15.10.9641

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Neu bei FBE: "Serverland" von Josefine Rieks
Das Internet ist seit Jahrzehnten abgeschaltet, die Statussymbole von früher...

DSE: "Alles was Sie wollen" von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière am Deutschen Theater in Göttingen
Am 11. Oktober ist die deutschsprachige Erstaufführung von Alles was Sie...

DSE: "Präsidenten-Suite" am Renaissance-Theater Berlin
Am 7. Oktober ist die deutschsprachige Erstaufführung von John T. Binkleys...

UA: "Wer ist Walter" von Ariane Koch am Theater Bonn
Am 5. Oktober wird Ariane Kochs Stück Wer ist Walter am Theater Bonn in der...

Ehrung für Volker Ludwig und Birger Heymann in Südkorea
In Seoul gab es für Volker Ludwig und Birger Heymann vor kurzem eine...

Neu bei DESCH: "Ramses II." von Sébastien Thiéry
Elisabeth und Jean erwarten den Besuch ihrer Tochter Benedicte und ihres...

Neu bei FBE: "Jasper in Deadland" von Ryan Scott Oliver und Hunter Foster
Der 16-jährige Jasper liebt Agnes. Aber nach der entscheidenden ersten...

Premiere: "Frau Luna" am Stadttheater Ingolstadt
Am Stadttheater Ingolstadt ist am 20. Oktober die Premiere von Paul Linckes...

Premiere: "Kiss Me, Kate" an der Oper Graz
Am 20. Oktober hat Kiss Me, Kate von Cole Porter, Samuel Spewack und Bella...

Premiere: "Hunger. Peer Gynt" nach Knut Hamsun und Henrik Ibsen am Deutschen Theater Berlin
Knut Hamsun ist einer der interessantesten, aber auch umstrittensten...

"Großes Kino" und "Pointenfeuerwerk" - UA von Axel Ranischs "Nackt über Berlin"
Die Uraufführung von Axel Ranischs Roman Nackt über Berlin war am 16....

Rückblick: "Effi" von Oliver Schmaering und Kay Wuschek uraufgeführt
Am 19. September war die Uraufführung von Effi von Oliver Schmaering und Kay...

Rückblick: "Ein Stein fing Feuer" am Staatstheater Nürnberg
"Wie das Staatstheater Nürnberg unter neuer Leitung begeistert" (BR): Mit...


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Bild von Friedrich DürrenmattDürrenmatt, Friedrich

Friedrich Dürrenmatt zählt mit seinen nahezu 30 Stücken zu den bedeutendsten Schweizer Dramatikern des 20. Jahrhunderts. Vor allem in den 50er und 60er Jahren feierte er mit Stücken wie Der Besuch der alten Dame oder Die Physiker Triumphe. Daneben entstanden zahlreiche theatertheoretische Schriften und ein beachtliches erzählerisches, häufig in Justiz- und Kriminalmilieu angesiedeltes Werk.

Der als Sohn eines protestantischen Pfarrers 1921 in Konolfingen bei Bern geborene Dürrenmatt studierte zunächst Germanistik, Philosophie und Naturwissenschaften und wollte Maler werden ehe er sich 1945 endgültig dem Schreiben zuwandte. Interesse für aktuelle gesellschaftspolitische Fragen wie die Wirtschaftswundermentalität oder das atomare Wettrüsten prägte sein Werk trotz mythologischer und historischer Stoffe bis ins hohe Alter, wobei ihn seine pessimistische Weltsicht an der Veränderbarkeit der Verhältnisse eher zweifeln ließ. So bleibt seines Erachtens nach nur die Komödie mit all ihren Zufälligkeiten und Verzerrungen die einzig vertretbare Form der Darstellung einer undurchschaubaren Welt, in der das Individuum seine Machtlosigkeit erlebt.

