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Neu bei FBE: "Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt" Kinderoper von Oliver Ostermann & Alexander Kuchinka
Kaum ist bei der Feuerwehr der verdiente Kaffee fertig, da stört schon wieder...

Neu bei FBE: "Die Steilwand" von Jordi Galceran
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"Ein Recht auf Chanel" - UA von "Einfache Leute"
Am 20. Juni war die Uraufführung von Anna Gschnitzers Stück Einfache Leute am...

"'Verbindungsfehler' geht unter die Haut" - UA von Julian Mahid Carly
Am 20. Juni war die Uraufführung von Verbindungsfehler von Julian Mahid Carly...

Necati Öziri gewinnt beim Bachmann-Preis
Mit zwei Preisen wurde Necati Öziri bei den „Tagen der deutschen Literatur“...

Sommertheater 2021: Premieren im Musiktheater
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Sommertheater 2021: Premieren im Schauspiel
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Altmann, Andreas

Andreas Altmann (* 3. Oktober 1949) ist ein deutscher Reporter und Autor.

Altmann wuchs im Wallfahrtsort Altötting als Sohn eines alteingesessenen Devotionalienhändlers auf. Nachdem er Psychologie, Jura und Schauspiel studierte, verarbeitet er seine extensiven Reiseerfahrungen seit Ende der 1980er Jahre in Reportagen und Büchern.

Er ist Mitglied im Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung.

 

Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend

Oliver Kluck zur gleichnamigen Autobiographie von Andreas Altmann
Besetzung variabel
UA: 30.04.2014, Schauspielhaus Graz Graz

Eine Betrachtung

Entgegen aller Vorhersagen, lässt sich selbst der ehrbarste Bürger, der Kirchengänger, der praktizierende Katholik, der regelmäßige Steuerzahler, der Kunstverständige, der Theaterbesucher, der Abonnent überregionaler Zeitungen, der Studierte, der Promovierte, der Publizierte, der Gefragte, der Meinungsmacher, der Wächter kultureller Werte, der Vater, der Ehemann, der gute Sohn und Schwiegersohn, der schwer zu Provozierende, der Ausgeglichene, der in sich Ruhende, der Erfolgreiche, der gemachte Mann, der hilfsbereite, zu allen Freundliche, der Überzeugte, der Beständige ohne weiteres verlocken. Nicht mehr muss man tun, als ihn im Kreis seiner Applausklatscher aufzusuchen.

Eine Kindheit der Nachkriegszeit im idyllischen Wallfahrtsort Altötting. Doch die Geschichte, die Andreas Altmann erzählt, handelt weder von Gnade noch von Wundern, sondern von brutaler Gewalt und Schrecken ohne Ende. Schonungslos blickt Altmann zurück: auf einen Vater, der als psychisches Wrack aus dem Krieg kommt und den Sohn bis zur Bewusstlosigkeit prügelt, auf eine Mutter, die zu schwach ist, um den Sohn zu schützen, und auf ein Kind, das um sein Überleben kämpft. Erst als Jugendlichem gelingt Altmann die Flucht. Die schreckliche Erfahrung aber kann ihn nicht brechen. Sie wird vielmehr der Schlüssel für ein Leben jenseits des Opferstatus. Ein Leben, in dem er seine Bestimmung als Reporter findet: "Hätte ich eine liebliche Kindheit verbracht, ich hätte nie zu schreiben begonnen, nie die Welt umrundet …"

Andreas Altmann gehört zu den bekanntesten deutschen Reiseautoren und wurde u. a. mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis, dem Säume-Literaturpreis und dem Reisebuch-Preis ausgezeichnet. Altmann lebt in Paris.

Seine Autobiographie ist beim Piper Verlag erschienen.

Eine Hörspielfassung wurde 2014 vom SWR produziert.