13.11.2018

Aktuelle Nachrichten

Neu bei DESCH: "Zwei Lügen, eine Wahrheit" von Sébastien Blanc und Nicolas Poiret
Am Abend des 27. Hochzeitstages macht Philippe den großen Fehler, seiner Frau...

Rückblick: "Hunger. Peer Gynt" am Deutschen Theater
Am 19. Oktober war die Premiere von Sebastian Hartmanns Inszenierung "Hunger....

Neu bei FBE: "Siri und die Eismeerpriaten" von Frida Nilsson
"Weißhaupt hat meine Schwester geraubt! Wir müssen sie zurückholen!" Aber...

Deutscher Kindertheaterpreis 2018 für Fabrice Melquiot und "Die Zertrennlichen"
Fabrice Melquiot wurde für sein Stück Die Zertrennlichen mit dem Deutschen...

Premiere: "Die Jüdin von Toledo" am Schauspielhaus Bochum
Mit der Premiere von Die Jüdin von Toledo in der Bühnenfassung von Koen...

Neu bei FBE: "Du springst, ich falle" von Maryam Madjidi
In ihrem viel diskutierten, autobiografischen Debüt erzählt Maryam Madjidi...

Neu bei FBE: "Kopfkino" von Thomas Zaufke und Peter Lund
Lennard kann sich nie entscheiden. Aber zumindest eine Sache hat er...

Premiere: "Little Voice" am Theater Paderborn
Am Theater Paderborn inszeniert Katharina Kreuzhage Little Voice von Jim...

UA: "Scham" am Theater Oberhausen
Am 30.11. wird Scham von Claudia Tondl am Theater Oberhausen uraufgeführt....

UA: "Adel verpflichtet" am Ernst Deutsch Theater in Hamburg
Am 29. November ist Uraufführung von Dogberry&Probsteins mörderisch schwarzer...

DSE: "Ein Amerikaner in Paris" am Landestheater Linz
Am 25. November findet am Landestheater Linz die Deutschsprachige...

"Mamma Macchiato" von Tom van Hasselt am Kammertheater Karlsruhe
Ein bisschen Prenzlauer Berg ist überall – so auch in Karlsruhe, wo am 23....

Premiere: "Rheinische Rebellen" am Schauspiel Köln
Am 23. November feiert das Schauspiel Köln die Premiere von Rheinische...

"Lazarus" von David Bowie und Enda Walsh am Deutschen Schauspielhaus Hamburg
Falk Richter inszeniert David Bowies und Enda Walshs Musical Lazarus am...

UA: "Nicobobinus oder Die verwegene Reise ins ferne Land der Drachen" am Theater der Jungen Welt, Leipzig
Am 17.11.2018 kommt Katrin Langes Stück Nicobobinus nach dem Roman von Terry...

UA: "Die Verschwörerin" am Theater Basel
Joël Lászlós neues Stück Die Verschwörerin kommt am 2. November am Theater...

Einladungen: Franziska Henschel und "Mädchen wie die" beim Augenblick Mal! 2019
Franziska Henschel ist mit ihrer Stückentwicklung "Nachts" zum Augenblick...


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Bild von Friedrich DürrenmattDürrenmatt, Friedrich

Friedrich Dürrenmatt zählt mit seinen nahezu 30 Stücken zu den bedeutendsten Schweizer Dramatikern des 20. Jahrhunderts. Vor allem in den 50er und 60er Jahren feierte er mit Stücken wie Der Besuch der alten Dame oder Die Physiker Triumphe. Daneben entstanden zahlreiche theatertheoretische Schriften und ein beachtliches erzählerisches, häufig in Justiz- und Kriminalmilieu angesiedeltes Werk.

