23.02.4936

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"Die Nashörner" am Staatsschauspiel Dresden
Die Kritik an einem hinter dem Individualismus versteckten Zwang zu...

Oliver Schmaering für Mülheimer Kinderstückepreis nominiert
In dir schläft ein Tier von Oliver Schmaering ist für den Kinderstückepreis...

Neu bei FBE: "Das Molekül" von William W. Murta
Mit biografischen Schlaglichtern erzählt William Ward Murta in seinem Musical...

Wiederentdeckt: "Der Flüchtling" von Fritz Hochwälder
Nahe einer schwer passierbaren Landesgrenze im Hochgebirge treffen drei...

Neu bei FBE: "Das Mädchen Wadjda" von Haifaa Al Mansour
Riad, Saudi-Arabien: Die zehnjährige Wadjda wünscht sich nichts sehnlicher...

DSE: "Lazarus" von David Bowie und Enda Walsh am Düsseldorfer Schauspielhaus
Am 3. Februar ist die deutschsprachige Erstaufführung des Musicals Lazarus...

"Grimm!" von Thomas Zaufke und Peter Lund am Theater Erfurt
Mit dem bösen Wolf hat schon so ziemlich jeder seine Erfahrungen gemacht. So...

Neu bei FBE: "Polnische Hochzeit" von Joseph Beer
19. Jahrhundert, Zeit des polnischen Aufstandes gegen die russische...

Neuübersetzung "High Society" am Landestheater Coburg
Wenn sich die High Society amüsiert und Hochzeit feiert, ist auch die...

Neu bei FBE: "Rabbit Hole" von David Lindsay-Abaire
Becca und Howie Corbett sind mit ihrem vierjährigen Sohn Danny eine...


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Dürrenmatt, Friedrich
Friedrich Dürrenmatt zählt mit seinen nahezu 30 Stücken zu den bedeutendsten Schweizer Dramatikern des 20. Jahrhunderts. Vor allem in den 50er und 60er...


Struppeck, Christian
Christian Struppeck arbeitet als freischaffender Regisseur, Autor und Creative Producer. Er war sechs Jahre lang Künstlerischer Direktor und Leiter der...


Hofer, Wolfgang
Wolfgang Hofer wurde als Sohn eines Buchhalters in Linz geboren. Er textete und komponierte bereits als Gymnasiast und formierte ein Folkmusik-Quartett. Als...


Reed, Michael
Michael Reed ist Musikalischer Leiter, Orchestrator und Arrangeur. Er war viel für West-End-Produktionen tätig und zudem als Supervisor für die weltweite...


Schneider, Moritz
Moritz Schneider ist Komponist und Produzent u. a. für Film und Show. Diverse Filmmusiken für Schweizer und internationale Produktionen entstanden gemeinsam...


 

Der Besuch der alten Dame – Das Musical

Basierend auf dem gleichnamigen Theaterstück von Friedrich Dürrenmatt
Buch und kreative Entwicklung von
Christian Struppeck
Liedtexte von Wolfgang Hofer
Musik von Moritz Schneider und Michael Reed
Arrangements und Orchestrierung von Michael Reed
5D, 14H, Chor
Orchesterbesetzung: Vl I, II, Va, Vc, Kb (5-String-Bass), Picc, Ob, Klar, B.Klar, Fl, Hr I, II, III, Key I, II, III, E.Git I, II, Perc, Pk
UA: 16.07.2013, Thunerseespiele Thun

Die Stadt Güllen ist vollkommen verarmt, als Claire Zachanassian in ihre Heimatstadt zurückkehrt. Als reichste Frau der Welt ruhen alle Hoffnungen der Bewohner auf ihr, die marode finanzielle Situation der Stadt für alle Zeit zu beenden. Tatsächlich bietet die edle, alte Dame der Stadt zwei Milliarden, fordert im Gegenzug jedoch den Tod ihres ehemaligen Geliebten Alfred III, um sich für sämtliches Leid, das sie durch ihn in der Vergangenheit erlitten hat, zu rächen.
Die Güllner sind empört über den moralisch verwerflichen Handel und lehnen ihn strikt ab, doch schon nach kurzer Zeit können die Menschen der materiellen Verlockung nicht mehr widerstehen und beginnen, sich einer nach dem anderen zu verschulden. Alfred beobachtet das Verhalten mit zunehmender Besorgnis, bis sich seine Verzweiflung ins Unermessliche steigert. Bewaffnet sucht er Claire auf, entschlossen, sie zu töten – doch die Gefühle der Vergangenheit überwältigen beide. Voller Reue gesteht er ihr seine immer währende Liebe, Claire dagegen kann und will ihm nicht verzeihen.
Wenig später entscheiden die Güllner in einer Gemeindeversammlung, über das Schicksal Alfred Ills abstimmen zu wollen. Im Namen der Gerechtigkeit wird er einstimmig für sein schändliches Verhalten gegenüber Claire als schuldig befunden.
Als Claire hereinstürzt, liegt Alfred bereits leblos am Boden. Trauernd kniet sie bei ihm und bezichtigt alle Anwesenden des Mordes. Die Güllner aber sind froh, sich selbst gerettet zu haben.

Der Dürrenmatt-Klassiker als Musical über das Spiel um Geld und Macht, aber vor allem über das Streben nach Glück mit allen Mitteln. Im Gegensatz zur reinen Schauspielfassung stellt das Musical die Gefühlswelt Claires und ihre verzweifelte Suche nach Gerechtigkeit durch Rückblenden in den Vordergrund. Ihr stetiger Wechsel von tiefer Leidenschaft und Hass findet sich dabei auch in der Musik: Auf rockig moderne Motive folgen romantisch orchestrale Klänge, aber auch kurzweilige Musicalnummern mit Broadway-Touch. Ein wahrhaft emotionales Stück, das unter die Haut geht und dabei den bittersüßen Dürrenmatt-Gehalt nicht verliert.