18.11.2017

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UA: "Eine Weihnachtsgeschichte" von Philipp Löhle nach Charles Dickens
Die Geschichte ist bekannt: Der hartherzige Geldverleiher Ebenezer Scrooge...

UA: "Nachts" von Franziska Henschel am Theater Oberhausen
Was passiert eigentlich mit der Welt, wenn ich die Augen zumache? Wie kommen...

Neu bei FBE: "Blütenzeit (Blossom Time)" von Dorothy Donnelly und Sigmund Romberg
Blütenzeit ist die amerikanische Version des Wiener Singspiels "Das...

Deutscher Hörspielpreis: "'Broken German' muss man hören!"
Broken German von Tomer Gardi gewinnt den Deutschen Hörspielpreis. Das knapp...

Wiederentdeckt: "Woman of the Year" von John Kander und Fred Ebb
Woman Of The Year – ein witziges und hintersinniges Musical, in dessen...

DER FAUST für Hannah Biedermann
Am Freitag ist Hannah Biedermann der Deutsche Theaterpreis DER FAUST...

Deutscher Jugendliteraturpreis 2017 Kategorie Bilderbuch: "Hier kommt keiner durch!"
Das wahrhaft grenzüberschreitende Buch Hier kommt keiner durch! von Isabel...

Brüder-Grimm-Preis 2017 für "NASSER #7Leben"
Der mit 10.000 Euro dotierte Brüder-Grimm-Preis des Landes Berlin geht in...

DSE: "Gloria" am Residenztheater München
Am 20.10. war die deutschsprachige Erstaufführung von Branden Jacobs-Jenkins'...

"Die Orestie" am Thalia Theater in Hamburg
Am 21. Oktober feierte Aischylos' Werk Die Orestie in der Bearbeitung von...

Neu bei FBE: "Mit deinem Bein im Mund lässt es sich viel leichter ich liebe dich Luka sagen" von Marcus Peter Tesch
Körper hängen wie geschlachtete Tiere von der Bühnendecke. Es sind die...

NEU bei Desch: "Jugendliebe" von Ivan Calbérac
Antoine Chopin hat alles – eine wunderschöne Freundin, beruflichen Erfolg und...


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Bild von Friedrich DürrenmattDürrenmatt, Friedrich

Friedrich Dürrenmatt zählt mit seinen nahezu 30 Stücken zu den bedeutendsten Schweizer Dramatikern des 20. Jahrhunderts. Vor allem in den 50er und 60er Jahren feierte er mit Stücken wie Der Besuch der alten Dame oder Die Physiker Triumphe. Daneben entstanden zahlreiche theatertheoretische Schriften und ein beachtliches erzählerisches, häufig in Justiz- und Kriminalmilieu angesiedeltes Werk.

Der als Sohn eines protestantischen Pfarrers 1921 in Konolfingen bei Bern geborene Dürrenmatt studierte zunächst Germanistik, Philosophie und Naturwissenschaften und wollte Maler werden ehe er sich 1945 endgültig dem Schreiben zuwandte. Interesse für aktuelle gesellschaftspolitische Fragen wie die Wirtschaftswundermentalität oder das atomare Wettrüsten prägte sein Werk trotz mythologischer und historischer Stoffe bis ins hohe Alter, wobei ihn seine pessimistische Weltsicht an der Veränderbarkeit der Verhältnisse eher zweifeln ließ. So bleibt seines Erachtens nach nur die Komödie mit all ihren Zufälligkeiten und Verzerrungen die einzig vertretbare Form der Darstellung einer undurchschaubaren Welt, in der das Individuum seine Machtlosigkeit erlebt.

Nachdem zwischen 1952 und 1962 seine wichtigsten Dramen entstanden waren, war Dürrenmatt danach als Regisseur und Direktionsmitglied am Basler Theater (1967 – '69) und als Berater des Zürcher Schauspielhauses (1970 – '72) tätig und bearbeitete Stücke u.a. von Shakespeare, Lessing, Büchner und Strindberg.

Ende der 80er Jahre zog sich Dürrenmatt nach heftiger kulturpolitischer Polemik vom Theater zurück. Wenige Jahre später starb er am 14. Dezember 1990 in Neuenburg.


Weitere Informationen zu Friedrich Dürrenmatt

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Friedrich Dürrenmatt
Autorenbroschüre
Leben und Werk

 

Dichterdämmerung

Eine Komödie
2D, 4H
UA: 04.04.1987, Theater Maskerade Bottrop

Dichterdämmerung ist die stark veränderte Theaterfassung des frühen Werkes Abendstunde im Spätherbst. Die Handlung um Kriminalschriftsteller Korbes, der von seinem Bewunderer Fürchtegott Hofer einer Mordserie überführt wird, ergänzt Dürrenmatt um eine Reflexionsebene, in der die Figuren als autonome Bühnenfiguren die Aufführung sowie deren Entstehung kommentieren.

Korbes und sein Gegenspieler und Bewunderer Fürchtegott Hofer haben bei der Aufführung des Stücks mit einigen Hindernissen zu kämpfen: Wechselnde Regisseure haben unterschiedliche Strichfassungen in Umlauf gebracht, eine sich potenzierende Anzahl von Dramaturgen wollte ebenso viele Einfälle verwirklicht wissen. Korbes ist sich sicher, dem Publikum mache das ständige Hin und Her nichts aus, es werde schlichtweg glauben, in einem modernen Stück zu sein. Über die Regie beschweren sich beide lauthals, als ihnen siedend heiß einfällt, dass womöglich die Herren im Publikum sitzen. Andererseits müsse man das kaum befürchten, vermutet Fürchtegott, bestimmt inszeniert zumindest einer in irgendeinem Nest Dürrenmatt.

Just als Korbes das Stück als zu Ende gespielt betrachtet, tritt seine Geliebte Joan mit der Behauptung auf, Dürrenmatt hätte einen neuen Schluss geschrieben, es gehe noch weiter. "Schreibt der immer noch?", fragt Korbes entnervt. "Nur noch um.", antwortet Joan. Am Ende des neuen Schlusses gibt es Tote und Verletzte, doch die gerufenen Sanitäter lassen auf sich warten. Kein Mensch in dieser Stadt wisse mehr, wo sich das Theater befinde, entschuldigen sich die verspätet eintreffenden Retter.

Dürrenmatts Dichterparodie Dichterdämmerung sei ein Stück "vollgepackt mit Witz, Intelligenz und Belesenheit" schrieb The Stage und weiter "Die ganze Meisterschaft, die wir in den 'Physikern' gesehen haben, ist hier eingesetzt und glücklich verquickt mit der Gerissenheit und dem Können, die Dürrenmatt in seinen Kriminalromanen an den Tag legt." Zugleich gibt das späte Werk einen Einblick in die gesammelten Vorurteile Dürrenmatts gegenüber dem "Regietheater" zu dieser Zeit.