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Polnische Hochzeit

von Joseph Beer, Fritz Löhner-Beda, Alfred Grünwald
Operette in drei Akten und einem Prolog
Musik von Joseph Beer
Libretto von Fritz Löhner-Beda und Alfred Grünwald

2D, 4H, Nebendarsteller, Chor, Ballett
Orchesterbesetzung: auf Anfrage

UA: 03.04.1937, Opernhaus, Zürich

19. Jahrhundert, Zeit des polnischen Aufstandes gegen die russische Besatzung. Der junge polnische Freiheitskämpfer Graf Boleslav passiert inkognito die österreichisch-russische Grenze. Nach vielen Jahren kehrt er in seine Heimat zurück, um seine Jugendliebe Jadja zu heiraten und um die von seinem Onkel, Graf Staschek, verwalteten Güter seines Vaters zu übernehmen. Sein Onkel, der alte Schwerenöter, betreut allerdings nicht nur die Güter, sondern auch Jadja besonders gut und ist drauf und dran sie zu heiraten. Doch die kluge Gutsverwalterin, auch Wildkatze genannt, steht hinter dem jungen Paar. Durch ein gewitztes Verwechslungsspiel heiratet der Onkel aus Versehen die Gutsverwalterin. Die Liebenden können gemeinsam fliehen. In der Hochzeitsnacht quält die Wildkatze den lüsternen Onkel derart, dass dieser den Frauen abschwört und sein Leben fortan ausschließlich dem Wein widmet.

Dem jungen Jospeh Beer standen mit Fritz Löhner-Beda und Alfred Grünwald zwei der erfahrensten Librettisten seiner Zeit zur Seite. Zugegeben, die Erzählung ist ziemlich romantisch, zugleich aber auch federnd im Humor und absolut unsentimental. Passend hierzu überrascht die ansteckende Vitalität der Musik Beers mit jedem Auftakt aufs Neue und während ein Hit den nächsten jagt, trifft auch hier polnisches Lokalkolorit auf freche (Jazz-)rhythmen. Als hätte Emmerich Kálmán Franz Lehár die Hand geführt, während Paul Abraham über die Schulter schaut, stehen folkloristische Buffoduette neben opernhaften Finali und fetzigen Tanzschlagern von rhythmischer Prägnanz.

Mit der Uraufführung, im April 1937 am Zürcher Opernhaus, ging die "Polnische Hochzeit" sprichwörtlich durch die Decke und wurde in den nächsten elf Monaten international auf rund 40 Bühnen in acht Sprachen gezeigt. Der Anschluss Österreichs setzte dem Erfolg des Werkes ein jähes Ende – der Name des Juden Beer wurde ab sofort von den Theaterprogrammen gestrichen.

Felix Bloch Erben vertritt das Werk in Kooperation mit dem Musikverlag Doblinger, Wien.