Bild von Hans FalladaFallada, Hans

Hans Fallada wurde am 21. Juli 1893 in Greifswald geboren. Bevor er als freier Schriftsteller leben konnte, war er als Journalist und Angestellter eines Verlages tätig. Bereits in jungen Jahren wurde Fallada alkohol- und morphiumabhängig und kam wegen Unterschlagungsdelikten zweimal vor Gericht. Aus dem Gefängnis entlassen, arbeitete er mehrere Jahre beim Neumünsterer Generalanzeiger. Bereits mit Bauern, Bonzen und Bomben (1931) hatte der Autor großen Erfolg. Der 1932 veröffentlichte Roman Kleiner Mann - was nun? brachte ihm internationale Berühmtheit. Nach der Machtübernahme Adolf Hitlers zog sich Fallada weitgehend aus dem öffentlichen Leben auf sein Landgut in Carwitz (Mecklenburg) zurück. 1944 wurde er wegen eines mutmaßlichen Mordversuchs an seiner Frau Anna in die Landesanstalt Strelitz eingeliefert, später aber wieder freigelassen. Im selben Jahr entstand der Roman Der Trinker (Veröffentlichung posthum 1950), der autobiographische Züge trägt.

Hans Fallada starb am 5. Februar 1947 an den Folgen eines Rückfalls in die Drogensucht.

Auf der Bühne erlangten Falladas Werke als Dramatisierungen nach seinem Tode zunehmend Popularität. So kam 1972 Kleiner Mann - was nun? als Revue von Peter Zadek und Tankred Dorts auf die Bühne des Bochumer Schauspielhauses, es folgten zahlreiche Inszenierungen, u.a. von Gil Mehmert und Volker Bürger am Münchner Volkstheater, Luk Perceval an den Münchner Kammerspielen und Michael Thalheimer am Schauspiel Frankfurt. Zu den bekanntesten Verfilmungen seiner Werke zählen u.a. "Wolf unter Wölfen" (1964; mit Armin Mueller-Stahl), "Jeder stirbt für sich allein" (1975; mit Hildegard Knef), "Der eiserne Gustav" (1979; Regie Wolfgang Staudte), "Der Trinker" (1995; Regie Tom Toelle) mit Harald Juhnke in der Hauptrolle., "Jeder stirbt für sich allein" (2016; mit Emma Thompson, Brendan Gleeson, Daniel Brühl, Regie: Vincent Perez).

Bitte beachten Sie auch unser Hans Fallada-Spezial:
Hans Fallada - eine Wiederentdeckung

Hans Falladas Werk wird im Aufbau Verlag verlegt.


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Fallada, Hans
Autorenbroschüre
Leben und Werk

 

Anton und Gerda

Roman von Hans Fallada


Anton Färber, achtzehn Jahre alt und Abiturient mit gut mittelständischem familiären Hintergrund, verliebt sich in die wesentlich ältere Prostituierte Gerda Loo. Seine Liebe findet Widerhall und das  unkonventionelle Paar entflieht dem für sie lebensungünstigen, moralisch sauren Kleinbürgerbiotop. Sie brennen an die Ostsee durch. In ein Freiheitsidyll aus Sonne, Meer und Liebe. Doch Antons Eltern spüren sie auf und wollen ihren rechtschaffenen Jungen zurückholen. Doch dieser will mit Gerda zusammenbleiben und mit ihr gemeinsam von ihren Liebesdiensten leben.

Anton und Gerda entstand zwischen 1921 und 1922 auf Rügen. Im Gegensatz zu Hans Falladas erstem Roman Der junge Goedeschal ist er nicht in der Ich-Form geschrieben. Er besitzt einen differenzierenden auktorialen Erzähler. Neben dem stürmerischen Expressionismus ist auch Falladas feines Gespür für Dialoge und Situation zu erkennen. Anton und Gerda ist ein moralischer Roman. Er kämpft an gegen eine Doppelmoral von Staat und Kirche, die Menschen wie Gerda systemimmanent braucht und benutzt, aber im Systemideal ablehnt, und setzt gesellschaftlichen Restriktionen eine naive Liebe entgegen. Gerda ist die erste in einer Serie von starken, mütterlichen Frauenfiguren, die dem Leben und den widrigen Umständen bedingungslos und unerschüttert trotzen.

Hinweis:
Es ist jeder Bühne möglich, in Rücksprache mit dem Verlag eine eigene Adaption von den Werken Hans Falladas zu erstellen.