20.02.2018

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Wiederentdeckt: "Der Flüchtling" von Fritz Hochwälder
Nahe einer schwer passierbaren Landesgrenze im Hochgebirge treffen drei...

Neu bei FBE: "Das Mädchen Wadjda" von Haifaa Al Mansour
Riad, Saudi-Arabien: Die zehnjährige Wadjda wünscht sich nichts sehnlicher...

DSE: "Lazarus" von David Bowie und Enda Walsh am Düsseldorfer Schauspielhaus
Am 3. Februar ist die deutschsprachige Erstaufführung des Musicals Lazarus...

"Grimm!" von Thomas Zaufke und Peter Lund am Theater Erfurt
Mit dem bösen Wolf hat schon so ziemlich jeder seine Erfahrungen gemacht. So...

Neu bei FBE: "Das Molekül" von William W. Murta
Mit biografischen Schlaglichtern erzählt William Ward Murta in seinem Musical...

Neu bei FBE: "Polnische Hochzeit" von Joseph Beer
19. Jahrhundert, Zeit des polnischen Aufstandes gegen die russische...

Neuübersetzung "High Society" am Landestheater Coburg
Wenn sich die High Society amüsiert und Hochzeit feiert, ist auch die...

Neu bei FBE: "Rabbit Hole" von David Lindsay-Abaire
Becca und Howie Corbett sind mit ihrem vierjährigen Sohn Danny eine...

"Die Nashörner" am Staatsschauspiel Dresden
Die Kritik an einem hinter dem Individualismus versteckten Zwang zu...


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Billinger, Richard

Der österreichische Schriftsteller Richard Billinger, geboren am 20.7.1890 in St. Marienkirchen (Oberösterreich), schrieb Gedichte und Dramen, die sich durch Züge des Volkstheaters auszeichnen. Er lebte in München und Berlin und wurde vor allem durch seine bildreiche Prosa und seine Bauerngedichte bekannt. Als Bauernsohn und Jesuitenzögling stellte er seine enge Vertrautheit mit den Geheimnissen alter Sitten und Gebräuche unter Beweis. Die Darstellung der im Wandel befindlichen bäuerlichen Welt seiner Heimat kennzeichnet seine Werke, in denen er eine mystisch-dämonische Weltsicht mit christlichem Gedankengut konfrontiert. Das zeigt sich schon in seinem Frühwerk Rosse (1931) und mehr noch in seinem ersten großen Erfolg Rauhnacht (1931, Uraufführung an den Münchner Kammerspielen am 10. Oktober 1931 unter der Regie von Otto Falckenberg). Im November 1932 wurde ihm, zusammen mit Else Lasker-Schüler, der Kleistpreis verliehen. Zu Billingers weiteren Werke zählen u.a. Stille Gäste (1933), Die Hexe von Passau (1935) sowie Der Plumpsack (1953).

Richard Billinger starb am 7. Juni 1965 in Linz (Oberösterreich).

 

Rosse

Schauspiel in drei Aufzügen
15D, 22H, 1 Kind, Statisterie

Franz Zinnhobel ist ein vorbildlicher, in seine "Rosse" tief verliebter Pferdeknecht auf dem Hof des allzu unbedenklich "modernen" Großbauern Peham. Gutsinnige Herzenseinfalt und leicht entzündliche Leidenschaftlichkeit machen sein Wesen aus. Davon ist auch sein Verhältnis zu dem Landmaschinenvertreter Thomas Mimra, einem Sohn seiner ihm vor Jahren davongelaufenen Frau, bestimmt.

Bei einem Vortrag über Maschinisierung der Landwirtschaft geht Zinnhobel Mimra sogar an die Kehle, denn der junge Mimra hat ihm seine Geliebte, die leichtfertige Rosa Krügl, abspenstig gemacht und so eine qualvolle Reminiszenz geweckt. Hinzu kommt, dass er zuvor von seinem Brotherrn nach einem Streit entlassen worden ist: Die geliebten Pferde sollen verkauft werden. Gift wird ihm in die Hand gespielt, und wie er versucht war, Mimra zu töten, so geht es ihm nun durch den Kopf, seinen treuen Rossen das Gift unter den Hafer zu mischen. Beide Male siegen Geradsinnigkeit und Herzenseinfalt über die wilde Dämonie seines Wesens, und er wählt den Freitod.