28.07.2017

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Neu bei FBE: "Neonazi" von Timo F.
Timo war Neonazi. Obwohl er für die Ideologie nie etwas übrig hatte, landet...

Neu bei FBE: FALKNER
Die österreichische Schriftstellerin, Dramatikerin und Hörspielregisseurin...

Sommertheaterpremieren Teil II
Wann gibt es wohl eine bessere Gelegenheit zum Sommernachtsträumen als an...

"Kannst du pfeifen, Johanna?" von Ulf Stark an der Bayerischen Staatsoper
Am 8. Juli 2017 ziehen Groß und Klein, womöglich mit probehalber gespitzten...

Oscar Straus
Oscar Straus, schon zu Lebzeiten eine international gefeierte Größe, erlebt...

Neu bei FBE: "Die Zertrennlichen" von Fabrice Melquiot
Die neunjährigen Sabah und Romain kommen aus verschiedenen Welten, aber...

DSE: "Entweder … oder?" am Phosphor-Theater Aachen
Am 12. August 2017 feiert Jean-Claude Grumbergs schwarzhumorige Farce...

"Feuer fangen" von Luc Tartar an der Landesbühne Nord
In Wilhelmshaven feiert am 26. August Luc Tartars Feuer fangen an der...

Doppelte Auszeichnung bei den Privattheatertagen in Hamburg
Am Sonntag, den 25. Juni 2017, wurde als Abschluss der diesjährigen...

Erstaufführung: "Kommissar Gordon - Der erste Fall" von Ulf Nilsson in Bielefeld
Am Trotz-Alledem-Theater in Bielefeld begibt sich ab 27. Juni Ulf Nilssons...

Rückblick: Uraufführung "Umständliche Rettung" von Martina Clavadetscher am Schauspiel Essen
Am 28. April wurde am Schauspiel Essen das Stück Umständliche Rettung von...

Neu bei FBE: "SUPERBUHEI" von Sven Amtsberg
Dass Hannover-Langenhagen der Platz sein würde, den das Leben ihm zugedacht...

Sommertheaterpremieren Teil 1
Passend zur Hochsaison der Eheschließungen starten die diesjährigen...


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Bild von Fred RaymondRaymond, Fred

Der am 20. April 1900 in Wien geborene Friedrich Vesely (so sein bürgerlicher Name) wurde nach dem Willen des Vaters, der einer böhmischen Musikantenfamilie entstammte, zunächst Bankbeamter. Von Talent und Neigung aber zur Musik bestimmt, wandte er sich bald ganz seiner eigentlichen, der leichten Muse zu. Als Chansonnier am Flügel trat er mit eigenen Liedern im Kabarett auf. Der Textdichter Fritz Grünbaum förderte den begabten jungen Mann, und dieser revanchierte sich 1924 mit einer kleinen Revue, darin sein erster Schlager "Ich hab´ das Fräul´n Helen baden ´sehn". Der größte Erfolg aus dieser Zeit "Ich hab´ mein Herz in Heidelberg verloren" wird zu einem Welthit und beweist Raymonds außergewöhnliche Fähigkeit im Erfinden von Melodien, die leicht zu Ohren gehen. Wie sich das einfache volksliedhafte Motiv aufschwingt, wie der leicht punktierte Rhythmus den feinen Melodiebogen immer neu belebt, wie die Harmonik schlicht und zurückhaltend nur einmal, aber an der richtigen Stelle, der Gefühlsemphase zart Nachdruck verleiht, das zusammen bildet eine Einheit aus heiterer Beschwingtheit und Sentiment, die sich unmittelbar auf den Hörer überträgt. Leider hatte er das Lied für nur 300 Mark an den Bohème-Verlag abgetreten, so dass er am finanziellen Gewinn nicht beteiligt war. Das schmerzte den ehemaligen Banker, und so schrieb er um diesen Schlager ein ganzes Singspiel. Die Rechnung ging auf, nicht nur für ihn, die Librettisten Beda und Neubach, sondern auch für die Wiener Volksoper, an der die gleichnamige Operette 1927 herauskam und mit über siebenhundert Vorstellungen zum Kassenschlager wurde.