Der als Sohn eines protestantischen Pfarrers 1921 in Konolfingen bei Bern geborene Dürrenmatt studierte zunächst Germanistik, Philosophie und Naturwissenschaften und wollte Maler werden ehe er sich 1945 endgültig dem Schreiben zuwandte. Interesse für aktuelle gesellschaftspolitische Fragen wie die Wirtschaftswundermentalität oder das atomare Wettrüsten prägte sein Werk trotz mythologischer und historischer Stoffe bis ins hohe Alter, wobei ihn seine pessimistische Weltsicht an der Veränderbarkeit der Verhältnisse eher zweifeln ließ. So bleibt seines Erachtens nach nur die Komödie mit all ihren Zufälligkeiten und Verzerrungen die einzig vertretbare Form der Darstellung einer undurchschaubaren Welt, in der das Individuum seine Machtlosigkeit erlebt.

Nachdem zwischen 1952 und 1962 seine wichtigsten Dramen entstanden waren, war Dürrenmatt danach als Regisseur und Direktionsmitglied am Basler Theater (1967 – '69) und als Berater des Zürcher Schauspielhauses (1970 – '72) tätig und bearbeitete Stücke u.a. von Shakespeare, Lessing, Büchner und Strindberg.

Ende der 80er Jahre zog sich Dürrenmatt nach heftiger kulturpolitischer Polemik vom Theater zurück. Wenige Jahre später starb er am 14. Dezember 1990 in Neuenburg.


Weitere Informationen zu Friedrich Dürrenmatt

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Friedrich Dürrenmatt
Autorenbroschüre
Leben und Werk

 

Ein Engel kommt nach Babylon

Eine Komödie in drei Akten
4D, 18H, Statisterie
UA: 22.12.1953, Münchner Kammerspiele München

Hinweis: Dieses Theaterstück ist im Buchhandel erschienen (Verlag: Diogenes). Sie können es dort bzw. als eBook erwerben.

Der König Nebukadnezar hat seinen Vorgänger Nimrod zu Fall gebracht und strebt nun, nachdem die Neuordnung der Welt gelungen ist, nach Vollkommenheit: Er will den wahrhaft sozialen Staat einführen. Alle Bettler werden angewiesen, in den Staatsdienst überzutreten. Einzig der Bettler Akki besteht auf seinem angestammten Gewerbe, er will sich seine Freiheit bewahren. Als Bettler verkleidet will Nebukadnezar Akki im persönlichen Gespräch zum Staatsdienst überreden. Akki schlägt dem Fremden, der sich als Bettler aus Ninive ausgibt, vor, sich in der Kunst des Bettelns zu messen. Akki, Meister seiner Kunst und Menschenkenner, schlägt für jeden Vorbeigehenden den richtigen Ton an, mimt den Bescheidenen oder fordert frech, er erbettelt das Maximale. Nebukadnezar hingegen weiß nur zu klagen, erreicht damit wenig und verliert den Wettkampf.
Ein Engel führt währenddessen das vor seinen Augen von Gott erschaffene Mädchen Kurrubi durch die Straßen Babylons. Er hat von Gott den Auftrag erhalten, das Mädchen dem geringsten Menschen auf der Erde zu übergeben. Nun glaubt er zu wissen, dass der Verlierer der ärmste Mensch sei und überlässt dem Bettler aus Ninive das Mädchen. Nebukadnezar, der nicht als geringster Mensch gelten will, reagiert beleidigt. Er tauscht Kurrubi gegen seinen gefesselten Vorgänger Nimrod und das Mädchen fällt rechtmäßig an Akki. Zurück im Palast, erkennt Nebukadnezar, dass er Kurrubi liebt. Kurrubi jedoch erkennt ihn nicht wieder und besteht darauf, nur den Bettler aus Ninive zu lieben. Als Nebukadnezar sich als dieser zu erkennen gibt, glaubt Kurrubi ihm nicht. Der selbstgerechte König ist enttäuscht, dass Gottes Gnadengeschenk nicht ihm, sondern nur dem wahren Bettler würdig ist. Er beschließt, einen Turm zu errichten, der die Wolken durchfährt, mitten ins Herz seines Feindes.

Dürrenmatts grotesk-mystische Komödie über die verspielte Gnade war als erster Teil einer Trilogie über den Turmbau zu Babel geplant, es blieb jedoch bei diesem ersten Teil. Die Parabel über die Hans Schweikart inszenierte die Uraufführung an den Münchner Kammerspielen.