16.12.5930

Aktuelle Nachrichten

"Die Kaiserin" am Theater Baden bei Wien
Punktgenau zum 300. Geburtstag der Habsburger-Ikone und Langzeit-Regentin...

"Die lustigen Nibelungen" von Oscar Straus am Badischen Staatstheater Karlsruhe
"Er sieht so miesepetrig aus, und nicht wie sonst so munter – was hat er...

Neu bei FBE: "General Wunde" von Joël László
Die Hautkrankheit des Neugeborenen verändert das Leben von Anja und Samuel....

"Die Regeln des Sommers" in der Regie von Hannah Biedermann am Jungen Nationaltheater Mannheim
Hannah Biedermann, frisch mit dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST für die...

"Venedig im Schnee" am Theater an der Effingerstraße Bern, den Bühnen der Stadt Gera, dem Theater Schloss Maßbach
Gleich drei Premieren von Venedig im Schnee von Gilles Dyrek gibt es im...

Berlin-Premiere: "Weihnachten auf dem Balkon" an der Komödie am Kurfürstendamm
Am 3. Dezember war die Premiere von Weihnachten auf dem Balkon von Gilles...

UA "Broken German" von Tomer Gardi am Schauspiel Graz
Mitte November wurde Noam Brusilovskys Hörspielbearbeitung von Tomer Gardis...

"Nachts" von Franziska Henschel am Theater Oberhausen
"Die Farben weg, die Geräusche lauter. Die Uhren langsamer, dafür das Ticken...

"Alles Schwindel" von Mischa Spoliansky am Maxim Gorki Theater in Berlin
Das Publikum des Berliner Maxim Gorki Theaters wird am 17. Dezember sowohl in...

SchreibenDenkenHören: "Der korallene Wald" von Ruth Johanna Benrath
Words don't come easy. Textproduktion ist oft ein hartes Ringen zwischen...

"Wartesaal" nach Lion Feuchtwanger an den Münchner Kammerspielen
Ein "leiser und konzentrierter Abend" (Nachtkritik): Stefan Pucher inszeniert...

Neu bei FBE: "Nach Luft jagen" von Michael A. Müller
Penelope möchte uralt werden. Wie Oma. Die sagte mal, jedes Ticken der Uhr,...

DSE: "Die Zertrennlichen" von Fabrice Melquiot am Schauspiel Frankfurt
Am Schauspiel Frankfurt ist am 26.11. Fabrice Melquiots neues Stück Die...


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Deval, Jacques

Jacques Deval war einer der erfolgreichsten Autoren und Regisseure der französischen Boulevard-Komödie. In den 20er und 30er Jahren verging kaum eine Spielzeit, in der die Pariser Bühnen nicht ein neues Werk aus seiner Feder zur Aufführung brachten, und auch nach seiner Rückkehr aus Hollywood, wo er seit 1938 als Berater amerikanischer Filmproduzenten tätig war, trat er wieder mit neuen Stücken wie "O! Ma Maîtresse!", "D'ombre chère" u.a. hervor.

Zu seinen bekanntesten Stücken gehören "Tovaritch", "Dans sa candeur naive", "Mademoiselle". Viele seiner Stücke wurden verfilmt, u.a. "Club des femmes" (1936, mit Danielle Darrieux) und "L'invité du mardi" (1950, mit Bernard Blier), "Etienne" (1968, mit Jean-Pierre Lamy), "Et l'enfer, Isabelle" (1970, mit Françoise Christophe), "Une histoire de brigands" (1971, mit Gisèle Casadesus) "Charmante soirée (1973, mit Michel Creton), "Il y a longtemps que je t'aime" (1974, mit Claude Jade); "Il était une gare" (1975, mit Renée Faure) und "La prétentaine" (1980, mit Michel Creton). In Deutschland wurde er mit Filmen wie "Familienpapiere" (1961, mit Carl-Heinz Schrott) und "Geliebte Hochstaplerin" (1961, mit Nadja Tiller, Walter Giller und Elke Sommer).

Jacques Deal schrieb auch Bücher, u.a. "Marie Galante" (1931), einem Roman den er 1934 für die Bühne bearbeitete, mit der Musik von Kurt Weill, und 1934 mit Ketti Gallian und Spencer Tracy verfilmte.

 

Towarisch

Komödie in vier Akten
Deutsche Bearbeitung von Curt Goetz
6D, 8H
UA: 04.01.1935, Komödienhaus Berlin

Prinz Ouratieff lebt mit seiner Frau Tatjana unter ärmlichsten Umständen in der Emigration in Paris, obgleich der ehemalige russische Offizier das milliardenschwere Privatvermögen des letzten Zaren verwaltet. Es fehlt nicht an Versuchen, den Ouratieffs das Geld abzunehmen, aber das Ehepaar will es nur einem legitimen Nachfolger der Romanows aushändigen. Auf ein Inserat hin bewerben sich die beiden als Hausangestellte bei einer französischen Bankiersfamilie, versehen mit den besten Zeugnissen - vom Prinzen Ouratieff. Auf einer Gesellschaft im Haus des Bankiers erscheint Sowjetkommissar Gorotschenko mit dem Auftrag, von den Banken einen Kredit einzuholen, denn das russische Volk hungert. Im Gegenzug wird er um Rechte auf russische Ölfelder erpresst. Inmitten der Gesellschaft kommt es zum Eklat. Gorotschenko erkennt das Fürstenpaar und verlangt von ihnen die Herausgabe des Zarenvermögens. Es kommt zu einer dramatischen Auseinandersetzung, in der zwei Weltanschauungen auf Augenhöhe aufeinanderprallen - vor einer Gesellschaft, die nicht nur politische, sondern vor allem wirtschaftliche Interessen an der Richtung des Geldflusses hat.

Jacques Deval schrieb seine Komödie Towarisch 1931 für die Schauspielerin Elvira Popesco. Curt Goetz bearbeitete das Stück für die deutsche Bühne und gab ihm neben aller Goetzschen Situationskomik auch eine politische Dimension - in dieser Fassung wurde es 1935 am Komödienhaus uraufgeführt, mit Valerie von Martens und Curt Goetz in den Hauptrollen. Von Duval ist überliefert, er wünsche sich, er hätte das geschrieben, was Curt Goetz übersetzt hätte. Die Komödie wurde in Deutschland u.a. 1961 von Max Peter Ammann und 1966 von Wolfgang Liebeneiner für das Fernsehen verfilmt.