22.10.2018

Aktuelle Nachrichten

Premiere: "Hunger. Peer Gynt" nach Knut Hamsun und Henrik Ibsen am Deutschen Theater Berlin
Knut Hamsun ist einer der interessantesten, aber auch umstrittensten...

Einladungen: Franziska Henschel und "Mädchen wie die" beim Augenblick Mal! 2019
Franziska Henschel ist mit ihrer Stückentwicklung "Nachts" zum Augenblick...

"Großes Kino" und "Pointenfeuerwerk" - UA von Axel Ranischs "Nackt über Berlin"
Die Uraufführung von Axel Ranischs Roman Nackt über Berlin war am 16....

Neu bei FBE: "Serverland" von Josefine Rieks
Das Internet ist seit Jahrzehnten abgeschaltet, die Statussymbole von früher...

DSE: "Alles was Sie wollen" von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière am Deutschen Theater in Göttingen
Am 11. Oktober ist die deutschsprachige Erstaufführung von Alles was Sie...

DSE: "Präsidenten-Suite" am Renaissance-Theater Berlin
Am 7. Oktober ist die deutschsprachige Erstaufführung von John T. Binkleys...

UA: "Wer ist Walter" von Ariane Koch am Theater Bonn
Am 5. Oktober wird Ariane Kochs Stück Wer ist Walter am Theater Bonn in der...

Ehrung für Volker Ludwig und Birger Heymann in Südkorea
In Seoul gab es für Volker Ludwig und Birger Heymann vor kurzem eine...

Neu bei DESCH: "Ramses II." von Sébastien Thiéry
Elisabeth und Jean erwarten den Besuch ihrer Tochter Benedicte und ihres...

Neu bei FBE: "Jasper in Deadland" von Ryan Scott Oliver und Hunter Foster
Der 16-jährige Jasper liebt Agnes. Aber nach der entscheidenden ersten...

Premiere: "Frau Luna" am Stadttheater Ingolstadt
Am Stadttheater Ingolstadt ist am 20. Oktober die Premiere von Paul Linckes...

Premiere: "Kiss Me, Kate" an der Oper Graz
Am 20. Oktober hat Kiss Me, Kate von Cole Porter, Samuel Spewack und Bella...

Rückblick: "Effi" von Oliver Schmaering und Kay Wuschek uraufgeführt
Am 19. September war die Uraufführung von Effi von Oliver Schmaering und Kay...

Rückblick: "Ein Stein fing Feuer" am Staatstheater Nürnberg
"Wie das Staatstheater Nürnberg unter neuer Leitung begeistert" (BR): Mit...


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Bild von Oscar StrausStraus, Oscar

Am 6. April 1870 in Wien geboren, studierte Oscar Straus zunächst in seiner Heimatstadt Klavier und Komposition, ehe er sein Kompositionsstudium in Berlin bei Max Bruch fortsetzte. Als junger Kapellmeister stand Straus erstmals in Brüx und Teplitz-Schönau am Pult, dann am Stadttheater Mainz.

Sein Opernerstling "Der schwarze Mann" erregte in Berlin die Aufmerksamkeit von Fachkreisen. Seine Mitwirkung an Ernst von Wolzogens "Überbrettl" bahnte indessen den Weg zur Operette, den er gemeinsam mit seinem Librettisten, dem Berliner Rechtsanwalt Fritz Oliven (Rideamus), beschritt. Die lustigen Nibelungen (1904) und Hugdietrichs Brautfahrt (1906) standen in der persiflierenden Tradition Jacques Offenbachs, brachten aber nicht den erhofften Durchbruch. Dieser gelang dem Komponisten mit seinem 1907 im Wiener Carl-Theater uraufgeführten Ein Walzertraum ("Leise, ganz leise klingt´s durch den Raum"), der Lehárs Die lustige Witwe in den Aufführungszahlen zeitweise überflügeln konnte. Schnell produziert folgten nahezu 50 Bühnenwerke, darunter Der tapfere Soldat (1908) und "Der tapfere Cassian" (1912, nach Arthur Schnitzler). Während des 1. Weltkrieges verzichtete Straus, ganz Weltbürger und Zivilist, als einer der wenigen Zunftgenossen auf das Schreiben militaristischer Stücke.

