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UA: "Schleifpunkt" von Maria Ursprung bei den Autorentheatertagen
Am 3. Oktober ist die Uraufführung von Maria Ursprungs Stück Schleifpunkt im...

UA: "Geld, Parzival" von Joël László am Vorarlberger Landestheater
Am 4. Oktober ist die Uraufführung von Joël Lászlós Stück Geld, Parzival am...

Hörspiel: "Linie 912" von Thilo Reffert
Ein ganz normaler Morgen, in einem ganz normalen Bus. Es ist die Linie 912....

Nestroy-Preis Nominierung für Mathias Spaan
Für seine Inszenierung "Die Nibelungen" nach Friedrich Hebbel ist Mathias...

UA: "NO PLANET B" von Nick Wood am Theater Kempten
Am 17. September 2020 feiert das Auftragswerk NO PLANET B von Nick Wood am...

"Keine Performance-Hallodris" – UA: "Das Leben ist ein Wunschkonzert" von Esther Becker
Am 5. September feierte Das Leben ist ein Wunschkonzert von Esther Becker am...

Werke von Robert Wilson und Tom Waits im September
Im September stehen gleich vier Mal Werke von Robert Wilson und Tom Waits auf...

Wir freuen uns auf ... Spielzeit 2020/21
Es geht endlich wieder los: Die Spielzeit 2020/21 steht in den Startlöchern....

"Hedwig and the Angry Inch" von Stephen Trask und Cameron Mitchell in Berlin
Hedwig and the Angry Inch von Stephen Trask und John Cameron Mitchell ist...

Neu bei FBE: "Der Hauptmann von Köpenick" von Heiko Stang
Der vorbestrafte Schuhmacher Wilhelm Voigt möchte ganz von vorn anfangen, ein...

"Von der Hoffnung auf Veränderung" - UA: "Gott ist nicht schüchtern" von Olga Grjasnowa
Am 5.9. war die Uraufführung von Olga Grjasnowas Text Gott ist nicht...

Hörspiel: "Neue Reisende" von Tine Høeg
Sie hat ihn schon siebenmal nackt gesehen. Zweimal auf der Zugtoilette....

UA: "Paul*" am Theater Kanton Zürich, Winterthur
Am 21. September 2020 feiert das Auftragswerk Paul* von Eva Rottmann am...

Hörspiel:"Laute Nächte" von Thomas Arzt
Eine junge Frau und ein junger Mann, nachts, beim Tanzen. Das ist die...

"Andrà tutto bene!" - Löhle in Italien
Trotz behördlicher Einschränkungen gab es im Sommer in Italien Theater zu...

Neu bei FBE: "Der Mann mit dem Lachen" von Frank Nimsgern, Tilmann von Blomberg, Alexander Kuchinka
England, Anfang des 18. Jahrhunderts. Der Waisenjunge Gwynplaine zieht als...


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Bild von Jean PoiretPoiret, Jean

Jean Poiret wurde am 17. August 1926 in Paris geboren. Zwischen 1945 und 1952 war er als Schauspieler bei Robert Dhéry am Théatre des Deux-Anes engagiert. 1953 lernte er Michel Serrault kennen und schon bald gingen die beiden Akteure mit selbstgeschriebenen Sketches und Boulevardstücken gemeinsam auf Tournee.

Erste Filmauftritte ließen nicht lange auf sich warten. 1955 drehte Michel Boisrond den Film "Pariser Luft". Michel Serrault und Jean Poiret spielten an der Seite von niemand geringerem als Brigitte Bardot. Danach sah man Poiret in Sacha Guitrys "Assassins et vouleurs", Jean Boyers "Der Damenschreck" (beide 1956) und Raoul Andrés "Verlorenes Spiel" (1957). Christian Jaques "Die Französin und die Liebe" (1960) und Michel Boisronds "Pariserinnen" (1961) folgten.

Poiret machte sich nicht zuletzt auch einen Namen als Bühnenautor: Sein Stück von 1973 Ein Käfig voller Narren wurde 1978 von Edouard Molinaro verfilmt, es folgten zwei Fortsetzungen und ein Hollywood-Remake (1996) sowie die weltberühmte Musicalfassung La Cage Aux Folles.

