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"Der Vorname" am Theater Baden-Baden
Am 25. Juni hatte Katrin Hentschels Inszenierung des Komödien-Klassikers Der...

"Kopfkino" von Thomas Zaufke und Peter Lund gewinnt beim New York Independent Film Festival
Thomas Zaufke und Peter Lund haben mit ihrem Musicalfilm Kopfkino beim New...

Ariane Koch beim Hans-Gratzer-Stipendium 2020
Ab 9. Mai werden die Stückentwürfe der sechs Finalist*innen des...

Sina Ahlers und Johanna Kaptein beim Heidelberger Stückemarkt
Sina Ahlers und Johanna Kaptein sind mit ihren Stücken Schamparadies und...

"Autoren schlagen Alarm" (Der Tagesspiegel)
Der Tagesspiegel berichtete am 12. Mai über ein drängendes Problem im Zuge...

"Der Fiskus" von Felcia Zeller in Mülheim
Felicia Zellers Stück Der Fiskus wurde für den Mülheimer Dramatikerpreis...

Neu: "Gigiwonder. Die Geschichte eines Beins" von Vera Schindler
Die Arbeiten laufen gut und Gigis Augen werden schwer. Als er aufwacht, ist...

Neu: "Noch einen Augenblick" von Fabrice Roger-Lacan
Suzanne liebt ihren Mann wie eh und je, auch wenn der eifersüchtige Julien...

Neu: "Wie der Vater, so der Sohn" von Clément Michel
Was, wenn Vater und Sohn eines Morgens im Körper des anderen aufwachen?...

Neu: "Hawaii" von Cihan Acar
Es sind die heißesten Tage im Jahr, Hundstage, die, so glauben manche,...

Neu: "Wolf unter Wölfen" (Oper) von Søren Nils Eichberg und John von Düffel
"Es ist hungrige Zeit, Wolfszeit. Wer stark ist, lebe! Aber wer schwach ist,...


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Bild von Nigel WilliamsWilliams, Nigel

Nigel Williams wurde 1948 in Cheshire in England geboren. Er studierte am Oriel College in Oxford, arbeitete als Lehrer, ist verheiratet und hat drei Kinder. Mit seinem Stück Klassen Feind (Class Enemy) gelang ihm der internationale Durchbruch. Es wurde 1978 am Royal Court Theatre in London uraufgeführt. Williams erhielt dafür den Preis für das erfolgreichste Bühnenstück des Jahres 1978. Die deutsche Erstaufführung war im April 1981 an der Schaubühne am Halleschen Ufer in Berlin, Regie Peter Stein.

Für die BBC schrieb Williams Fernsehstücke und Hörspiele. 1977 erschien sein erster Roman "My Life Closed Twice" (ausgezeichnet mit dem Somerset-Maugham-Preis) und 1980 folgte "Jack Be Nimble". Nigel Williams hat zahlreiche Stücke geschrieben; zum Repertoire vieler Theater zählt vor allem seine Dramatisierung des Romans von William Golding, Der Herr der Fliegen (UA: 31.07.1995, Royal Shakespeare Company at The Other Place, Stratford-upon-Avon; DSE: Januar 1999, Rheinisches Landestheater Neuss).

 

My Face

Deutsch von Klaus Chatten
4D, 4H
UA: 04.07.2008, Thirsty Dog Theatre London
DSE: 13.04.2012, Landestheater Württemberg-Hohenzollern Tübingen

Acht Jugendliche zwischen den Welten, der virtuellen Welt der Internetplattform „My Face“ und der realen, bei der gilt: je virtueller, desto realer. Bis sie sich auf einer „My Face-Party“ leibhaftig gegenüberstehen und die virtuellen Masken fallen lassen, die wahren Gesichter zeigen. Nigel Williams konfrontiert seine halbstarken Computerjunkies mit dem Versuch, Kommunikation von Angesicht zu Angesicht durchzuexerzieren, was sämtliche virtuellen Erwartungen und Selbstverständlichkeiten kräftig durcheinander schleudert.

Susie ist der Mittelpunkt von My Face, sie handelt mit Freundesanfragen, lehnt jene ab, die sie nicht brauchen kann und akzeptiert die, mit denen sie noch etwas besser dasteht. Auf einer Party, zu der sie ihre virtuellen Freunde lädt, will sie nicht nur ihre große My Face-Liebe Dave treffen, sondern auch euphorischen Verkupplungsplänen nachkommen. Ihre beste Freundin Lou sieht sie an Sams Seite. Doch die komplexbeladene Schöne und der schüchterne Brillenträger möchten nicht so recht zueinanderfinden. Denn Emma taucht auf. Ebenfalls Brillenträgerin und der Musik der Renaissance verfallende Außenseiterin. Lou orientiert sich schnell anderweitig an Susies Bruder Pete, was Susie in Entsetzen geraten lässt. In so großes, dass sie für Mark, der in sie verliebt ist, keine Augen haben mag. Der Computerprofi Mark ist Susie so hoffnungslos verfallen, dass er seinen gutaussehenden, aber auch streng orthodox und computerlos lebenden jüdischen Cousin Dave bei My Face angemeldet hat und ihn unter dem Vorwand, es handle sich beim Teenietreffen um eine Fundraising-Party für die israelische Armee, angelockt hat. Schnell geraten die Jugendlichen aneinander. Die großen Streitthemen: die Konflikte in der Liebe und im Nahen Osten. Als dann noch die muslimische Aishe in Gestalt eines Gorillakostüms auftaucht und sich der orthodoxe Dave in den Affen verliebt, wird die Veranstaltung komplett absurd. Doch am Ende scheinen vier Paare auf eine ganz vernünftige, leibhaftige Weise zusammenzufinden.

Williams entwirft eine aberwitzige Seifenoper, die kein Blatt vor den Mund nimmt. Zu den Teenagerprobleme gesellt er politische, die deutlich an- und ausgesprochen werden. Die Sprache schönt nichts, ist witzig, schnell, direkt. My Face ist ein Internetstück, das sich mit ironischer Leichtigkeit zu einer liebenswerten Farce entwickelt.


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