18.01.2018

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DSE: "Das Mädchen von weither" von Emma Broström an der Neuen Bühne Senftenberg
Am 19. Januar bringt die Neue Bühne Senftenberg Emma Broströms Stück Das...

Zum Wiederentdecken: "Bach. Das Leben eines Musikers." von Thomas Sutter
Bach. Das Leben eines Musikers. ist eine szenische Biographie und ein...

Premiere: "Mädchen wie die" am Jungen Schauspiel Hannover
Evan Placeys vielfach ausgezeichnetes Coming-of-Age-Stück Mädchen wie die...

Neu bei FBE: "Frau Luna" von Paul Lincke in der Fassung der Bar jeder Vernunft, Berlin
Einmal Mond und zurück, bitte! Nach Im weißen Rössl präsentiert die "Bar...

Neu bei FBE: "Der Vogel Anderswo" von Stephan Wolf-Schönburg
In Damaskus lebt der kleine Nunu. Sein bester Freund ist ein kleiner Vogel....

Neu bei FBE: "Kuno kann alles" von Henry Mason
Kuno ist ein Draufgänger, ein Energiebündel und Alleskönner: hundert Kugeln...

Premiere: "Hier kommt keiner durch!" an den Wuppertaler Bühnen
In der Regie von Markus Höller zeigen die Wuppertaler Bühnen ab dem 27....

Premiere: "Schöne neue Welt" am Altonaer Theater
Robert Koalls Bühnenfassung von Schöne neue Welt nach dem Roman von Aldous...

Aktuelles: "Alles Schwindel" von Mischa Spoliansky und Marcellus Schiffer am Maxim Gorki Theater, Berlin
Am 17.12.2017 hatte Alles Schwindel von Mischa Spoliansky und Marcellus...

Aktuelles: "Die Regeln des Sommers" in der Regie von Hannah Biedermann am Jungen Nationaltheater Mannheim
Am 10. Dezember brachte die FAUST-Preisträgerin Hannah Biedermann ihre...

Aktuelles: "Alice" von Tom Waits und Robert Wilson am Metropoltheater München
Am 23.11.2017 hatte Alice von Tom Waits und Robert Wilson am Metropoltheater...


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Bild von Arna AleyAley, Arna
Foto: Vincent Stefan 

Arna Aley studierte Szenisches Schreiben an der Universität der Künste in Berlin und Violoncello an der Akademie für Musik und Theater in Vilnius/Litauen. Sie arbeitete als Regieassistentin am Berliner Ensemble, u. a. bei George Tabori und Claus Peymann. 2009 wechselte sie zum Film und leitete u.a. die Regieabteilung bei dem internationalen Filmprojekt "DAU" (Deutschland/Frankreich/Schweden/Russland; Regie: Ilya Khrzhanovsky; Kamera: Jürgen Jürges). Seit 2012 arbeitet sie u. a. als freischaffende Kuratorin beim Stone Nest Project (Centre of Contemporary Arts) in London. Arna Aley lebt und schreibt in Berlin.

Auszeichnungen

2007: Gewinnerin der St. Galler Autorentage (Jurypreis)
2007: Einladung zum Stückemarkt des Berliner Theatertreffens
2005: Jurypreis des Wettbewerbs DRAMA KÖLN
2005: 1. Preis des Wettbewerbs Stückwerk II, Leipzig
2002: Einladung zur Göttinger Dramatikerwerkstatt
2001: Alfred-Toepfer-Stipendium für das Abschlussstück an der Universität der Künste
2000: Einladung zur Autorenwerkstatt der Bonner Biennale


Stücke / Uraufführungen

4 1/2, UA: 15.12.2007, Berliner Ensemble; (eingeladen zum Stückemarkt beim Theatertreffen 2007; Jurypreis St. Galler Autorentage; 1. Preis Stückwerk II, Leipzig)

"Monsieur Arrières Makro Scrabble" (Musik: Rochus Aust), gefördert durch "Fonds Experimentelles Musiktheater"; UA: 28.04.2006, Theater Hagen

"Toteau und der Autodieb" (Minidrama), Jurypreis DRAMA KÖLN 2005

"Euphorie", UA: 28.10.2004, Neuköllner Oper Berlin; ein Auftragsstück der Neuköllner Oper Berlin

Im siebten Himmel ist Ruh, UA: 10.03.2004, Theater KOSMOS Bregenz; DE: 03.12.2004, Landestheater Coburg

"Himmelsleiter", UA: 2002, Deutsches Theater Göttingen; ausgezeichnet mit dem Jahresstipendium der Alfred-Toepfer-Stiftung; eingeladen zur Dramatikerwerkstatt Göttingen

 

Das neue Jerusalem

6D, 11H, (Mehrfachbesetzung möglich)
UA: 18.05.2017, Wolfgang Borchert Theater Münster

Am Anfang stand die Idee von der reinen Gemeinde von Heiligen nach dem Vorbild der Zustände der ersten Christen: nicht bloß innere, sondern auch äußere Scheidung von der „Welt“, gemeinsames Leben, Gütergemeinschaft, die Offenbarung Gottes an einzelne Gläubige – die Propheten und das gemeinsame Erwarten eines tausendjährigen glückseligen Reiches. Das war eine Utopie, ein Traum. „Träume verwirklichen sich nicht. Nur Albträume verwirklichen sich“, sagt die Philosophin Ágnes Heller über die Utopie vom europäischen Friedensbündnis und bringt dadurch die Aktualität der gescheiterten utopischen Entwürfe zum Ausdruck. Das Täuferreich zu Münster war ein solcher Entwurf.

Anderthalb Jahre dauerte das 1534 in Münster ausgerufene Tausendjährige Reich des „Neuen Jerusalems“ – ein Königreich der Auserwählten unter der Herrschaft des Täuferkönigs Jan von Leyden. Anderthalb Jahre lang belagerte der Bischof Franz von Waldeck Münster, um die in kürzester Zeit vom Papsttum über Luthertum zum Täufertum konvertierte Stadt in die Knie zu zwingen. Unter dem Belagerungsdruck, dem wachsenden Hunger und der zunehmenden Ausweglosigkeit mutierte das Königreich zu einer Schreckens- und Terrorherrschaft eines „Wundertiers“, das gerne selbst zum Schwert griff und die Gottlosen und die Widerspenstigen – darunter auch eine seiner sechzehn Frauen – eigenhändig köpfte.

Arna Aleys Stück Das Neue Jerusalem, entstanden im Auftrag für das Wolfgang Borchert Theater Münster, balanciert zwischen dokumentarischem Material und den thematischen Parallelen aus den aktuellen politischen und gesellschaftlichen Geschehnissen. Im Zentrum des Stückes steht ein soziopathischer Herrscher, der es gekonnt schafft, die Masse auf der Ebene der Primärgefühle zu manipulieren und dadurch Hilflosigkeit, bedingungslose Ergebenheit und absolute Hörigkeit zu erzeugen. Die historischen Ereignisse bieten eine Grundlage für eine gegenwärtige Auseinandersetzung mit höchstaktuellen Themen: gescheiterte Utopie, Manipulation der Masse und Totalitarismus.

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