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"Der Vorname" am Theater Baden-Baden
Am 25. Juni hatte Katrin Hentschels Inszenierung des Komödien-Klassikers Der...

"Kopfkino" von Thomas Zaufke und Peter Lund gewinnt beim New York Independent Film Festival
Thomas Zaufke und Peter Lund haben mit ihrem Musicalfilm Kopfkino beim New...

Ariane Koch beim Hans-Gratzer-Stipendium 2020
Ab 9. Mai werden die Stückentwürfe der sechs Finalist*innen des...

Sina Ahlers und Johanna Kaptein beim Heidelberger Stückemarkt
Sina Ahlers und Johanna Kaptein sind mit ihren Stücken Schamparadies und...

"Autoren schlagen Alarm" (Der Tagesspiegel)
Der Tagesspiegel berichtete am 12. Mai über ein drängendes Problem im Zuge...

"Der Fiskus" von Felcia Zeller in Mülheim
Felicia Zellers Stück Der Fiskus wurde für den Mülheimer Dramatikerpreis...

Neu: "Gigiwonder. Die Geschichte eines Beins" von Vera Schindler
Die Arbeiten laufen gut und Gigis Augen werden schwer. Als er aufwacht, ist...

Neu: "Noch einen Augenblick" von Fabrice Roger-Lacan
Suzanne liebt ihren Mann wie eh und je, auch wenn der eifersüchtige Julien...

Neu: "Wie der Vater, so der Sohn" von Clément Michel
Was, wenn Vater und Sohn eines Morgens im Körper des anderen aufwachen?...

Neu: "Hawaii" von Cihan Acar
Es sind die heißesten Tage im Jahr, Hundstage, die, so glauben manche,...

Neu: "Wolf unter Wölfen" (Oper) von Søren Nils Eichberg und John von Düffel
"Es ist hungrige Zeit, Wolfszeit. Wer stark ist, lebe! Aber wer schwach ist,...


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Bild von William ShakespeareShakespeare, William
Droeshout Porträt (1623) 

Die Lebensgeschichte von William Shakespeare liegt weitgehend im Dunkeln und die Urheberschaft seiner Werke ist nicht zufriedenstellend geklärt, so ist der meistgespielte Theaterdichter zugleich der, von dem die Nachwelt am wenigsten weiß.
Bertold Brecht vermutete, hinter dem Pseudonym Shakespeare stehe ein ganzes Team von versierten Londoner Theatermachern um 1600. Die dokumentarischen Beweise für die Existenz Shakespeares sind jedenfalls dürftig und so präsentiert sich der Nachwelt mehr ein Übermensch und eine Institution der Theatergeschichte als eine Persönlichkeit mit verlässlicher Biographie. Von den 36 Theaterstücken, enthalten in der ersten Gesamtausgabe der Werke Shakespeares, sind 14 Komödien, 12 Tragödien und 10 Historiendramen. Mehr als zwei Drittel werden noch immer aufgeführt.

William Shakespeare, Sohn eines angesehenen Landwirts und Geschäftsmannes, wuchs in dem mittelenglischen Martkflecken Stratford-upon-Avon auf, besuchte dort die Grammar School und heiratete mit 18 Jahren die wesentliche ältere Anne Hathaway. 1586, nach vierjähriger Ehe, verließ er seine Frau und seine drei Kinder, um sich in London einer Theatergruppe anzuschließen. Ab 1592 ist er in der Hauptstadt als Schauspieler und Stückeschreiber nachweisbar. Zwei Jahre später wurde er Mitglied von Lord Chamberlain's Men, einer von König Elisabeth I. protegierten Schauspielergesellschaft. Als ihr wichtigster Autor, vielseitiger Schauspieler und als Aktionär des Globe Theatre, ab 1608 auch des Blackfriars Theatre, erwarb Shakespeare großes Ansehen und ein beachtliches Vermögen. 1610/11 veräußerte er seine Anteile an diesen Theatern und kehrte zu seiner Familie nach Stratford zurück.

Wie alle Autoren seiner Zeit bezog Shakespeare die Grundelemente seiner Stücke aus Mythologie und chronistischer Überlieferung sowie aus berühmten literarischen Quellen der Antike und der Renaissance. Sein dramaturgisches Geschick und seine dichterische Potenz erweisen sich jedoch als allen Vorlagen überlegen.
Die spektakulärsten Werke des Dichters wurden bereits im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts durch englische Wandertruppen in ganz Europa bekannt und begeistert aufgenommen. Seit der enthusiastischen Bewunderung, die Goethe und die Dramatiker des Sturm und Drang dem englischen Dichter zollten, galt Shakespeares Auffassung vom Wesen des Theaters vor allem im deutschen Sprachraum als revolutionär und unübertrefflich.

(Quelle: Harenberg)

 

Othello

Bearbeitung für sieben Spieler*innen von Beat Fäh
Deutsch von Erich Fried
3D, 4H

Venedig und Zypern, Mitte des 16. Jahrhunderts.
Jago fühlt sich zurückgesetzt, weil Othello nicht ihn, sondern Cassio zum Leutnant ernannt hat. Auch Rodrigo hat Grund, den Mohren zu hassen, da er Desdemona begehrt, Othellos über alles geliebte Frau. Jago will Othello vernichten und benutzt Rodrigo als Werkzeug.
Jago redet Rodrigo ein, dass Cassio und Desdemona ein Verhältnis miteinander hätten. Er schlägt ihm vor, den Leutnant zu provozieren, was Rodrigo während eines großen Fests auch tut. Wegen dieser Schlägerei wird Cassio von Othello degradiert.
Cassio trifft auf Desdemona, um sie wegen seiner drohenden Versetzung um Führsprache bei ihrem Gatten zu bitten. Jago kann mühelos Othellos Eifersucht anstacheln. Wenig später verliert Desdemona ihr Taschentuch, dass Othello ihr einst schenkte. Jagos Frau Emilia findet es und gibt es ihrem Mann, der es Cassio in die Hände spielt. Othello fühlt sich in seiner Eifersucht bestätigt, als Desdemona bekennen muss, dass sie sein Liebespfand nicht mehr besitzt.
Othello belauscht ein von Jago eingefädeltes Gespräch zwischen Cassio und seiner Geliebten Bianca und glaubt in seinem Wahn, Cassio spreche mit seiner Frau. Aufgebracht schlägt er Desdemona kurz darauf in der Öffentlichkeit, nachdem er den Plan gefasst hat, sie noch in derselben Nacht zu töten. Daraufhin besucht Othello Desdemona in ihrem Schlafgemach. In einem Monolog beklagt er die schreckliche, jedoch notwendige Tat, küsst die Schlafende und erwürgt sie. Emilia kommt auf den Todesschrei Desdemonas herbei und klärt Othello über die wahren Umstände auf. Jago, der Lüge bezichtigt, bringt seine Frau um. Bevor Othello abgeführt werden kann, tötet er sich.

Wie etliche andere Dramen des Dichters basiert Othello auf einer von Giraldi Cintos „Hundert Novellen“ (1565). Shakespeare veränderte jedoch die Vorlage in entscheidenden Punkten und schuf ein auf den leidenden Othello und den Bösewicht Jago konzentriertes Drama. Die Beziehung zwischen dem schwarzen Mann und der weißen Frau wird an keiner Stelle von rassistischen Bemerkungen kommentiert. Othellos Hautfarbe spielt keinerlei Rolle. Erst die Inszenierungen des 20. Jahrhunderts betonen die Außenseiterstellung des Generals und brachten in die Eifersuchtstragödie das Motiv der Diskriminierung ein.