18.12.9409

Aktuelle Nachrichten

"Alles Schwindel" von Mischa Spoliansky am Maxim Gorki Theater in Berlin
Das Publikum des Berliner Maxim Gorki Theaters wird am 17. Dezember sowohl in...

"Die Kaiserin" am Theater Baden bei Wien
Punktgenau zum 300. Geburtstag der Habsburger-Ikone und Langzeit-Regentin...

"Die lustigen Nibelungen" von Oscar Straus am Badischen Staatstheater Karlsruhe
"Er sieht so miesepetrig aus, und nicht wie sonst so munter – was hat er...

Neu bei FBE: "General Wunde" von Joël László
Die Hautkrankheit des Neugeborenen verändert das Leben von Anja und Samuel....

"Die Regeln des Sommers" in der Regie von Hannah Biedermann am Jungen Nationaltheater Mannheim
Hannah Biedermann, frisch mit dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST für die...

"Venedig im Schnee" am Theater an der Effingerstraße Bern, den Bühnen der Stadt Gera, dem Theater Schloss Maßbach
Gleich drei Premieren von Venedig im Schnee von Gilles Dyrek gibt es im...

Berlin-Premiere: "Weihnachten auf dem Balkon" an der Komödie am Kurfürstendamm
Am 3. Dezember war die Premiere von Weihnachten auf dem Balkon von Gilles...

UA "Broken German" von Tomer Gardi am Schauspiel Graz
Mitte November wurde Noam Brusilovskys Hörspielbearbeitung von Tomer Gardis...

"Nachts" von Franziska Henschel am Theater Oberhausen
"Die Farben weg, die Geräusche lauter. Die Uhren langsamer, dafür das Ticken...

SchreibenDenkenHören: "Der korallene Wald" von Ruth Johanna Benrath
Words don't come easy. Textproduktion ist oft ein hartes Ringen zwischen...

"Wartesaal" nach Lion Feuchtwanger an den Münchner Kammerspielen
Ein "leiser und konzentrierter Abend" (Nachtkritik): Stefan Pucher inszeniert...

Neu bei FBE: "Nach Luft jagen" von Michael A. Müller
Penelope möchte uralt werden. Wie Oma. Die sagte mal, jedes Ticken der Uhr,...

DSE: "Die Zertrennlichen" von Fabrice Melquiot am Schauspiel Frankfurt
Am Schauspiel Frankfurt ist am 26.11. Fabrice Melquiots neues Stück Die...


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Aktuelle Stücke
Aktuelle Premieren
Aktuelle Premierenberichte
Bild von Leo LenzLenz, Leo

Leo Lenz wurde am 2. Januar 1878 in Wien geboren und lebte dort bis zu seinem zehnten Lebensjahr. Zunächst zog er mit seinen Eltern für kurze Zeit nach Bautzen in Sachsen. Danach verbrachte er über dreißig Jahre in Dresden, wo er 1896 sein Abitur machte und 1902 an der Technischen Hochschule seine Staatsprüfungen im Maschinenbau ablegte. Doch schon als Student hatte er sich im Stücke schreiben versucht und betätigte sich deshalb nicht lange in dem erlernten Beruf; seine Leidenschaft galt dem Theater. Um 1908 brachte er sein erstes Lustspiel auf die Bühne, das ihm so beachtliche Erfolge bescherte, dass er sich ganz der Schriftstellerei zuwandte. Im Jahre 1922 siedelte er nach Berlin, seiner neuen Wahlheimat, über.

Nach der Zerstörung seines Hauses im Juni 1944 zog Lenz nach Eisenach, wo in Zusammenarbeit mit Waldemar Frank das Libretto zu Nächte in Shanghai entstand. Ende 1948 wurde im Eisenacher Theater sein jüngstes Lustspiel Eine Frau, sie sich lohnt uraufgeführt. Das Erfolgsgeheimnis der Lenz’schen Lustspiele liegt in der Präzision ihres technischen Aufbaus, in der Sauberkeit des Dialogs, in ihrem Witz und Humor, gepaart mit einer Dosis heiterer Lebensphilosophie, die das Publikum durchaus zum Nachdenken anregen soll. Leo Lenz spielte zwischen 1910 und 1950 mit seinen über 40 Lustspielen eine bedeutende Rolle auf den Bühnen zahlreicher deutscher Theater und auch im Ausland.

Am 29. August 1962 setzte der Tod seinem reichen Schaffen ein Ende.

 

Hochzeitsreise ohne Mann

Lustspiel in 3 Akten
von Leo Lenz
2D, 4H

Rechtsanwalt Dr. Bornemann besucht seinen Freund, Musik-Professor Hellwig, am Starnberger See. Er traut seinen Augen nicht, als er Hellwig am Spätnachmittag noch neben dem Bett und das Haus im Chaos findet. Doch Hellwig ist pflichtbewusster Frühaufsteher und strenger Abstinenzler; der Grund des Gelages: eine Frau. Unmöglich! Denn der Professor ist Junggeselle und Frauenverächter. Die Frau muss weg! Bornemann kümmert sich um den "Eindringling". Dieser entpuppt sich als Nellie Steiner aus München - eine hübsche, liebenswerte junge Dame.
Frisch verheiratet und auf Hochzeitsreise hat Nellie in der vergangenen Nacht ihren Ehemann "verloren". Nach einer Autopanne blieb sie beim Wagen, während er Hilfe holen wollte. Als ihr Mann nicht zurückkam, kam sie per Anhalter zum nächstgelegenen Haus.
Bornemann bietet ihr seine Hilfe an, sie bleibt vorerst Gast im Hause Hellwig. Der Professor ist zunächst gar nicht einverstanden, doch Hellwigs Verwandlung beginnt. Zunächst innerlich, dann äußerlich.
Nellies Gatte bleibt verschwunden. Statt des Mannes kommt die strenge Tante Agathe ins Haus. Sie hat von Nellies Aufenthalt bei zwei Junggesellen erfahren. Von der Hochzeit ihrer Nichte mit dem flatterhaften Künstler und Maler Franz Steiner hat sie natürlich noch keine Ahnung. Vor Ort unterzieht sie Bornemann einem inquisitorischen Verhör, der erklärt Nellie und den Professor für verheiratet. Hellwig muss den glücklichen Ehemann spielen.
Aus Spiel wird Ernst: Hellwig verliebt sich in Nellie. Da steht plötzlich Franz Steiner, Nellies Gatte, in der Tür. Doch Nellie war niemals verheiratet. Sie hat mit Steiner gewettet, innerhalb einer Woche Professor Hellwig zu erobern. Die Wette ist gewonnen und da unter Bornemanns Einfluss auch Agathe liebenswert und attraktiv geworden ist, können gleich zwei Hochzeitsreisen - mit Mann! - stattfinden.

Hochzeitsreise ohne Mann ist ein elegantes Konversationsstück mit witzigen Dialogen, originellen Situationen und immer wieder dankbaren Rollen.

Das Stück liegt auch in niederdeutscher Fassung unter dem Titel Hochtiedsreis ahn Mann vor.

Die Aufführungsrechte für dieses Werk vertritt Felix Bloch Erben im Auftrag der Edition Meisel GmbH, Berlin.