18.10.2018

Aktuelle Nachrichten

Einladungen: Franziska Henschel und "Mädchen wie die" beim Augenblick Mal! 2019
Franziska Henschel ist mit ihrer Stückentwicklung "Nachts" zum Augenblick...

"Großes Kino" und "Pointenfeuerwerk" - UA von Axel Ranischs "Nackt über Berlin"
Die Uraufführung von Axel Ranischs Roman Nackt über Berlin war am 16....

Neu bei FBE: "Serverland" von Josefine Rieks
Das Internet ist seit Jahrzehnten abgeschaltet, die Statussymbole von früher...

DSE: "Alles was Sie wollen" von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière am Deutschen Theater in Göttingen
Am 11. Oktober ist die deutschsprachige Erstaufführung von Alles was Sie...

DSE: "Präsidenten-Suite" am Renaissance-Theater Berlin
Am 7. Oktober ist die deutschsprachige Erstaufführung von John T. Binkleys...

UA: "Wer ist Walter" von Ariane Koch am Theater Bonn
Am 5. Oktober wird Ariane Kochs Stück Wer ist Walter am Theater Bonn in der...

Ehrung für Volker Ludwig und Birger Heymann in Südkorea
In Seoul gab es für Volker Ludwig und Birger Heymann vor kurzem eine...

Neu bei DESCH: "Ramses II." von Sébastien Thiéry
Elisabeth und Jean erwarten den Besuch ihrer Tochter Benedicte und ihres...

Neu bei FBE: "Jasper in Deadland" von Ryan Scott Oliver und Hunter Foster
Der 16-jährige Jasper liebt Agnes. Aber nach der entscheidenden ersten...

Premiere: "Frau Luna" am Stadttheater Ingolstadt
Am Stadttheater Ingolstadt ist am 20. Oktober die Premiere von Paul Linckes...

Premiere: "Kiss Me, Kate" an der Oper Graz
Am 20. Oktober hat Kiss Me, Kate von Cole Porter, Samuel Spewack und Bella...

Premiere: "Hunger. Peer Gynt" nach Knut Hamsun und Henrik Ibsen am Deutschen Theater Berlin
Knut Hamsun ist einer der interessantesten, aber auch umstrittensten...

Rückblick: "Effi" von Oliver Schmaering und Kay Wuschek uraufgeführt
Am 19. September war die Uraufführung von Effi von Oliver Schmaering und Kay...

Rückblick: "Ein Stein fing Feuer" am Staatstheater Nürnberg
"Wie das Staatstheater Nürnberg unter neuer Leitung begeistert" (BR): Mit...


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Bild von Friedrich DürrenmattDürrenmatt, Friedrich

Friedrich Dürrenmatt zählt mit seinen nahezu 30 Stücken zu den bedeutendsten Schweizer Dramatikern des 20. Jahrhunderts. Vor allem in den 50er und 60er Jahren feierte er mit Stücken wie Der Besuch der alten Dame oder Die Physiker Triumphe. Daneben entstanden zahlreiche theatertheoretische Schriften und ein beachtliches erzählerisches, häufig in Justiz- und Kriminalmilieu angesiedeltes Werk.

Der als Sohn eines protestantischen Pfarrers 1921 in Konolfingen bei Bern geborene Dürrenmatt studierte zunächst Germanistik, Philosophie und Naturwissenschaften und wollte Maler werden ehe er sich 1945 endgültig dem Schreiben zuwandte. Interesse für aktuelle gesellschaftspolitische Fragen wie die Wirtschaftswundermentalität oder das atomare Wettrüsten prägte sein Werk trotz mythologischer und historischer Stoffe bis ins hohe Alter, wobei ihn seine pessimistische Weltsicht an der Veränderbarkeit der Verhältnisse eher zweifeln ließ. So bleibt seines Erachtens nach nur die Komödie mit all ihren Zufälligkeiten und Verzerrungen die einzig vertretbare Form der Darstellung einer undurchschaubaren Welt, in der das Individuum seine Machtlosigkeit erlebt.

Nachdem zwischen 1952 und 1962 seine wichtigsten Dramen entstanden waren, war Dürrenmatt danach als Regisseur und Direktionsmitglied am Basler Theater (1967 – '69) und als Berater des Zürcher Schauspielhauses (1970 – '72) tätig und bearbeitete Stücke u.a. von Shakespeare, Lessing, Büchner und Strindberg.

Ende der 80er Jahre zog sich Dürrenmatt nach heftiger kulturpolitischer Polemik vom Theater zurück. Wenige Jahre später starb er am 14. Dezember 1990 in Neuenburg.


Weitere Informationen zu Friedrich Dürrenmatt

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Friedrich Dürrenmatt
Autorenbroschüre
Leben und Werk

 

Ein Engel kommt nach Babylon

Eine Komödie in drei Akten
4D, 18H, Statisterie
UA: 22.12.1953, Münchner Kammerspiele München

Hinweis: Dieses Theaterstück ist im Buchhandel erschienen (Verlag: Diogenes). Sie können es dort bzw. als eBook erwerben.

Der König Nebukadnezar hat seinen Vorgänger Nimrod zu Fall gebracht und strebt nun, nachdem die Neuordnung der Welt gelungen ist, nach Vollkommenheit: Er will den wahrhaft sozialen Staat einführen. Alle Bettler werden angewiesen, in den Staatsdienst überzutreten. Einzig der Bettler Akki besteht auf seinem angestammten Gewerbe, er will sich seine Freiheit bewahren. Als Bettler verkleidet will Nebukadnezar Akki im persönlichen Gespräch zum Staatsdienst überreden. Akki schlägt dem Fremden, der sich als Bettler aus Ninive ausgibt, vor, sich in der Kunst des Bettelns zu messen. Akki, Meister seiner Kunst und Menschenkenner, schlägt für jeden Vorbeigehenden den richtigen Ton an, mimt den Bescheidenen oder fordert frech, er erbettelt das Maximale. Nebukadnezar hingegen weiß nur zu klagen, erreicht damit wenig und verliert den Wettkampf.
Ein Engel führt währenddessen das vor seinen Augen von Gott erschaffene Mädchen Kurrubi durch die Straßen Babylons. Er hat von Gott den Auftrag erhalten, das Mädchen dem geringsten Menschen auf der Erde zu übergeben. Nun glaubt er zu wissen, dass der Verlierer der ärmste Mensch sei und überlässt dem Bettler aus Ninive das Mädchen. Nebukadnezar, der nicht als geringster Mensch gelten will, reagiert beleidigt. Er tauscht Kurrubi gegen seinen gefesselten Vorgänger Nimrod und das Mädchen fällt rechtmäßig an Akki. Zurück im Palast, erkennt Nebukadnezar, dass er Kurrubi liebt. Kurrubi jedoch erkennt ihn nicht wieder und besteht darauf, nur den Bettler aus Ninive zu lieben. Als Nebukadnezar sich als dieser zu erkennen gibt, glaubt Kurrubi ihm nicht. Der selbstgerechte König ist enttäuscht, dass Gottes Gnadengeschenk nicht ihm, sondern nur dem wahren Bettler würdig ist. Er beschließt, einen Turm zu errichten, der die Wolken durchfährt, mitten ins Herz seines Feindes.

Dürrenmatts grotesk-mystische Komödie über die verspielte Gnade war als erster Teil einer Trilogie über den Turmbau zu Babel geplant, es blieb jedoch bei diesem ersten Teil. Die Parabel über die Hans Schweikart inszenierte die Uraufführung an den Münchner Kammerspielen.