15.12.8054

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"Die Kaiserin" am Theater Baden bei Wien
Punktgenau zum 300. Geburtstag der Habsburger-Ikone und Langzeit-Regentin...

"Die lustigen Nibelungen" von Oscar Straus am Badischen Staatstheater Karlsruhe
"Er sieht so miesepetrig aus, und nicht wie sonst so munter – was hat er...

Neu bei FBE: "General Wunde" von Joël László
Die Hautkrankheit des Neugeborenen verändert das Leben von Anja und Samuel....

"Die Regeln des Sommers" in der Regie von Hannah Biedermann am Jungen Nationaltheater Mannheim
Hannah Biedermann, frisch mit dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST für die...

"Venedig im Schnee" am Theater an der Effingerstraße Bern, den Bühnen der Stadt Gera, dem Theater Schloss Maßbach
Gleich drei Premieren von Venedig im Schnee von Gilles Dyrek gibt es im...

Berlin-Premiere: "Weihnachten auf dem Balkon" an der Komödie am Kurfürstendamm
Am 3. Dezember war die Premiere von Weihnachten auf dem Balkon von Gilles...

UA "Broken German" von Tomer Gardi am Schauspiel Graz
Mitte November wurde Noam Brusilovskys Hörspielbearbeitung von Tomer Gardis...

"Nachts" von Franziska Henschel am Theater Oberhausen
"Die Farben weg, die Geräusche lauter. Die Uhren langsamer, dafür das Ticken...

"Alles Schwindel" von Mischa Spoliansky am Maxim Gorki Theater in Berlin
Das Publikum des Berliner Maxim Gorki Theaters wird am 17. Dezember sowohl in...

SchreibenDenkenHören: "Der korallene Wald" von Ruth Johanna Benrath
Words don't come easy. Textproduktion ist oft ein hartes Ringen zwischen...

"Wartesaal" nach Lion Feuchtwanger an den Münchner Kammerspielen
Ein "leiser und konzentrierter Abend" (Nachtkritik): Stefan Pucher inszeniert...

Neu bei FBE: "Nach Luft jagen" von Michael A. Müller
Penelope möchte uralt werden. Wie Oma. Die sagte mal, jedes Ticken der Uhr,...

DSE: "Die Zertrennlichen" von Fabrice Melquiot am Schauspiel Frankfurt
Am Schauspiel Frankfurt ist am 26.11. Fabrice Melquiots neues Stück Die...


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Bild von Arne LygreLygre, Arne
Foto: Andreas Bache-Wiig 

Arne Lygre wurde 1968 in Bergen, Norwegen, geboren. Sein Debüt als Dramatiker machte er 1998 mit dem Stück Mama und ich und Männer. Seitdem hat er weitere Theatertexte geschrieben, darunter Ewig leben, Schatten eines Jungen und Mann ohne Aussichten.

Lygres Stücke wurden vielfach übersetzt und in mehreren Ländern Europas veröffentlicht und inszeniert. U. a. wurde Mann ohne Aussichten 2007/08 am Odeon Theater in Paris von Claude Régy inszeniert. 2011 erhielt Arne Lygre mit Tage unter eine Einladung zur spielzeit'europa. Das Stück war erstmals 2009 in Dänemark zu sehen. Sein Theatertext Ich verschwinde wurde 2011 am Théâtre National de la Colline in Paris uraufgeführt und 2013 mit dem norwegischen Ibsen-Preis ausgezeichnet.

Für sein erstes Buch, "Tid inne", eine Sammlung von 23 Kurzgeschichten, wurde Arne Lygre 2004 mit dem renommierten Brage-Preis des norwegischen Verlegerverbandes ausgezeichnet.


Weitere Informationen zu Arne Lygre

 

Lass dich sein

(La deg være)
Schauspiel
Deutsch von Hinrich Schmidt-Henkel
mind. 5 Darsteller
UA: 09.09.2016, Nationaltheater Oslo
frei zur DSE

Eine Frau spannt ihrer Freundin den Mann aus. Später betrügt sie ihn. Eine Freundin lernt einen Bekannten kennen. Als eine Frau stirbt, braucht ihr Mann einen Freund. Ein Freund wird krank und erkauft sich Geborgenheit bei einem Fremden. Ein Fremder bringt eine Fremde ins Krankenhaus und geht. Ein Mann will eine Frau erschießen und lässt es dann doch sein.

Unablässig entstehen Beziehungen und verschwinden wieder. Bindungen entwickeln sich und werden fallen gelassen. Worte und Gefühle verbinden zwei Menschen oder trennen sie. Dazwischen: die Sehnsucht nach Liebe und das Warten auf den einen Menschen. Eine unendliche Anzahl von Möglichkeiten, sich zu begegnen oder sich zu verpassen – bis der Tod einem seine Möglichkeiten nimmt.

Arne Lygres Stück mutet abstrakt an. Seine Figuren heißen Mensch, Freund/in, Bekannte/r, Fremde/r, Feind/in. Sie scheinen auf und verschwinden wieder. Sie konstituieren sich allein über ihre Beziehungen zueinander. In einem Reigen von sechs Szenen, die lose miteinander in Verbindung stehen, entfalten sich ihre Dialoge zu schamlosen Sezierungen innigster Sehnsüchte und Gedanken: die Angst vor Zurückweisung, das Bedürfnis nach Nähe, die Freude über eine flüchtige Begegnung. Sie erzählen indirekt von den Situationen, in denen sie sich begegnen - und direkt über das, was sie dabei denken und fühlen. Die radikale Offenheit ihrer Gedanken macht den Text auf eine oft groteske Weise konkret. Die Gesprächssituationen entwickeln einen dramatischen Sog, dem man sich schwerlich entziehen kann. Arne Lygre hat für Lass dich sein eine Form von Sprache und Handlung gefunden, die vorgibt, den Figuren jegliche Masken zu entziehen. Vielleicht ist das aber bloß ein Trick, eine raffinierte Täuschung. Wie so oft, wenn zwei Menschen miteinander sprechen - und sich nicht ihre wahren Gedanken anvertrauen.

Hinweis:
Für dieses Stück können Aufführungsrechte
an Amateurtheater erst nach der deutschsprachigen Erstaufführung vergeben werden.

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