philipp...

Neu: Felicia Zeller bei Felix Bloch Erben
Wir freuen uns, mitteilen zu können, dass Felicia Zeller seit dem 1. Januar...

Ursendung: "Wie die Blinden träumen" von Tomer Gardi im SWR
Die Ursendung von Tomer Gardis neuem Hörspiel Wie die Blinden träumen ist am...

Premiere: "Ikar" von Katrin Lange am Unicorn Theatre
Ikar - zu Wasser, zu Lande, in der Luft (Das Labyrinth) von Katrin Lange hat...

SEA: "Die Zertrennlichen" am Theater und Orchester Biel Solothurn
Das Theater und Orchester Biel Solothurn bringt am 27. Februar die Schweizer...

Wiederentdeckt: "Mörder ohne Bezahlung" von Eugène Ionesco
"Die Leute wissen davon und lassen sich trotzdem überraschen." Mörder ohne...

Premiere: "Die Stühle" von Eugène Ionesco am Burgtheater Wien
"Das Theater spiegelt offensichtlich die Beunruhigung unserer Zeit." sagte...


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Lyons, James Edward
Seit 1980 lebt und arbeitet der in New York geborene Autor und Theaterregisseur in Deutschland. Der Fulbright-Stipendiat studierte Schauspiel und Regie an...


Jary, Michael
Michael Jary (* 24. September 1906 in Laurahütte bei Kattowitz;† 12. Juli 1988 in München) studierte an der Staatlichen Musikhochschule Berlin bei Franz...


 

Haben Sie schon mal im Dunkeln geküsst?

Über die Liebe in finsteren Zeiten
Eine musikalische Revue von James Edward Lyons
Musik von Michael Jary u.a.
Liedtexte von Bruno Balz u. a.
Arrangements von Ferdinand von Seebach
3D, 5H
Orchesterbesetzung: 1 Kl (Pianist ist Darsteller von Michael Jary)
UA: 08.12.2006, Kleines Theater am Südwestkorso Berlin

Arbeitslose stehen vor einer Essensausgabe Schlange, die SA marschiert, ein junger Mann improvisiert Gassenhauer am Piano: "Am Montag fängt die Woche an, am Sonntag hört sie auf, das bisschen, was dazwischen liegt, das nennt man Lebenslauf." Der Lebenslauf des Schönberg-Schülers Michael Jary, seine Lieder mit Texten von Bruno Balz sind eng verknüpft mit der Geschichte des deutschen Unterhaltungslieds im Dritten Reich und so auch mit vielen Künstlerkarrieren unterm Hakenkreuz. Die großen Hits "Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh'n" oder "Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern" erzählen von Anpassung und Überlebenswillen. Jurys Schlager für Zarah Leander "Davon geht die Welt nicht unter", der sowohl zum Durchhaltelied der Nazis für deutsche Soldaten als auch zum Mutmacher für die Gefangenen in den Konzentrationslagern wurde, steht für das dünne Seil, auf dem Künstler in dieser Zeit balanciert sind. Das Leben als Drahtseilakt: Ein Akrobat, ein Jongleur, ein Bauchredner erscheinen als Sinnbilder für die überlebenswichtige Verstellung und die ständige Absturzgefahr. Jarys geheime Affäre mit Zarah Leander ("Du darfst mir nie wieder rote Rosen schenken"), Evelyn Künnekes unglückliche Liebe zu Jary ("Es hat keinen Zweck mit der Liebe"), Zweideutigkeiten der "chilenischen Nachtigall" Rosita Serrano ("Der kleine Liebesvogel") oder Balz’ heimliche Homosexualität ("Er heißt Waldemar!") – das alles findet sich in und zwischen den Zeilen der Schlager.

James Edward Lyons verwebt in seiner Michael-Jary-Revue Künstlerbiografien mit einer Welt, in der nur hinter Masken und zwischen den Zeilen Wahrheiten geäußert werden konnten. Dramatische Szenen wechseln sich mit Jarys bekanntesten Schlagern ab – eine Referenz an die Berliner Revuen der 40er-Jahre, an das Varieté im alten Wintergarten und die Berliner Scala: Katakomben-Kabarettist Werner Finck schießt subversive Witze, während Goebbels sich unsittlich Zarah nähert und Evelyn um ihr Leben steppt. Ein hübsches Nummerngirl läuft regelmäßig vorbei, doch die Ziffern sind ein Countdown in die Dunkelheit. Haben Sie eigentlich schon mal im Dunkeln geküsst?

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