25.11.6480

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"Wartesaal" von Lion Feuchtwanger an den Münchner Kammerspielen
In Lion Feuchtwangers berühmter Wartesaal-Trilogie bestehend aus den Romanen...

DSE: "Die Zertrennlichen" von Fabrice Melquiot am Schauspiel Frankfurt
Am 26. November ist die deutschsprachige Erstaufführung von Die...

"Alice" am Metrolpoltheater München
Herzlichen Glückwunsch zum Nichtgeburtstag und toi, toi, toi dem Münchener...

"Die Orestie" am Thalia Theater in Hamburg
Am 21. Oktober feierte Aischylos' Werk Die Orestie in der Bearbeitung von...

UA: "Eine Weihnachtsgeschichte" von Philipp Löhle nach Charles Dickens
"Die Reise führt tief hinein ins Unterbewusste des alten Griesgrams, wo die...

Neu bei FBE: "Blütenzeit (Blossom Time)" von Dorothy Donnelly und Sigmund Romberg
Blütenzeit ist die amerikanische Version des Wiener Singspiels "Das...

UA: "Nachts" von Franziska Henschel am Theater Oberhausen
Was passiert eigentlich mit der Welt, wenn ich die Augen zumache? Wie kommen...

DER FAUST für Hannah Biedermann
Am Freitag ist Hannah Biedermann der Deutsche Theaterpreis DER FAUST...

Brüder-Grimm-Preis 2017 für "NASSER #7Leben"
Der mit 10.000 Euro dotierte Brüder-Grimm-Preis des Landes Berlin geht in...

Neu bei FBE: "Mit deinem Bein im Mund lässt es sich viel leichter ich liebe dich Luka sagen" von Marcus Peter Tesch
Körper hängen wie geschlachtete Tiere von der Bühnendecke. Es sind die...

NEU bei Desch: "Jugendliebe" von Ivan Calbérac
Antoine Chopin hat alles – eine wunderschöne Freundin, beruflichen Erfolg und...


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Bild von Friedrich DürrenmattDürrenmatt, Friedrich

Friedrich Dürrenmatt zählt mit seinen nahezu 30 Stücken zu den bedeutendsten Schweizer Dramatikern des 20. Jahrhunderts. Vor allem in den 50er und 60er Jahren feierte er mit Stücken wie Der Besuch der alten Dame oder Die Physiker Triumphe. Daneben entstanden zahlreiche theatertheoretische Schriften und ein beachtliches erzählerisches, häufig in Justiz- und Kriminalmilieu angesiedeltes Werk.

Der als Sohn eines protestantischen Pfarrers 1921 in Konolfingen bei Bern geborene Dürrenmatt studierte zunächst Germanistik, Philosophie und Naturwissenschaften und wollte Maler werden ehe er sich 1945 endgültig dem Schreiben zuwandte. Interesse für aktuelle gesellschaftspolitische Fragen wie die Wirtschaftswundermentalität oder das atomare Wettrüsten prägte sein Werk trotz mythologischer und historischer Stoffe bis ins hohe Alter, wobei ihn seine pessimistische Weltsicht an der Veränderbarkeit der Verhältnisse eher zweifeln ließ. So bleibt seines Erachtens nach nur die Komödie mit all ihren Zufälligkeiten und Verzerrungen die einzig vertretbare Form der Darstellung einer undurchschaubaren Welt, in der das Individuum seine Machtlosigkeit erlebt.

Nachdem zwischen 1952 und 1962 seine wichtigsten Dramen entstanden waren, war Dürrenmatt danach als Regisseur und Direktionsmitglied am Basler Theater (1967 – '69) und als Berater des Zürcher Schauspielhauses (1970 – '72) tätig und bearbeitete Stücke u.a. von Shakespeare, Lessing, Büchner und Strindberg.

Ende der 80er Jahre zog sich Dürrenmatt nach heftiger kulturpolitischer Polemik vom Theater zurück. Wenige Jahre später starb er am 14. Dezember 1990 in Neuenburg.


Weitere Informationen zu Friedrich Dürrenmatt

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Friedrich Dürrenmatt
Autorenbroschüre
Leben und Werk

 

Herkules und der Stall des Augias

Eine Komödie
2D, 7H, Nebendarsteller
UA: 20.03.1963, Schauspielhaus Zürich

In Dürrenmatts Demokratie-Persiflage scheitern Held und Politiker gleichermaßen am vermisteten Staat. Das Credo "Ran an den Mist" bedeutet in der Demokratie Elis eine Gesamterneuerung des Staates, denn Elis liegt unter Mist begraben. Sah man letztes Jahr noch die Hausdächer, sind diese nun begraben – Elis ist vermistet, verdreckt, verstunken. Der Präsident von Elis, Augias, will die Sache in die Hand nehmen, und zwar radikal. Als "Oberausmister" schlägt Augias keinen gebürtigen Elier vor, der sich auf dem Posten breit machen würde, sondern den ortsfremden Helden Herkules.

Als Polybios, Herkules' Sekretär, die Anfrage erreicht, plädiert er in Anbetracht der Schulden seines Vorgesetzten inständig dafür, den Auftrag anzunehmen, erntet dafür aber schlimme Prügel. Seit seine letzte Arbeit als Nationalheld misslang, hat Herkules das Helden-Dasein nämlich satt. Seiner Geliebten Deianeira, die als letzten Ausweg nur noch die Prostitution sieht, gelingt es, ihn damit unter Druck zu setzen. "Lieber Stallknecht als Zuhälter", sagt sich Herkules und macht sich mit Deianeira auf nach Elis.

Dort werden sie begeistert empfangen, Herkules will zur Tat schreiten. Die Bürokratie im Staate Elis fordert jedoch selbst für Heldentaten den Gang zu zahlreichen Ämtern. Will ein Ausländer Flüsse umleiten, wird es ungemein kompliziert. Augias, der sein Gemüt nach dem Regieren stets bei seinen Kühen im Stall beruhigt, kündigt an, sich aus der Angelegenheit rauszuhalten. Herkules grollt. Phyleus, Augias' Sohn, nähert sich in Mondnächten nicht unentdeckt Deianeira an. Iole, Augias Tochter, offenbart, unsterblich in Herkules verliebt zu sein.

Zunächst gutgeheißene Reformen werden unter nagenden Zweifeln, der fehlende "Sockel" des Landes könnte ein herber Verlust sein, vom Parlament vertagt und verhindert – der Versumpfung des Staates steht nichts mehr entgegen. Für Herkules kommt, wie als Rettung aus dem Morast, der Ruf aus Stymphalien im Norden, zur Beseitigung von Vogelkot. Herkules wäre kein Held, würde er sich nicht sofort auf den Weg machen. Augias, immerhin, versucht sich im Kleinen, und es gelingt: In seinem Garten hat er Mist in Humus verwandelt.