16.12.7660

Aktuelle Nachrichten

"Die Kaiserin" am Theater Baden bei Wien
Punktgenau zum 300. Geburtstag der Habsburger-Ikone und Langzeit-Regentin...

"Die lustigen Nibelungen" von Oscar Straus am Badischen Staatstheater Karlsruhe
"Er sieht so miesepetrig aus, und nicht wie sonst so munter – was hat er...

Neu bei FBE: "General Wunde" von Joël László
Die Hautkrankheit des Neugeborenen verändert das Leben von Anja und Samuel....

"Die Regeln des Sommers" in der Regie von Hannah Biedermann am Jungen Nationaltheater Mannheim
Hannah Biedermann, frisch mit dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST für die...

"Venedig im Schnee" am Theater an der Effingerstraße Bern, den Bühnen der Stadt Gera, dem Theater Schloss Maßbach
Gleich drei Premieren von Venedig im Schnee von Gilles Dyrek gibt es im...

Berlin-Premiere: "Weihnachten auf dem Balkon" an der Komödie am Kurfürstendamm
Am 3. Dezember war die Premiere von Weihnachten auf dem Balkon von Gilles...

UA "Broken German" von Tomer Gardi am Schauspiel Graz
Mitte November wurde Noam Brusilovskys Hörspielbearbeitung von Tomer Gardis...

"Nachts" von Franziska Henschel am Theater Oberhausen
"Die Farben weg, die Geräusche lauter. Die Uhren langsamer, dafür das Ticken...

"Alles Schwindel" von Mischa Spoliansky am Maxim Gorki Theater in Berlin
Das Publikum des Berliner Maxim Gorki Theaters wird am 17. Dezember sowohl in...

SchreibenDenkenHören: "Der korallene Wald" von Ruth Johanna Benrath
Words don't come easy. Textproduktion ist oft ein hartes Ringen zwischen...

"Wartesaal" nach Lion Feuchtwanger an den Münchner Kammerspielen
Ein "leiser und konzentrierter Abend" (Nachtkritik): Stefan Pucher inszeniert...

Neu bei FBE: "Nach Luft jagen" von Michael A. Müller
Penelope möchte uralt werden. Wie Oma. Die sagte mal, jedes Ticken der Uhr,...

DSE: "Die Zertrennlichen" von Fabrice Melquiot am Schauspiel Frankfurt
Am Schauspiel Frankfurt ist am 26.11. Fabrice Melquiots neues Stück Die...


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Bild von Curt GoetzGoetz, Curt

1888 in Mainz geboren, zählt Curt Goetz zu den wichtigsten Vertretern der gehobenen deutschen Boulevardkomödie und des brillant geschriebenen Konversationsstücks. Bei der pointierten Ausarbeitung der Dialoge dürften dem Autor seine Erfahrungen als Schauspieler sicherlich ebenso geholfen haben wie bei der Dramaturgie seiner well-made-plays.

Standen am Anfang seiner schriftstellerischen Karriere Einakter im Mittelpunkt, etablierte er sich ab 1921 auch als Autor abendfüllender Stücke, wobei er sich viele Hauptrollen quasi "auf den Leib" schrieb z. B. Hokuspokus (1927) oder Dr. Med. Hiob Praetorius (1932).

In den 30er Jahren schrieb er vermehrt Drehbücher und produzierte Filme. 1939 emigrierte er gemeinsam mit seiner Frau Valerie von Martens in die Vereinigten Staaten. Ab 1945 lebte er in der Schweiz, wo er am 12. September 1960 starb.

Im Auftrag von Felix Bloch Erben bearbeitete Curt Goetz den bekannten Schwank Der Raub der Sabinerinnen. Diese Fassung zählt noch heute zu den beliebtesten Bearbeitungen dieses Werkes.

Curt-Goetz-Gesellschaft e. V. (externer Link)

 

Der Mörder

Eine ärgerliche Begebenheit
1D, 5H, (ggf. 3H)

"Es hatte sich in jener Gegend ein großer Schadhirsch gezeigt, ein so genannter Mörder, der alle anderen Hirsche zu Tode forkelte und deren Frauen in Besitz nahm."

Diese Geschichte erzählt der unheimliche Apotheker, der in der Ehrverteidigung der jungen Isabella auf ihrem Jagdhaus beide Beine ließ. Es ist Nacht, draußen tobt ein Gewitter, und die Dame des Hauses ist in heller Aufregung, weil ihr Gatte nebst Jagdgast noch nicht heimgekehrt ist. Unnötig zu erwähnen, dass Isabella in einen heißen Flirt mit dem Gast verstrickt ist. Wie der Apotheker ihr allerdings von geheimnisvollen Jagdunfällen berichtet, bei denen die Herren 'zufällig' ihre Nebenbuhler erschossen, und der Hausherr zu allem Überfluss auch noch alleine heimkehrt, ist es um die Contenance der (im Geiste) Untreuen geschehen. Nach einem hitzigen Dialog um den Verlauf der Jagd und den Verbleib des Galans gesteht die Frau ihre unkeuschen Gedanken, die Polizei taucht auf, sie fleht ihren Mann um Vergebung an – und das finstere, gruselige Spiel entpuppt sich als Sturm im Wasserglas: Der Jagdgast erscheint mit der geschossenen Ente, die ihm ins Gesicht purzelte, als er vom Baum fiel, und der Gendarm wollte nichts als einen Zentner Kartoffeln.

In Der Mörder spielt Goetz virtuos mit falschen Erwartungshaltungen. Er baut das Szenario eines Gruselkabinetts, bedient sich der Versatzstücke des Psychothrillers, und findet im Finale zu boulevaresker Leichtigkeit.


Dieses Stück ist Teil von:

Die tote Tante und andere Begebenheiten
Drei Einakter
4D, 5H