18.07.2018

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ÖEA: "Rock of Ages" beim Musical Sommer Amstetten
Haarspray, Leggins, Likör und die Hits der 80er-Jahre: Nach der erfolgreichen...

UA: "Sherlock Holmes und der Tod des Bayernkönigs" bei den Luisenburg-Festspielen
Am 12.7. ist die Uraufführung von Sherlock Holmes und der Tod des...

Sommertheater: Unsere Premieren im Juli und August
Wie schon im Juni freuen wir uns über viele Sommertheater-Premieren im Juli...

UA: "Jedermann - Ein Musical vom Sterbelernen" beim MusikTheaterFestival Oper Oder-Spree
Am 19. Juli feiert Peter Lunds und Wolfgang Böhmers Musical-Neufassung vom...

Neu bei FBE: "Little Me" von Cy Coleman
Little Me gehört mit zwei Broadway-Revivals und zahlreichen weiteren...

Zum Wiederentdecken: "33 Variationen" von Moisés Kaufman
Im Beethoven-Jahr 2020 jährt sich der Geburtstag des berühmten Komponisten...

Else-Lasker-Schüler-Stückepreis 2018 für Nele Stuhler
Nele Stuhler gewinnt mit Fische den ersten Else-Lasker-Schüler-Stückepreis...

Sommertheater: Unsere Premieren im Juni
Es ist wieder Sommertheater-Zeit! Unsere Freilicht-Premieren im Juni:...

Deutscher Kindertheaterpreis und Deutscher Jugendtheaterpreis: Fünf Stücke auf der Auswahlliste
Wir freuen uns über fünf Stücke aus unserem Programm auf den diesjährigen...

Ingeborg-Bachmann-Preis 2018: Martina Clavadetscher und Bov Bjerg
Martina Clavadetscher und Bov Bjerg wurden zu den 42. Tagen der...

Österreichischer Musiktheaterpreis für "In 80 Tagen um die Welt" von Gisle Kverndokk und Øystein Wiik
Die Uraufführungsproduktion von Gisle Kverndokks und Øystein Wiiks Musical In...


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Sag meiner Tochter, ich geh auf Reisen

(Dis à ma fille que je pars en voyage)
Deutsch von Almut Lindner
3D
frei zur DSE

Schauplatz des Stückes ist eine Zelle in einem Frauengefängnis. Dominique, eine Proletarierin mit großer Klappe und kleiner Kultur sitzt schon seit sieben Jahren ein. Sie hat ihren Mann getötet, der ihre Tochter mißbraucht hatte. In diesen sieben Jahren hat sie ihre Gewohnheiten entwickelt und sie möchte allein in dieser Zelle bleiben, die zu ihrer Welt geworden ist und in der sie sich irgendwie geborgen fühlt.

Dann führt die Wärterin aber eine neue, völlig verunsicherte und verängstigte Gefangene in die Zelle, Caroline. In nichts ist sie mit Dominique zu vergleichen: eine Kleinbürgerin in Pumps und Kostüm, die wegen Unterschlagung und unsauberer Geldgeschäfte für ihre Chefs, die sich rechtzeitig abzusetzen verstanden, zu drei Jahren Haft verurteilt wurde. Auch sie wäre aus Scham lieber allein, um sich verstecken zu können. Zwei Frauen treffen also aufeinander, die alles trennt, soziale Klasse, Erziehung und Vergangenheit.

Denise Chalem gelingt das Kunststück, aus diesem gefährlichen Sujet einen verstörenden, unter die Haut gehenden Theatertext zu filtern, der - wahrscheinlich zum ersten Mal - den Albtraum weiblicher Haftbedingungen in solchem Realismus auf die Bühne bringt. Und dies dank einer intelligenten Konstruktion: Das Stück ist in 20 schnelle Szenen gegliedert, die nichts verbindet und die es der Autorin erlauben abzubrechen, wenn die immer vorhandene Gefahr von Pathos oder sentimentaler Gefühlsduselei droht.

Werk aus dem Programm des Theaterverlag Werk aus dem Programm des Theaterverlag Desch