Von hier aus gelangte die erste Raymond-Operette an nahezu alle europäischen Bühnen und bis Amerika. Gleichzeitig hatte er damit die für sein Schaffen ideale Form gefunden: die Revueoperette. Sie ist eine Bilderfolge, die ihren nachhaltigen Schaureiz aus der Attraktivität der oft exotischen Schauplätze, einer vom Ballett getragenen Handlung und zugkräftige Musiknummern gewinnt, die auch im Hinblick auf das neue Medium Rundfunk, losgelöst von dem Gesamtwerk, zu verwenden sind. Das Tango-Lied "In einer kleinen Konditorei" wird auf diese Weise ein Lieblingsschlager der damaligen Zeit. In der Folge versucht Fred Raymond, der inzwischen Deutschland zu seiner Wahlheimat gemacht hat, mit "Die Jungfrau von Avalon", 1929 in Dresden uraufgeführt, und "Der Königsleutnant", Premiere 1932 in Leipzig, an seinen frühen Erfolg anzuknüpfen. Als Direktor Heinz Hentschke ihn dann an das Berliner Metropol-Theater holt und Günther Schwenn als Liedertexter dazukommt, beginnt mit "Lauf ins Glück" (1934) eine außerordentlich fruchtbare Zusammenarbeit, die nach "Ball der Nationen" (1935), "Auf großer Fahrt" und "Marielu" (beide 1936) mit der Maske in Blau (1937) einen markanten Höhepunkt erreichte. Für diese Operette hat Fred Raymond gleich sieben Nummern geschrieben, die alle sofort Schlager waren, Evergreens wurden und die mehrfach verfilmte Maske in Blau zu einem Dauererfolg werden ließen. Mit "Die Juliska aus Budapest", "Schau einer schönen Frau nie zu tief in die Augen", "Am Rio Negro", "Sassa" und "Ja, das Temp´rament" schuf Fred Raymond wirkungsvolle musikalische Szenen, originell im Einfall und brillant in der Ausführung. Dennoch ist sein Komponieren von einer auffallenden Bescheidenheit geprägt. Im Respekt vor den großen Meistern der Musikgeschichte und Ehrlichkeit gegenüber seinem Publikum, erlangten die Eingebungen dieses begnadeten Melodienerfinders jene Qualität, die seine Musik unsterblich macht.

Nach der Maske in Blau schrieb er mit gleicher Meisterschaft noch eine Anzahl weiterer Operetten, von denen Saison in Salzburg (Salzburger Nockerln) (1938) ebenfalls ein beständiger Erfolg beschieden war. Aber auch Die Perle von Tokay (1941), Konfetti (1948) und besonders Geliebte Manuela (1951) bergen noch Schätze herrlicher Operettenmusik und sind einer Neuentdeckung wert.

Der 2. Weltkrieg bedeutete auch für diesen lebensfrohen Menschen einen schmerzlichen Einschnitt. Er wurde eingezogen und sollte eine Durchhalte-Operette schreiben, woraus aber nie etwas geworden ist. Ein Schlager wurde noch sehr populär: "Es geht alles vorüber, es geht alles vorbei". Als die Menschen darauf reimten: "... selbst Adolf Hitler und seine Partei" wurde er kurzerhand verboten. Nach den schweren Erschütterungen des Krieges fühlte er sich beim Neubeginn besonders gebraucht. Gemäß seinem Credo, mit Musik den Menschen Freude zu spenden, widmete er sich mit großem Elan der Aufgabe, ihnen Melodien zu schenken, die sie mit nach Hause nehmen konnten und die ihnen die Welt wieder lebens- und liebenswert machten. Am 10. Januar 1954 erlag der letzte große Vertreter der Wiener Operette in Überlingen einem Herzschlag.


Weitere Informationen zu Fred Raymond

 

Die Perle von Tokay

Operette in fünf Bildern
Buch von Max Wallner und Kurt Feltz
Musik von Fred Raymond
3D, 5H, Nebendarsteller, Chor, Ballett
Orchesterbesetzung: Fl I, II, Ob I, II, Klar I, II, Fg I, II, Hr I, II, III, IV, Trp I, II, Pos I, II, III, Pk, Schl I, II, Hrf, Harmonika, Harmonium, Kl, Vl I, II, Va, Vc, Kb
UA: 07.02.1941, Theater des Volkes Dresden

Um feurigen Tokayer, verträumte Heurigenlokale und die Liebe dreht sich die beschwingte Operette Die Perle von Tokay. Der Wiener Weingroßhändler Hellmer verliebt sich in das Bild eines Winzermädchens, das die Flaschen-Etiketten aus dem Weingut Tibor von Lakatos verkaufsfördernd schmückt. Hellmer fährt nach Ungarn, um die schöne Winzerin kennen zu lernen. Er ahnt nicht, dass Tibor das Konterfei seiner Nachbarin und Konkurrentin abgebildet hat, der schönen Gutsbesitzerin Rozsika.

Hellmer begegnet vor Ort erst einmal Rozsikas Verwalter Sandor, dem er von seinem vermeintlichen Winzermädchen berichtet. Rozsika hat das Gespräch belauscht und beschließt, Hellmer auf dem Winzerfest verkleidet gegenüberzutreten. Hals über Kopf verlieben sich beide ineinander und fahren nach Wien - Sandor und Tibor hinterher. In Wien lernt Rozsika Hellmers Schwester Gusti kennen und Tante Toni, die über Rozsika, da sie sich immer noch als einfaches Winzermädchen ausgibt und entsprechend benimmt, derartig empört ist, dass sie das Haus verlässt. Unterdessen sind Tibor und Sandor angekommen. Tibor verliebt sich in Gusti. Gemeinsam beschließt man einen Heurigenbummel. Hellmer gesteht Sandor, dass er sich mit Rozsika verloben will und erfährt von ihrer wahren Identität.

Um nicht nur ihr Glück, sondern auch das von Rozsika und Hellmer vollkommen zu machen, laden Tibor und Gusti beide unter einem Vorwand zum Rosenfest ein, wo sie einander begegnen und die Missverständnisse einfach vergessen. Was aber wird aus Sandor und... Tante Toni? Wie es der Operettenzufall will, hat Sandor in Toni seine frühere Braut wieder gefunden. Drei Hochzeiten und viel Tokayer!

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