Poiret wurde neben Fernandel und Bourvil zum Lieblingsschauspieler des Nouvelle Vague-Mitbegründers und Außenseiters Jean-Pierre Mocky. Unter seiner Regie spielte er in "Den Seinen gibt's der Herr" (1963) und "Angst in der Stadt" (1964). Immer wieder dreht er mit den Regisseuren Raoul André, Michel Drach und Michel Boisrond.
Poiret war Mitautor von François Truffauts Faschismus-Drama "Die letzte Metro" (1981), in dem er auch die Rolle des Regisseurs spielte. Schließlich gab ihm Claude Chabrol 1984 als Inspektor Lavardin in dem Film "Hühnchen in Essig" ein neues Image.

Zum letzten Mal stand Poiret für Chrisoph Bölls "Sisi und der Kaiserkuss" (1991) und in "Wer ist jetzt der Boss" (1992) von der Kamera. Er starb am 14. März 1992 kurz vor der Uraufführung seines ersten selbst inszenierten Films, "Das Zebra".

 

Ein Käfig voller Narren

(La cage aux folles)
Komödie in vier Akten
Deutsch von Charles Regnier
3D, 6H
UA: 1973, Café de la Gare Paris
DSE: 1983, Theater am Kurfürstendamm Berlin

Seit über 20 Jahren sind Georges, der Besitzer des Nachtclubs "Der Narrenkäfig", und seine große Liebe Albin, als bezaubernde Zaza der Star der abendlichen Show, ein Paar. Eine Liebe, bei der es oft heiß hergeht: Krisen, Küsse, Streit und Leidenschaft sind die Würze ihres langjährigen Zusammenseins.

Diese Krisen haben nicht zuletzt ihren Ursprung in Georges einzigem Abenteuer mit einer Frau, aus dem sein Sohn Laurent stammt, den beide liebevoll gemeinsam großzogen. Nun ist Laurent erwachsen, verliebt und drauf und dran seine Angebetete zu heiraten. Die Familien der Verliebten sollen sich zur Verlobung natürlich kennenlernen. Was Laurent und seine Väter allerdings bis dahin noch nicht bedacht haben: seine Verlobte Muriel stammt aus einer erzkonservativen Familie. Ihre Eltern kämpfen mit Eifer gegen jegliche Freiheiten, die sie sich vorstellen können.

Unterschiedlicher könnten die Elternpaare kaum sein. Um ein Eklat und das Platzen der Hochzeit zu vermeiden, erklären sich Georges und Albin ihres Sohnes zuliebe bereit, eine konventionelle Familie vorzutäuschen, und versuchen ihre Umgebung, einschließlich sich selbst, so harmlos und unauffällig wie möglich zu gestalten. Der Tag der Tage steht bevor und mit vorangeschrittener Stunde wird das Überspielen der Heimlichkeiten doch ganz schön kompliziert. So wird eifrig verwirrt, verwechselt und sich verplappert ... die Katastrophen überschlagen sich. Am Ende aber triumphiert die Liebe über alle Ressentiments.

1973 wurde "La Cage aux Folles" im Théatre du Palais Royal in Paris uraufgeführt und ist seitdem aus der Theaterwelt nicht mehr wegzudenken. Jean Poiret hat eine einzigartige Komödie geschrieben, die gekonnt die Balance hält zwischen urkomischen Momenten, in denen Albin und Georges versuchen, ein spießiges Dasein vorzutäuschen, und tragischen Augenblicken, in denen durchscheint, wie es um die Toleranz gegenüber homosexuellen Partnerschaften wirklich bestellt ist. Und ganz nebenbei zeigt Poiret, wie es sich anfühlt, als Paar gemeinsam in die Jahre zu kommen. Ein absolutes Kultstück, das auch als Film und Musical sagenhafte Erfolge feierte.

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Siehe auch folgende Fassung:

La Cage Aux Folles
Deutsch von Erika Gesell und Christian Severin