16.12.4852

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"Die Kaiserin" am Theater Baden bei Wien
Punktgenau zum 300. Geburtstag der Habsburger-Ikone und Langzeit-Regentin...

"Die lustigen Nibelungen" von Oscar Straus am Badischen Staatstheater Karlsruhe
"Er sieht so miesepetrig aus, und nicht wie sonst so munter – was hat er...

Neu bei FBE: "General Wunde" von Joël László
Die Hautkrankheit des Neugeborenen verändert das Leben von Anja und Samuel....

"Die Regeln des Sommers" in der Regie von Hannah Biedermann am Jungen Nationaltheater Mannheim
Hannah Biedermann, frisch mit dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST für die...

"Venedig im Schnee" am Theater an der Effingerstraße Bern, den Bühnen der Stadt Gera, dem Theater Schloss Maßbach
Gleich drei Premieren von Venedig im Schnee von Gilles Dyrek gibt es im...

Berlin-Premiere: "Weihnachten auf dem Balkon" an der Komödie am Kurfürstendamm
Am 3. Dezember war die Premiere von Weihnachten auf dem Balkon von Gilles...

UA "Broken German" von Tomer Gardi am Schauspiel Graz
Mitte November wurde Noam Brusilovskys Hörspielbearbeitung von Tomer Gardis...

"Nachts" von Franziska Henschel am Theater Oberhausen
"Die Farben weg, die Geräusche lauter. Die Uhren langsamer, dafür das Ticken...

"Alles Schwindel" von Mischa Spoliansky am Maxim Gorki Theater in Berlin
Das Publikum des Berliner Maxim Gorki Theaters wird am 17. Dezember sowohl in...

SchreibenDenkenHören: "Der korallene Wald" von Ruth Johanna Benrath
Words don't come easy. Textproduktion ist oft ein hartes Ringen zwischen...

"Wartesaal" nach Lion Feuchtwanger an den Münchner Kammerspielen
Ein "leiser und konzentrierter Abend" (Nachtkritik): Stefan Pucher inszeniert...

Neu bei FBE: "Nach Luft jagen" von Michael A. Müller
Penelope möchte uralt werden. Wie Oma. Die sagte mal, jedes Ticken der Uhr,...

DSE: "Die Zertrennlichen" von Fabrice Melquiot am Schauspiel Frankfurt
Am Schauspiel Frankfurt ist am 26.11. Fabrice Melquiots neues Stück Die...


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Bild von Eric CobleCoble, Eric
Foto © Betsy Molnar 

Der Dramatiker und Drehbuchautor Eric Coble wurde im schottischen Edinburgh geboren und wuchs in den amerikanischen Navaho- und Yuta-Indianerreservaten in New Mexico und Colorado auf. Er studierte Englische Literatur sowie Schauspiel, bevor er sich dem Schreiben von Theaterstücken widmete. Sein Schaffen als Dramatiker umfasst mittlerweile mehr als 50 Werke, darunter "Bright Ideas", "The Dead Guy", "My Barking Dog", "A Girl's Guide to Coffee" und "The Giver". Sein Stück Herbstrasen wurde 2014 mit Estelle Parsons und Stephen Spinella am Broadway in New York gezeigt.


Weitere Informationen zu Eric Coble

 

Herbstrasen

(The Velocity of Autumn)
Schauspiel
Deutsch von Maria Harpner und Anatol Preissler
1D, 1H
UA: 21.04.2014, Booth Theatre New York
DSE: 01.06.2017, Grenzlandtheater Aachen

Die 79-jährige Alexandra hat sich in ihrer Wohnung in der 2. Etage ihres New Yorker Stadthauses verbarrikadiert. Jahrzehntelang war dies ihr Zuhause, nun soll sie nach dem Willen ihrer Kinder Michael und Jennifer in ein „Heim für betreutes Wohnen“ umziehen, da sie bezweifeln, dass ihre Mutter weiterhin allein für sich sorgen kann. Doch nicht mit Alexandra: Auch sie kann die deutlichen Zeichen ihres allmählichen Verfalls schon länger nicht mehr ignorieren. Aber dies ist für sie noch lange kein Grund, ihre Selbstbestimmtheit aufzugeben. Lieber würde sie sich und die ganze Bude abfackeln, als ihre geliebte Umgebung zu verlassen.

In einem letzten Versuch, die alte Dame zur Vernunft zu bringen, bevor die Polizei übernehmen soll, gelingt es schließlich dem jüngsten Bruder Chris, sich kletternd über ein Fenster Zutritt zur Wohnung zu verschaffen. Offenbar haben sich Mutter und Sohn lange nicht gesehen. Ebenso offensichtlich hatte Alexandra einst ein besonderes Verhältnis zu diesem Sohn, sehr innig, aber auch nicht minder konfliktreich. Während Chris versucht, die brenzlige Situation zu retten, begeben sich beide auf eine Reise in die gemeinsame Familiengeschichte. Schonungslos, offen, berührend und manchmal auch verletzend. Beide verstehen die Sorgen, Ängste und Sehnsüchte des jeweils anderen, so, wie dies offenbar schon lange niemand mehr getan hat. Und so wird schnell klar, dass diese gemeinsame Reise für die Zukunft beider überlebenswichtig ist.

Eric Coble setzt in seinem Stück Herbstrasen eine Frau in den Mittelpunkt, die Zeugin ihres fortschreitenden Alters ist. Sie merkt, wie ihr Gedächtnis schwindet. Sie merkt, wie ihre Kräfte nachlassen. Sie merkt, dass die Umwelt sie permanent überholt. Doch jenseits dieser für sie immer offensichtlicher werdenden schwindenden Optionen ist für sie eines wichtiger als alles andere: der Anspruch eines alten Menschen auf Respekt und Wahrhaftigkeit. Coble gelingt es, einen Schlagabtausch zwischen zwei Menschen zu gestalten, der trotz aller Rückschau auf ein langes Leben ohne Sentimentalitäten auskommt oder betulich wird, sondern die Frage nach Selbstbestimmtheit im Leben mit Witz und Verve präsentiert.