Einen "Walzertraum"-ähnlichen populären Erfolg errang er erst wieder 1920 mit "Der letzte Walzer" (mit Fritzi Massary). 1923 folgten Die Perlen der Cleopatra als große Ausstattungsoperette, 1925 wurde Die Teresina, die als erste Operette in deutscher Sprache nach dem 1. Weltkrieg auch in Paris gespielt wurde, ein Erfolg. 1928 fand Alfred Grünwald nach einer Vorlage von Sascha Guitry einen neuen Napoleonstoff (Napoleon III.) für die Operette "Marietta". In den 30er Jahren wurde es ruhiger um Oscar Straus. Es entstanden u.a die musikalische Komödie Eine Frau, die weiß, was sie will (Manon) (1932) und die Operette Drei Walzer (1935).

Über Paris, wo er seit 1927 lebte, und London kam er schließlich in die USA und komponierte für den Film. 1950 kehrte er nach Europa zurück, erlebte die herzliche Aufnahme der Operette Ihr erster Walzer (Die Musik kommt) und seiner "Bozena" (1952) und komponierte die Musik zu Max Ophüls "Reigen"-Film nach Arthur Schnitzler (1950). Am 11. Januar 1954 starb Oscar Strauss 84-jährig in Bad Ischl.

 

Die Teresina

Operette in drei Akten
Buch von Rudolph Schanzer und Ernst Welisch
Musik von Oscar Straus
3D, 12H, Chor
Orchesterbesetzung: Fl I, II (Picc), Ob I, II, Klar I, II, Fg I, II, Hr I, II, III, IV, Trp I, II, Pos I, II, III, Pk, Schl, Hrf, Cel, Spinett, Vl I, II, Va, Vc, Kb
UA: 11.09.1925, Deutsches Künstlertheater Berlin

"Das Vaterland ist eine unvergessliche Geliebte" – so kehrt im Jahr 1799 Graf Lavalette aus seinem amerikanischen Exil ins heimatliche Frankreich zurück. Ein neuer Erlass des Direktoriums bestimmt nämlich, dass die Verfolgung eines Adeligen und die Beschlagnahmung seiner Güter aufgehoben sind, wenn er binnen 24 Stunden nach seiner Heimkehr ein Mädchen aus dem Volk heiratet und damit seine republikanische Gesinnung unter Beweis stellt. Demzufolge sucht Lavalette nun unter den Schönen der Hafenstadt Fréjus nach einer Braut.

Zur gleichen Zeit in Fréjus angekommen, ist die junge Teresa mit einer fahrenden Schaustellertruppe, für die sie zwar noch nicht auftreten darf, dafür aber umso temperamentvoller die Werbetrommel rührt. Als der Wirt seiner Herberge Teresa bedrängt, nimmt Lavalette sie spontan in Schutz; von ihrer Natürlichkeit angezogen, bittet er sie um ihre Hand. Teresa willigt in die Ehe ein, betäubt von der Aussicht auf einen Gräfinnentitel und von einer aufflammenden großen Liebe, die auch Lavalette verspürt. Doch eine andere Macht schlägt den Grafen in ihren Bann: Napoleon, aus Ägypten heimkehrend und im Begriff, sich Frankreich mit einem Staatsstreich Untertan zu machen, landet in Fréjus, begegnet Lavalette und fordert ihn auf, sofort mit nach Paris zu kommen. Ohne Abschied und ohne Erklärung bleibt Teresa verlassen zurück.

Als wenige Jahre später alle Beteiligten am Hofe Napoleons unvermutet wieder zusammentreffen, ist aus Teresa eine berühmte Operndiva geworden. Niemand erkennt mehr die Göre aus Fréjus in dieser Teresina, der ganz Paris zu Füßen liegt: Lavalette macht ihr erneut den Hof, muss aber zähneknirschend zurücktreten, als der Kaiser selbst die Sängerin zu seiner Favoritin machen will. Für die Teresina schlägt die Stunde der Revanche. Zum Schein gibt sie Napoleons Werben nach, erteilt dem eifersüchtigen Lavalette eine Lektion in Sachen Treue und gibt sich schließlich zu erkennen. Dank Lavalettes Reue und Napoleons Eingeständnis, für ihre damalige Trennung verantwortlich gewesen zu sein, finden die beiden Liebenden am Ende doch noch zusammen.

Dieses Werk vertritt FELIX BLOCH ERBEN im Subvertrieb für den Musikverlag und Bühnenvertrieb Zürich AG.