15.10.2018

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Neu bei FBE: "Serverland" von Josefine Rieks
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DSE: "Alles was Sie wollen" von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière am Deutschen Theater in Göttingen
Am 11. Oktober ist die deutschsprachige Erstaufführung von Alles was Sie...

DSE: "Präsidenten-Suite" am Renaissance-Theater Berlin
Am 7. Oktober ist die deutschsprachige Erstaufführung von John T. Binkleys...

UA: "Wer ist Walter" von Ariane Koch am Theater Bonn
Am 5. Oktober wird Ariane Kochs Stück Wer ist Walter am Theater Bonn in der...

Ehrung für Volker Ludwig und Birger Heymann in Südkorea
In Seoul gab es für Volker Ludwig und Birger Heymann vor kurzem eine...

Neu bei DESCH: "Ramses II." von Sébastien Thiéry
Elisabeth und Jean erwarten den Besuch ihrer Tochter Benedicte und ihres...

Neu bei FBE: "Jasper in Deadland" von Ryan Scott Oliver und Hunter Foster
Der 16-jährige Jasper liebt Agnes. Aber nach der entscheidenden ersten...

Premiere: "Frau Luna" am Stadttheater Ingolstadt
Am Stadttheater Ingolstadt ist am 20. Oktober die Premiere von Paul Linckes...

Premiere: "Kiss Me, Kate" an der Oper Graz
Am 20. Oktober hat Kiss Me, Kate von Cole Porter, Samuel Spewack und Bella...

Premiere: "Hunger. Peer Gynt" nach Knut Hamsun und Henrik Ibsen am Deutschen Theater Berlin
Knut Hamsun ist einer der interessantesten, aber auch umstrittensten...

"Großes Kino" und "Pointenfeuerwerk" - UA von Axel Ranischs "Nackt über Berlin"
Die Uraufführung von Axel Ranischs Roman Nackt über Berlin war am 16....

Rückblick: "Effi" von Oliver Schmaering und Kay Wuschek uraufgeführt
Am 19. September war die Uraufführung von Effi von Oliver Schmaering und Kay...

Rückblick: "Ein Stein fing Feuer" am Staatstheater Nürnberg
"Wie das Staatstheater Nürnberg unter neuer Leitung begeistert" (BR): Mit...


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Bild von Jean BouchaudBouchaud, Jean

Jean Bouchaud wurde 1936 in Marseille geboren. Später zog er nach Paris, um dort als Assistent im Architektenbüro, als Offiziersanwärter auf einem Handelsschiff der Compagnie Générale Transatlantique und als Angestellter bei einer Speditionsfirma zu arbeiten. Da er schon immer vom Schauspielerberuf begeistert war, meldete er sich bei der Charles-Dullin-Schule an, damals unter der Leitung von Jean Vilar. Anschließend wird er zur Prüfung der Ecole Supérieur de Théâtre (Rue Blanche) zugelassen. Parallel dazu nimmt er Schauspielunterricht bei Jacques Lecoq.

Er fängt sein Schauspielmetier in der damals sogenannten "theatralischen Dezentralisierung" an, in der er viele klassische Rollen spielt und mit Regisseuren wie Roger Planchon, Jean Vilar, Antoine Bourseiller, Jo Tréhard arbeitet. Nach einer beeindruckenden Rolle als Figaro in der "Hochzeit des Figaro" am Théâtre de l’Est Parisien beginnt Bouchaud für das Theater zu schreiben, und so entsteht "Les Caisses qu’est-ce?" am Théâtre de Caen, dann am Théâtre La Bruyère.

Von diesem Zeitpunkt an spielt, schreibt und inszeniert er ununterbrochen für Theater, Kino und Fernsehen. Einige seiner Stücke wurden mit Preisen ausgezeichnet, darunter "Le Gros oiseau" (Prix Courteline de la S.A.C.D.), Das Geschenk (Un drôle de cadeau, Prix des "U" und Prix de la Meilleure Création d’une Pièce francaise décerne par le Syndicat de la Critique).

 

Das Geschenk

(Un drôle de cadeau)
Deutsch von Jürgen Fischer
4D, 4H
UA: 10.01.1985, Théâtre des Maturins Paris
frei zur DSE

1949. Die Mitglieder einer Pariser Zelle der Kommunistischen Partei sind besorgt. Der siebzigste Geburtstag Stalins steht bevor, die Parteileitung hat zum Einreichen von Geschenken aufgerufen und sie haben keine Idee. Die letzte, ein Streichholzmodell der Sacré-Coeur, ist gerade einem Kaminofen zum Opfer gefallen.

Roger, der Kopf der Zelle, ist beunruhigt, dass diese Verzögerung seine Kandidatur bei den bevorstehenden Kommunalwahlen in Frage stellt. Noch mehr Kopfzerbrechen macht ihm allerdings sein Verhältnis mit der Frau des Polizisten Désiré, in dessen Haus sie ihre Versammlungen abhalten. Das Gerücht darüber ist schon bis in höchsten Parteikreise gedrungen. Dass seine Zelle nicht nur die schlecht-organisierteste in Paris, sondern in ganz Frankreich ist, macht die Sache auch nicht gerade einfacher. Und so muss er sich mit Motivationsarbeit für seine Mitkämpfer, dem Finden neuer Parteimitglieder, dem steigenden Verkauf des Parteiorgans und dem Abwehren irrwitziger Geschenkideen widmen.

Am Ende finden sie auf dem Flohmarkt eine antike Bronzestatue mit Inschrift, die einst Lenin gehörte. Da der offizielle Geschenktransport schon unterwegs ist, wird Genosse Marcel mit der persönlichen Übergabe des Geschenks betraut. Eigentlich hätte es nicht besser laufen können. Aber warum, kaum in Moskau angekommen, verschwindet Marcel auf mysteriöse Weise?

Jean Boucheaud hat eine urkomische Farce über politischen Dogmatismus und die konsequente Ernüchterung darüber geschrieben, die durchaus auch ihre nachdenklichen Momente hat.

Hinweis:
Für dieses Stück können Aufführungsrechte
an Amateurtheater erst nach der deutschsprachigen Erstaufführung vergeben werden.

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