19.02.2018

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Neu bei FBE: "Das Mädchen Wadjda" von Haifaa Al Mansour
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DSE: "Lazarus" von David Bowie und Enda Walsh am Düsseldorfer Schauspielhaus
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"Grimm!" von Thomas Zaufke und Peter Lund am Theater Erfurt
Mit dem bösen Wolf hat schon so ziemlich jeder seine Erfahrungen gemacht. So...

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Neuübersetzung "High Society" am Landestheater Coburg
Wenn sich die High Society amüsiert und Hochzeit feiert, ist auch die...

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"Die Nashörner" am Staatsschauspiel Dresden
Die Kritik an einem hinter dem Individualismus versteckten Zwang zu...


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Bild von Georg LichteneggerLichtenegger, Georg

Georg Lichtenegger, geboren 1983, ist bei Regensburg auf einem Bauernhof aufgewachsen und betreibt diesen auch weiterhin mit seinem Vater Georg sen. Nach einer Ausbildung zum Steuerfachangestellten absolvierte er einen Bachelor of Recording Arts in München und einen Master in Medienkunst an der Bauhaus Universität in Weimar. Als freier Regisseur und Autor realisierte er 2009 "Zwei Schwestern" in München, 2012 Bella in Berlin und Das Gummiboot in Weimar.

Georg Lichtenegger über Georg Lichtenegger:
"Ich bin aus Bayern. Man merkt es beim ersten Wort. Ich bin vom Land. Bayern hat mich fertig gemacht und ich bin nicht geblieben bis man es ihm anmerkt. Ich bin gerade in Weimar. Hier macht man mich noch fertiger. Ich möchte Kunst zusammenbauen. Kinder zeugen, die von alleine laufen. Ich möchte, dass die Welt zerbricht so wie ich zerbreche an der Welt. "Ein bisschen wahnsinnig bist du schon" gefällt mir. Ich möchte einmal eine Straße in einer Innenstadt mit einem Öl/Wassergemisch tränken. Da rutschen dann die Autos lustig umher. Manche haben da Angst, manche Freude. Ich möchte nicht, dass die Welt auf meiner Bühne zerbricht, sondern hinterher. Ich verbinde Land mit Stadt und daran zerbrechen viele. Also jetzt mal im Ernst: Richtig eingesetzt können Witz und Humor Dramatik verstärken. Und Digital ist besser. Aber das wissen Sie schon längst. Was Sie nicht wissen ist, wie ich inszeniere. Außer Sie kommen."


Weitere Informationen zu Georg Lichtenegger

 

Das Gummiboot

2D, 4H
frei zur UA

"Nun schauen Sie, kommen Sie, das funktioniert nicht mehr." Was genau an diesem surrealen Ort, in dieser kleinen Gemeinde mit fünf Seelen nicht mehr funktioniert, ist nicht ganz eindeutig. Fakt ist: Der Elektriker muss es richten, der hat das schließlich gelernt. Gespannt beobachten alle, wie der Elektriker an einem Kästchen in einem Loch hantiert und so einige Kabel herausreißt. Alle übrigen Anwesenden haben natürlich weise Ratschläge. Jeder kommt einmal zu Wort, nur dem Jungen wird dieses des Öfteren abgeschnitten, obwohl er als einziger den Überblick behält.
So werfen sich die Beamtin und der alte Mann überholte Phrasen zu und fachsimpeln, wo kein Fachwissen ist, während die Junggesellin und der junge Mann Reisepläne schmieden: In die Arktis soll es gehen – doch was, wenn die Arktis während ihres Aufenthaltes schmilzt? Ein Gummiboot haben sie doch gar nicht ...
Mitten hinein in die Reisevorbereitungen platzt der Elektriker mit seiner Diagnose: Das System ist überlastet, einer ist zuviel! Wer soll denn nun gehen? Der alte Mann? Nein, er hat gerade seinen Namen in Claudia Schiffer geändert, um neue Aura in die Gegend zu bringen. Das Paar, das doch sowieso schon Reisepläne hatte? Nein, sie haben inzwischen Hochzeitspläne und außerdem hat die Beamtin gerade erst eine "Anti-Nichts-hat-mehr-Reiz-auf-mich-Pille" für die Junggesellin beantragt. Die Jugend darf man nicht einfach wegschicken und die Beamtin muss alles verwalten. Es scheint keine Lösung zu geben, bis man den glänzenden Einfall hat: Der Elektriker muss weg! Doch wer repariert dann den Schaden am System?

"Ein Bodenständiger der abheben kann", schrieb die Mittelbayerische Zeitung anlässlich der Werkstattinszenierung von Das Gummiboot im Weimarer Gaswerk am 2. November 2012. Georg Lichtenegger gelingt es, Stereotypen schlicht und treffend zu skizzieren, um im nächsten Moment durch komisch-absurde Elemente jede Bodenhaftung aufzugeben. Wie der Elektriker, der im Stück als eigentlicher Drahtzieher fungiert, untersucht Lichtenegger die kaputten Kabel in den menschlichen Beziehungen. Er baut groteske Situationen, in denen die einzelnen Mitglieder der Gruppe darum kämpfen, ihre eigene Existenz im Gesellschaftssystem zu rechtfertigen. Die Regeln und Gebote, die sie in ihrem Mikrokosmos aufstellen, werden ihnen dabei allmählich selbst zum Verhängnis und das Boot gerät ins Wanken.

Hinweis:
Für dieses Stück können Aufführungsrechte
an Amateurtheater erst nach der Uraufführung vergeben werden.

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