Nachdem zwischen 1952 und 1962 seine wichtigsten Dramen entstanden waren, war Dürrenmatt danach als Regisseur und Direktionsmitglied am Basler Theater (1967 – '69) und als Berater des Zürcher Schauspielhauses (1970 – '72) tätig und bearbeitete Stücke u.a. von Shakespeare, Lessing, Büchner und Strindberg.

Ende der 80er Jahre zog sich Dürrenmatt nach heftiger kulturpolitischer Polemik vom Theater zurück. Wenige Jahre später starb er am 14. Dezember 1990 in Neuenburg.


Weitere Informationen zu Friedrich Dürrenmatt

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Friedrich Dürrenmatt
Autorenbroschüre
Leben und Werk

 

Die Ehe des Herrn Mississippi

Eine Komödie in zwei Teilen
2D, 13H, Statisterie
UA: 25.03.1952, Münchner Kammerspiele München

Vier Männer verfolgen fanatisch ihre Ziele und lieben dabei ein und dieselbe Frau, die letztendlich alles in der Hand hat. Es beginnt so: Bei einer Tasse Kaffe offenbart Staatsanwalt Florestan Mississippi der jungen Witwe Anastasia, ihr verstorbener Gatte habe sie betrogen. Anastasisa zuckt zusammen, gibt sich unwissend und bietet Zucker zum Kaffee an. Mississippi will ihr ein Mord-Geständnis entlocken und gibt selbst zu, seine Gattin, der Untreue wegen, umgebracht zu haben. Denkbar, dass Anastasia dasselbe schnelltötende Gift in Zuckerform verwendete. Die Witwe gesteht den Mord und fügt sich in die Bedingungen des Staatsanwalts: Er will sie nicht vor Gericht bringen – Strafe soll die Ehe mit ihm sein, schon sitzt der Ring seiner verstorbenen Gattin an Anastasias Finger.
Mississippis Jugendfreund Frédéric René Saint-Claude macht die Ungeheuerlichkeit öffentlich, der Staatsanwalt sei einst Bordellbesitzer gewesen, es kommt zum Volksaufstand. Minister Diego nutzt die Zeit, um selbst die Macht zu übernehmen, mit Anastasia pflegt er ein Verhältnis. Arzt Graf Übelohe, der einst das Gift für die Ehebrecher-Morde lieferte und auf Mississippis Druck hin fliehen musste, kehrt aus den Tropen zurück und stellt fest, dass seine Flucht unnötig war: Anastasia, seine Geliebte, ist auf freiem Fuß. Mississippi seinerseits möchte nun den Mord an seiner ersten Frau gestehen und mit Anastasia als Märtyrer ins Gefängnis, kommt jedoch stattdessen ins Irrenhaus. Als er wieder frei ist, vergiftet er seine Frau Anastasia wegen Ehebruchs mit Übelohe. Mississippi stirbt an der Tasse Kaffee, die Anastasia eigentlich für Saint-Claude bereitgestellt hatte. Justizminister Diego, der alle überlebt, behält mit seiner Maxime "Alles kann man ändern, nur die Menschen nicht" abscheulich recht ...

Dürrenmatts bitterböse Komödie wurde bei der Uraufführung 1952 in München zum Publikums- und Presseerfolg, das Werk brachte ihm erste internationale Anerkennung. Die überzeichneten Weltverbesserer kämpfen, scheitern und bringen sich gegenseitig zu Fall. Anastasia, die sich nicht um Geisteshaltungen schert, lügt und regiert das Geschehen, eine Farce frei nach dem Motiv: Alle Ideologien gehen zugrunde. Zur Premiere am Hamburger Thalia Theater im Frühjahr 2013 schrieb das Hamburger Abendblatt: "Die Frage nach den Werten stellt sich in Zeiten beschleunigten globalen Wandels lodernd aktuell. Frei nach Dürrenmatt in einem Mix aus Humanismus, Rechtsstaat, Verantwortung, Freiheit und ganz viel Coffee to go."

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