26.02.1085

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"Die Nashörner" am Staatsschauspiel Dresden
Die Kritik an einem hinter dem Individualismus versteckten Zwang zu...

Oliver Schmaering für Mülheimer Kinderstückepreis nominiert
In dir schläft ein Tier von Oliver Schmaering ist für den Kinderstückepreis...

Neu bei FBE: "Das Molekül" von William W. Murta
Mit biografischen Schlaglichtern erzählt William Ward Murta in seinem Musical...

Wiederentdeckt: "Der Flüchtling" von Fritz Hochwälder
Nahe einer schwer passierbaren Landesgrenze im Hochgebirge treffen drei...

Neu bei FBE: "Das Mädchen Wadjda" von Haifaa Al Mansour
Riad, Saudi-Arabien: Die zehnjährige Wadjda wünscht sich nichts sehnlicher...

DSE: "Lazarus" von David Bowie und Enda Walsh am Düsseldorfer Schauspielhaus
Am 3. Februar ist die deutschsprachige Erstaufführung des Musicals Lazarus...

"Grimm!" von Thomas Zaufke und Peter Lund am Theater Erfurt
Mit dem bösen Wolf hat schon so ziemlich jeder seine Erfahrungen gemacht. So...

Neu bei FBE: "Polnische Hochzeit" von Joseph Beer
19. Jahrhundert, Zeit des polnischen Aufstandes gegen die russische...

Neuübersetzung "High Society" am Landestheater Coburg
Wenn sich die High Society amüsiert und Hochzeit feiert, ist auch die...

Neu bei FBE: "Rabbit Hole" von David Lindsay-Abaire
Becca und Howie Corbett sind mit ihrem vierjährigen Sohn Danny eine...


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Bild von Robert HanellHanell, Robert

Robert Hanell stammt aus Böhmen, wo er 1925 geboren wurde. Neben dem Besuch des Gymnasiums nahm er privat Musikunterricht. Konkurrierend mit dem Wunsch, alte Sprachen zu studieren, entwickelte sich die Leidenschaft zum Theater, wo er nach Krieg und Gefangenschaft 1945 seine Karriere als Dirigent startete. Über Zwickau, Meiningen, Gera und Görlitz kam er 1955 nach Berlin und wurde von Walter Felsenstein als 1. Kapellmeister an die Komische Oper verpflichtete. 1965 übernahm er als Chefdirigent die Leitung des Großen Rundfunkorchesters Berlin. Daneben war er ständiger Gastdirigent an der Staatsoper Berlin, am Opernhaus Leipzig, an der Staatsoper Dresden und am Chemnitzer Opernhaus. Gastspiele führten ihn nach München, Hannover, Frankfurt a.M., Prag, Warschau und in viele andere Musikzentren.

1947 entstand seine erste Oper "Die Bettler von Damaskus". Es folgten u.a. "Die Gnomenwette" (1949), Die Spieldose (1957), neben Dessaus "Verurteilung des Lukullus" eine der meistgespielten zeitgenössischen Opern in der DDR, "Dorian Gray" (1962), "Griechische Hochzeit" (1969) und "Babettes grüner Schmetterling" (1984) sowie Bearbeitungen von Offenbachs Einaktern "Salon Pitzelberger" und "Die beiden Blinden". Robert Hanell verstarb am 14. März 2009.

 

Die Spieldose

Oper in zwei Akten
nach dem Schauspiel von Georg Kaiser
Musik von Robert Hanell
1D, 3H
Orchesterbesetzung: Fl I, II, Ob (E.H), Klar (B.Klar), Fg, Hr I, II, III, Trp I, II, Schl, Hrf, Vl I, II, Va, Vc, Kb; Bühnenmusik: Cel
UA: 30.11.1957, Theater Erfurt

Der Bauernsohn Paul Chaudraz kämpft im Zweiten Weltkrieg an der Front, während seine Braut Noelle bei seinem Vater Pierre lebt. Mit den Klängen einer Spieldose halten beide die Erinnerung an Paul lebendig. Standhaft bekämpfen sie ihre insgeheim aufblühende Liebe. Als sie die Nachricht vom Tode Pauls erhalten, verlieren sie jedoch die Kraft der Entsagung. Noelle hofft, mit Pierre das aufbauen zu können, was ihr mit Paul versagt blieb.

Ein Jahr später haben Noelle und Pierre ein gemeinsames Kind. Da erhalten sie die Nachricht, dass Paul lebt, infolge seiner schweren Verletzungen aber das Gedächtnis verloren hat. Sie nehmen Paul auf, der fortan als Fremder mit seiner Familie lebt.

Als eines Tages Noelle ihre Milchkarte vermisst, bittet sie Paul, ihr bei der Suche zu helfen. Paul aber entdeckt die Spieldose, hört die Melodie und findet sein Gedächtnis wieder. Die Erkenntnisse seiner Lebenssituation kann Paul nicht bewältigen. Er tötet seinen Vater und fordert Rechenschaft von Noelle, die trotz allem bereit ist, seine Frau zu werden. Erst als Paul von ihr verlangt, zu gestehen, wen sie mehr liebt, wirft sie ihm seine Schuld vor und verlässt den Mörder. Im Bewusstsein seiner Tat sühnt Paul seine Schuld, indem er sein Leben für zehn unschuldige Geiseln opfert.