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Am 19. November war die Uraufführung von Philipp Löhles neuem Stück Anfang...

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Clara, Isabell, Julie und Emily sind seit zwanzig Jahren beste Freundinnen....

Ausgezeichnet: NESTROY 2021 für "Krasnojarsk" und "Einfach das Ende der Welt"
Bei der Verleihung der NESTROY-Theaterpreise 2021 wurden u. a. die DSE von...

Neu: "Schlafmodus" von Beatrix Rinke
Um nichts Geringeres als den "Weltschlaf" geht es in dem Debütstück von...

UA: "Siri und die Eismeerpiraten" am LTT
Am 4. Dezember feiert Siri und die Eismeerpiraten von Frida Nilsson seine...

Neu: Charivari 2021
Charivari 2021: Unser aktuelles Verlagsprogramm für die Spielzeit 2021/22...

Ausgezeichnet: BR-Operettenfrosch 21/22 für "Clivia" von Nico Dostal an der Oper Graz
Die Neuproduktion von Nico Dostals Operette Clivia der Oper Graz wurde mit...

Martina Clavadetscher gewinnt Schweizer Buchpreis
Für ihren Roman Die Erfindung des Ungehorsams wurde Martina Clavadetscher am...

Neufassung: "Mack und Mabel" von Jerry Herman
Aus der Feder des La Cage Aux Folles-Komponisten Jerry Herman stammt der...

ÖE: "Ich, Ikarus" von Oliver Schmaering am Burgtheater, Wien
Am 14. November feiert Ich, Ikarus von Oliver Schmaering seine...

UA: "Anfang und Ende des Anthropozäns" von Philipp Löhle
Am 19. November ist die Uraufführung von Philipp Löhles Stück Anfang und Ende...

DSE: "Noch einen Augenblick" von Fabrice Roger-Lacan am Renaissance-Theater Berlin
Am 26. November findet die deutschsprachige Erstaufführung von Noch einen...

Neue Stoffrechte: "Eine runde Sache" von Tomer Gardi
Zwei Künstler aus zwei unterschiedlichen Jahrhunderten reisen durch...


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Deval, Jacques

Jacques Deval war einer der erfolgreichsten Autoren und Regisseure der französischen Boulevard-Komödie. In den 20er und 30er Jahren verging kaum eine Spielzeit, in der die Pariser Bühnen nicht ein neues Werk aus seiner Feder zur Aufführung brachten, und auch nach seiner Rückkehr aus Hollywood, wo er seit 1938 als Berater amerikanischer Filmproduzenten tätig war, trat er wieder mit neuen Stücken wie "O! Ma Maîtresse!", "D'ombre chère" u.a. hervor.

Zu seinen bekanntesten Stücken gehören "Tovaritch", "Dans sa candeur naive", "Mademoiselle". Viele seiner Stücke wurden verfilmt, u.a. "Club des femmes" (1936, mit Danielle Darrieux) und "L'invité du mardi" (1950, mit Bernard Blier), "Etienne" (1968, mit Jean-Pierre Lamy), "Et l'enfer, Isabelle" (1970, mit Françoise Christophe), "Une histoire de brigands" (1971, mit Gisèle Casadesus) "Charmante soirée (1973, mit Michel Creton), "Il y a longtemps que je t'aime" (1974, mit Claude Jade); "Il était une gare" (1975, mit Renée Faure) und "La prétentaine" (1980, mit Michel Creton). In Deutschland wurde er mit Filmen wie "Familienpapiere" (1961, mit Carl-Heinz Schrott) und "Geliebte Hochstaplerin" (1961, mit Nadja Tiller, Walter Giller und Elke Sommer).

Jacques Deal schrieb auch Bücher, u.a. "Marie Galante" (1931), einem Roman den er 1934 für die Bühne bearbeitete, mit der Musik von Kurt Weill, und 1934 mit Ketti Gallian und Spencer Tracy verfilmte.

 

Towarisch

Komödie in vier Akten
Deutsche Bearbeitung von Curt Goetz
6D, 8H
UA: 04.01.1935, Komödienhaus Berlin

Prinz Ouratieff lebt mit seiner Frau Tatjana unter ärmlichsten Umständen in der Emigration in Paris, obgleich der ehemalige russische Offizier das milliardenschwere Privatvermögen des letzten Zaren verwaltet. Es fehlt nicht an Versuchen, den Ouratieffs das Geld abzunehmen, aber das Ehepaar will es nur einem legitimen Nachfolger der Romanows aushändigen. Auf ein Inserat hin bewerben sich die beiden als Hausangestellte bei einer französischen Bankiersfamilie, versehen mit den besten Zeugnissen - vom Prinzen Ouratieff. Auf einer Gesellschaft im Haus des Bankiers erscheint Sowjetkommissar Gorotschenko mit dem Auftrag, von den Banken einen Kredit einzuholen, denn das russische Volk hungert. Im Gegenzug wird er um Rechte auf russische Ölfelder erpresst. Inmitten der Gesellschaft kommt es zum Eklat. Gorotschenko erkennt das Fürstenpaar und verlangt von ihnen die Herausgabe des Zarenvermögens. Es kommt zu einer dramatischen Auseinandersetzung, in der zwei Weltanschauungen auf Augenhöhe aufeinanderprallen - vor einer Gesellschaft, die nicht nur politische, sondern vor allem wirtschaftliche Interessen an der Richtung des Geldflusses hat.

Jacques Deval schrieb seine Komödie Towarisch 1931 für die Schauspielerin Elvira Popesco. Curt Goetz bearbeitete das Stück für die deutsche Bühne und gab ihm neben aller Goetzschen Situationskomik auch eine politische Dimension - in dieser Fassung wurde es 1935 am Komödienhaus uraufgeführt, mit Valerie von Martens und Curt Goetz in den Hauptrollen. Von Duval ist überliefert, er wünsche sich, er hätte das geschrieben, was Curt Goetz übersetzt hätte. Die Komödie wurde in Deutschland u.a. 1961 von Max Peter Ammann und 1966 von Wolfgang Liebeneiner für das Fernsehen verfilmt.